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PLUS Döbeln

Weniger Einwohner – trotzdem mehr Müll

Die EKM hat ein Plus in Höhe von reichlich 5 Millionen Euro erwirtschaftet. Dadurch werden Kostensteigerungen vermieden.

Im Landkreis Mittelsachsen werden jährlich rund 33.000 Tonnen Restmüll entsorgt.
Im Landkreis Mittelsachsen werden jährlich rund 33.000 Tonnen Restmüll entsorgt. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Die Zahl der Einwohner im Landkreis Mittelsachsen sinkt kontinuierlich. „Aber die Menge des Restabfalls ist in den vergangenen zehn Jahren konstant geblieben“, sagt Jens Irmer, Geschäftsführer der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen.

Im Durchschnitt fallen pro Jahr 33.000 Tonnen Restabfall an. Nur 2015/16 sei die Tonnage höher gewesen. Dies habe mit der Zuwanderung der Asylbewerber in Zusammenhang gestanden. Als diese abgeebbt ist, sei auch die Abfallmenge wieder zurückgegangen.

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Weniger nachvollziehbar sei ein anderes „Phänomen“. In den Jahren 2018 und 2019 habe es starke Nachfrage nach neuen Restabfallbehältern gegeben. Einen Grund sieht Irmer in den Einfamilienhausgebieten, die vielerorts neu entstehen.

Die zusätzlichen Behälter brachten auch entsprechend mehr Entleerungen mit sich. Dadurch stiegen die Einnahmen der Fest- und Entleerungsgebühren an. Gleichzeitig mussten nur relativ geringe Kostensteigerungen verkraftet werden, erklärte der EKM-Geschäftsführer, als er im Ausschuss für Umwelt und Technik über die Nachkalkulation der Abfallgebühren für die Jahre 2018 und 2019 sprach.

Niedrigere Preise für den Altkreis Döbeln erhalten geblieben

Die drohende Anhebung der Abfallbeseitigungsgebühren für den Altkreis Döbeln habe die EKM verhindern können. Statt 76 Euro hätten es 130 Euro pro Tonne sein sollen. Jedenfalls nach dem Willen des Abfallwirtschaftszweckverbandes Chemnitz (AWVC). In dem sind die Altkreise Freiberg und Mittweida von jeher Mitglied. Döbeln gehörte zum Abfallverband Nordsachsen.

Mit der Kreisreform habe es verschiedene Varianten für die Abfallentsorgung aus der Region Döbeln gegeben. „Wir haben uns dafür entschieden, den Vertrag mit Nordsachsen aufzulösen und den Abfall aus Döbeln ebenfalls nach Chemnitz zu liefern, allerdings nicht als Verbandsmitglied, sondern über den freien Markt“, erklärt Irmer. Deshalb sei es bei dem niedrigen Preis geblieben.

Auch eine Preissteigerung durch den AWVC, die für die Region eine Erhöhung um 84 Euro pro Tonne bedeutet hätte, habe die EKM abwenden können. Daraus habe letztendlich eine Ersparnis von rund 570.000 Euro für den Landkreis Mittelsachsen resultiert.

Verspätetes Fördergeld für Sanierung ehemaliger Deponie in Marbach

Die geplante Sanierung der Altdeponie Hüttenstraße in Freiberg konnte nicht durchgeführt werden, da die Setzungsprozesse im Deponiekörper noch nicht abgeschlossen sind. Die Sanierung muss daher in zukünftige Kalkulationszeiträume verschoben werden.

Stattdessen ging Fördergeld in Höhe von 600.000 Euro für die Sanierung der Deponie in Marbach ein, die als zusätzliche Einnahme in der Nachkalkulation berücksichtigt werden muss. Die ehemalige Deponie an der Nossener Straße/Am Sportplatz war 2019 saniert worden. In den kommenden 30 Jahren werden dort immer wieder Bodenproben entnommen und das Areal dann an den Eigentümer zurückgegeben.

Abfallgebühren sollen im Landkreis stabil gehalten werden

Insgesamt hat die EKM einen Gebührenüberschuss in Höhe von rund 5,06 Millionen Euro erzielt. Dieser wird in den nächsten Perioden bis spätestens 2024 in die Gebührenkalkulation kostenminimierend einfließen. Dadurch sollen die zu erwartenden Kostensteigerungen teilweise ausgeglichen und die Abfallgebühren im Landkreis Mittelsachsen möglichst stabil gehalten werden.

Mehr Verpackungsmüll als Zeitungen und Zeitschriften in der Tonne

Bei Papier und Pappe wurden vor einigen Jahren im Landkreis Mittelsachsen 80 Prozent Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge sowie 20 Prozent Verpackungen eingesammelt. „Inzwischen hat sich das Verhältnis verändert“, so der EKM-Geschäftsführer. Die Verpackungen machen mittlerweile rund 50 Prozent aus.

Deshalb hat der Kreistag bereits im Dezember eine Abstimmungsvereinbarung zwischen den Systembetreibern und dem Landkreis Mittelsachsen beschlossen. Nach dieser beteiligen sich die für die Verpackungsentsorgung deutschlandweit zuständigen Systembetreiber seit dem 1. Januar 2021 für deren Verpackungsanteile aus Papier, Pappe und Kartonagen finanziell an der kommunalen Altpapiersammlung des Landkreises Mittelsachsens.

Mit dem zu treffenden Beschluss soll die weitere Abwicklung der damit verbundenen finanziellen Geschäftsvorgänge über den sogenannten Betrieb gewerblicher Art, das „DSD Mittelsachsen“, geregelt werden. Den Landkreis kostet die Entsorgung der Pappe knapp 1 Million Euro pro Jahr.

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