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Archäologische Entdeckungen in Westewitz

In Westewitz entsteht derzeit ein neuer Eigenheimstandort. Doch nun sind Archäologen fündig geworden und sorgen für einen kurzen Baustopp.

In Westewitz „Am Kirschberg“ wird ein neues Wohngebiet gebaut. Ein archäologischer Fund hat die Baupläne kurzzeitig gestoppt.
In Westewitz „Am Kirschberg“ wird ein neues Wohngebiet gebaut. Ein archäologischer Fund hat die Baupläne kurzzeitig gestoppt. © Dietmar Thomas

Großweitzschen. Mittlerweile zum zweiten Mal wurde der Bau eines neuen Eigenheimstandortes im Großweitzschener Ortsteil Westewitz nun gestoppt. „Am Kirschberg“ sollen eigentlich bald 16 neue Grundstücke für Einfamilienhäuser stehen, doch nach der roten Waldameise, die aufgrund des Artenschutzes umgelagert werden musste, gab es nun auch noch archäologische Funde im Boden.

Bei Grabungen, die bei Baugebietserschließungen zum standardmäßigen Ablauf dazugehören, sind Experten aus dem Landesamt für Archäologie aus Dresden fündig geworden.

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Knapp 40 Befunde verzeichneten Gebietsreferentin Saskia Kretschmer und ihre Kollegen vor Ort. Darunter Überreste einer Eingrabung, in die ehemals ein senkrecht stehender Holzpfosten gestellt wurde, um ihm Halt zu geben, oder andere Gruben.

„Aus dem Umfeld oberhalb der Freiberger Mulde sind seit Längerem Fundstellen der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und des Mittelalters bekannt“, erklärt die Mitarbeiterin des Landesamtes für Archäologie. „Teilweise handelt es sich dabei um Befestigungen wie beispielsweise auf dem Staupenberg bei Westewitz oder der Schanze. Deshalb war im Vorfeld bereits mit Befunden gerechnet worden.“

Erstes Teilstück vom Baugebiet wieder freigegeben

Mitte Mai wurden innerhalb einer Woche die Voruntersuchungen am Kirschberg durchgeführt. Dafür mussten mit einem Bagger vier Linien gezogen werden, um unter die Bodenschicht zu gelangen. „Dadurch sollten Anzahl, Dichte und Verteilung der Befunde besser eingeschätzt werden können“, so Saskia Kretschmer.

Insgesamt seien die Funde zwar interessant, aber nicht so relevant, dass das Bauvorhaben langfristig gestoppt werde. In den nächsten Wochen wird es vor Ort einen zweiten Grabungsabschnitt geben. Dabei werden die Befunde ausgegraben und dokumentiert, erklärt die Gebietsreferentin.

„Die Funde kommen dann zur weiteren Bearbeitung, also Reinigung und Inventarisierung, in das Landesamt nach Dresden und werden später im Archäologischen Archiv Sachsen gesammelt“, so Kretschmer.

Geplant sei eine Grabungszeit von etwa einem Monat. Der größte Teil der Baufläche wurde aber jetzt schon für den Tiefbau freigegeben. „Nach der zweiten Grabung soll das Baugebiet schließlich vollständig freigegeben werden“, sagt Saskia Kretschmer.

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