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Weltkrebstag: Corona verunsichert Patienten

Immer weniger Menschen gehen zur Vorsorge. Die Zahl der Behandlungen ist um 20 Prozent gesunken. Das kann fatale Folgen haben.

Dr. René Schwarz Ärztlicher, Direktor der Helios Klinik Leisnig, appelliert an die Patienten, zur Krebsvorsorge zu gehen.
Dr. René Schwarz Ärztlicher, Direktor der Helios Klinik Leisnig, appelliert an die Patienten, zur Krebsvorsorge zu gehen. © Helios

Leisnig. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 510.000 Menschen neu an Krebs. Tendenz steigend. Mittlerweile müssen mehr als vier Millionen Menschen mit der Krankheit leben. Mit 230.000 Todesfällen pro Jahr nehmen Krebserkrankungen nach den Herz-Kreislaufkrankheiten den zweiten Platz bei den Todesursachen ein. Viele dieser Schicksale hätten sich durch frühzeitiges Erkennen verhindern lassen.

„Allerdings gehen hierzulande derzeit deutlich weniger Menschen zur Vorsorge“, bedauert Dr. René Schwarz, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik Leisnig und Chefarzt der Klinik für Chirurgie. Eine von Helios erarbeitete Studie belege im Jahr 2020 einen signifikanten Rückgang dieser Behandlungen um bis zu 20 Prozent.

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Das habe zur Folge, dass die Erkrankung durch das verspätete Vorstellen oft schon fortgeschrittenen ist, was die Heilungschancen erheblich senke. Deshalb gelte trotz der Pandemie: Wer krank ist, muss zum Arzt.

Immer mehr Notfälle

Immer öfter erschienen Patienten als Notfall in der Klinik. Corona verunsichere die Menschen, einen Arzt aufzusuchen. Allerdings ließe sich Krebs besonders im Frühstadium in vielen Fällen mit einer besseren Prognose behandeln. Dank moderner Medizin ließen sich heute bereits viele Krebsarten erfolgreich bekämpfen.

Einem wechselnden Prozess ist auch die Häufigkeit bestimmter Krebsarten unterzogen. Zwar dominieren bei den Frauen noch immer der Brustkrebs und bei den Männern der Prostatakrebs, jeweils gefolgt vom Darmkrebs. Dafür verändert sich aber das Auftreten von Magenkrebs, dessen Häufigkeit prozentual abnimmt, wohingegen Speiseröhrenkrebs spürbar zunimmt.

Es bleibt immer ein Restrisiko

Die gestiegene Lebenserwartung der Menschen, ungesunde Lebensweisen, negative Umwelteinflüsse, veränderte Mobilität oder Ernährungsgewohnheiten sowie genetische Veranlagungen können maßgeblich Einfluss auf die Entstehung von Krebserkrankungen haben. Auch wenn rund 40 Prozent aller Krebsfälle durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden könnten, bleibe noch immer ein Restrisiko.

„Nicht jeder Krebs lässt sich verhindern. Aber selbst häufige und aggressive Varianten wie Darmkrebs können im Frühstadium noch gut und erfolgreich behandelt werden. Sobald das Krebsgeschwür jedoch erst mit einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, bleibt oft nur wenig Hoffnung auf Heilung“, so Schwarz.

Beratung am Tumorboard

Krebs ist und bleibe ein zentrales Gesundheitsproblem, dem Helios mit bestmöglicher Patientenbetreuung begegne. „Jeder Fall wird im Haus in einem lokalen Tumorboard von allen Fachkundigen besprochen. Ziel ist es, den Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen“, verdeutlicht Schwarz.

Ein Tumorboard bietet den Medizinern einen Ansatz der gemeinsamen Behandlungsplanung bei bösartigen Erkrankungen. Noch größer werde die fachliche Expertise, wenn sich einmal pro Woche Chirurgen, Onkologen, Strahlenärzte, Pathologen und weitere Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen von Helios sowie ausgewählte niedergelassene Ärzte der Region besprechen und beratschlagen.

In einem zentralen Tumorboard werden dabei ausgewählte Krebserkrankungen von Patienten besprochen, die sich bei den Ärzten vorgestellt haben. Diese analysieren gemeinsam den medizinischen Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten und legen ein aus ihrer Sicht effizientes Therapiekonzept fest.

Bis zu 150 Eingriffe pro Jahr

In Leisnig werden bei Krebspatienten durchschnittlich 120 bis 150 medizinische Eingriffe pro Jahr vorgenommen. Vorwiegend in der Bauchchirurgie sowie bei Brustkrebs. „Durch unsere Arbeit können wir die Lebenserwartung vieler Patienten deutlich erhöhen“, sagt Schwarz.

Zugleich hofft er, dass Betroffene mögliche Symptome von Krebserkrankungen wie Nachtschweiß, lange andauernder Husten, Blut im Stuhl, radikale Gewichtsverluste oder das Anschwellen der Lymphknoten zum Anlass nehmen, bald einen Arzt aufzusuchen. Gleichzeitig sollten die Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden.

„Dies wäre ein erster und wichtiger Schritt, dem Krebs frühzeitig und engagiert den Kampf anzusagen“, so Schwarz. Er rät auch allen Krebspatienten zur Corona-Impfung. Sofern keine Akutbehandlungsphase durchritten werde, stehe einer Impfung gegen Covid-19 nichts entgegen.

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