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Wenn Altpapier auf den Kaffeetisch fliegt

Familie Jörgens wohnt in der Nähe der Papierfabriken in Kriebethal. Schon seit einigen Wochen ärgern sie sich über Verschmutzungen.

Irene und Uwe Jörgens aus Kriebe-thal müssen in letzter Zeit immer öfter zum Rechen greifen, um Altpapier von ihrem Rasen zu fegen. Starker Wind treibt die Papierschnipsel bis in ihren Vorgarten.
Irene und Uwe Jörgens aus Kriebe-thal müssen in letzter Zeit immer öfter zum Rechen greifen, um Altpapier von ihrem Rasen zu fegen. Starker Wind treibt die Papierschnipsel bis in ihren Vorgarten. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Das Ehepaar hat sich an der Kriebethaler Turnerstraße ein Kleinod geschaffen. Viel Liebe und Arbeit stecken sie in ihr schmuckes Fachwerkhaus und das dazugehörige Grundstück.

Der Garten ist sehr gepflegt. Hier wollen die beiden ihren Ruhestand genießen. In letzter Zeit – vor allem, wenn es draußen sehr windig ist, sind sie jedoch immer öfter verärgert. „Es ist nicht mehr so wie vor 20 Jahren, als wir hierher gezogen sind“, erzählt Irene Jörgens.

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Damals sei Kriebe- thal noch ein Naherholungszentrum gewesen. Jetzt habe der Schwerlastverkehr zu den beiden Papierfabriken immens zugenommen. Dadurch gebe es mehr Lärm, aber auch wesentlich mehr Abgase.

Etwas ärgert die Eheleute aber besonders: Bei starkem Wind fliegt Papier in ihren Vorgarten. Das kommt direkt vom Außengelände der Papierfabrik Kübler & Niethammer, ist sich das Ehepaar sicher. In letzter Zeit sei dieses Problem immer öfter aufgetreten, erst wieder vor wenigen Tagen als der Wind stärker war, sagen sie.

Papiermenge auf Fabrikgelände hat zugenommen

Die Papiermenge, die draußen im Fabrikgelände gelagert werde, habe zugenommen. Von ihrem Küchenfenster aus kann Irene Jörgens auf das Firmengelände schauen. „Das ist kein schöner Ausblick“, sagt sie.

Es sei schon vorgekommen, dass die Papierschnipsel an den Obstbäumen hingen. Dann nimmt Uwe Jörgens den Rechen und holt sie herunter. Aber das sei noch das kleinste Übel: „Wenn wir draußen sitzen und Kaffee trinken, fliegt manchmal das Altpapier auf den Kuchen“, schildern Uwe und Irene Jörgens ihren Unmut. Ihre Nachbarin habe schon in der Firma vorgesprochen, „geändert hat sich aber bisher nichts“, so die Anwohner.

Lösung des Problems in Sicht

Der Unternehmensleitung der Papierfabrik Kübler & Niethammer, die seit September vergangenen Jahres zur Fesco GmbH, einem Unternehmen der Schönfelder Gruppe aus Annaberg-Buchholz, gehört, ist die Problematik nicht unbekannt. „Bei starkem Wind kommt es zeitweise zu Papierflug“, so eine Sprecherin des Unternehmens.

Diesem könnten die Mitarbeiter derzeit allerdings nur damit begegnen, dass während einer solchen Wetterlage noch mehr als ohnehin üblich im Außengelände gekehrt und auf Sauberkeit geachtet wird. „Zu 100 Prozent vermeiden lässt sich das aber nicht“, so die Sprecherin.

Aber es bahnt sich eine Lösung an, bis zu deren Umsetzung die Unternehmensführung um Geduld bittet. Wie berichtet, plant das Unternehmen den Neubau einer Halle, die unter anderem genau das verhindern soll, was die Anwohner so ärgert. „Wir wollen bereits im Sommer mit den vorbereitenden Bauarbeiten für die Halle beginnen“, sagt die Sprecherin.

Fünf-Millionen-Investition geplant

Das neue Altpapierlager soll ein Fassungsvermögen von rund 3.000 Tonnen haben. Überdies sollen die Altpapieraufbereitung, die Papiermaschine und eine Gasturbine modernisiert werden. Insgesamt will die Fesco GmbH in Kriebethal rund fünf Millionen Euro investieren.

Ortschaftsratsvorsitzender Wolfram Thieme bestätigt ebenfalls, dass es „bei starkem Wind dazu kommt, dass Papier herumfliegt. Aber das sind Ausnahmesituationen“, sagt er. Thieme ist der Überzeugung, dass sich das Problem mit dem Bau der neuen Lagerhalle erledigt hat. Darauf hofft auch Familie Jörgens.

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