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Wo der Helm eine Klimaanlage hat

An heißen Tagen fällt das Arbeiten schwer. Abkühlung ist auf vielerlei Art möglich.

Waldemar Tscherkaschin schützt sich in der Firma Atlantics bei Arbeiten an einer Rutsche mit einem ganz besonderen Helm. Der hat eine eingebaute „Klimaanlage“.
Waldemar Tscherkaschin schützt sich in der Firma Atlantics bei Arbeiten an einer Rutsche mit einem ganz besonderen Helm. Der hat eine eingebaute „Klimaanlage“. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Es ist Freitag, aber der sonst an diesem Tag übliche Kundenstrom in den Supermarkt fehlt. Es sind nur wenige Menschen unterwegs. Und die nutzen jedes Fleckchen Schatten. – Es ist der bisher heißeste Tag in diesem Jahr. Arbeit und Freizeitaktivitäten fallen gleichermaßen schwer, deshalb lässt sich mancher etwas einfallen.

Atlantics Döbeln: Klimatisierte Hallen, Wasser und auch mal ein Eis

Bei dem Hersteller von Edelstahlrutschen Atlantics gehört das Schweißgerät für viele Mitarbeiter zum täglichen Arbeitsmittel. Doch das Döbelner Unternehmen hat permanenten Schweißausbrüchen vorgebeugt.

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„Zur Schweißausrüstung gehört ein klimatisierter Helm, der extern belüftet wird“, sagt der technische Leiter René Clausnitzer. Im Maschinenraum sorge ein Klimagerät für angenehmere Temperaturen und im Büro Lüfter. Insgesamt seien die Hallen auch gut gedämmt.

„Bei länger anhaltender Hitze verlagern die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit und fangen eher an“, so Clausnitzer. Außerdem stelle ihnen die Firma Wasser zur Verfügung und ab und zu gäbe es auch ein Eis.

Bäckerei Merzdorf Beicha: Backwaren ohne Schokoladenüberzug

Als Bäckermeister Gunther Merzdorf um Mitternacht aufgestanden ist, zeigte das Außenthermometer noch 19 Grad. Abkühlung verschafft der leichte Luftzug durch die weit geöffneten Türen und Fenster.

„Die Kühlung schafft es kaum noch“, sagt Merzdorf. Die Mitarbeiter müssten verstärkt darauf achten, dass die Lamellen für die Kühlgeräte geöffnet bleiben, damit die Luft zirkulieren kann.

Wer am Verkaufswagen der kleinen Firma Backwaren mitnehmen möchte, findet dort derzeit kaum solche mit Schokoladenüberzug. Derzeit werde auch nur so viel Ware eingeladen, wie in die Kühlung passt, zumal die Kunden auf den Märkten bei der Wärme zurückhaltender seien.

Am meisten sei Fruchtiges, wie Erdbeerschnitten gefragt. Und die Mitarbeiter? „Die sind hitzeresistent“, sagt Merzdorf schmunzelnd.

LFT Tiefbau Ostrau: Brille und Mütze für sonnige Baustellen

In den ersten heißen Tagen „haben wir die Mitarbeiter mit Wasser unterstützt“, sagt Christian Fischer, Juniorchef der Firma LFT Tiefbau Ostrau. Bei länger anhaltender Hitze sei auch eine Verlegung der Arbeitszeit möglich.

„Viel Spielraum haben wir da aber nicht, weil wir viel in Wohngebieten arbeiten und dort Rücksicht auf die Anwohner nehmen wollen“, so Fischer. Eine halbe bis maximal eine Stunde früher anzufangen sei aber drin.

Zwar setze er auch einen gewissen Selbstschutz der Mitarbeiter voraus, sie bekämen aber auch eine Mütze und eine Brille, wenn die Sonne zu sehr vom Himmel brennt. Wenn die Pause an solchen Tagen ein paar Minuten länger dauert, drückt der Chef ein Auge zu. „Denn wir können nicht immer garantieren, dass die Kollegen im Schatten arbeiten“, meint er.

Die sechsjährige Maja kühlt sich am Döbelner Stiefelbrunnen mit einem leckeren Eis ab.
Die sechsjährige Maja kühlt sich am Döbelner Stiefelbrunnen mit einem leckeren Eis ab. © Dietmar Thomas

Eiscafé Venezia Döbeln: Mango und Wassermelone am beliebtesten

Wie groß der Andrang im Eiscafé Venezia am Döbelner Niedermarkt ist, macht Inhaber Riccardo Bortolin nicht am Wetter, sondern am Wochentag fest. Schlange stehen müssen die Kunden für die leckere Abkühlung vor allem am Sonntagnachmittag.

Dann scheint halb Döbeln Appetit auf Eis zu haben. „Sie kommen alle auf einmal“, meint Bortolin. In der Woche kämen die Kunden zwar kontinuierlich, müssten aber nicht lange warten.

Bei heißem Wetter seien Fruchtsorten wie Wassermelone, Mango oder Joghurt beliebter als cremiges Eis. Auch Rhabarbereis käme gut an. „Das bieten wir aber nur im Juni an“, so der Chef.

Rettungsdienst: Vor allem ältere Menschen trinken zu wenig

In den vergangenen warmen Tagen seien die Einsätze des Rettungsdienstes „nicht signifikant höher gewesen als an anderen Tagen“, sagt Mike Mittmann, stellvertretender Leiter der Rettungswache Döbeln. Aber es käme schon vor, dass der Rettungsdienst vor allem von älteren Menschen gerufen werde, die einfach zu wenig getrunken hatten.

Den Wasserhaushalt aufrecht zu halten, bezeichnet auch Tino Gaumnitz, Leiter des Rettungsdienstes Döbeln, als das Wichtigste an heißen Tagen. „Trinken, trinken, trinken“, sagt er.

Außerdem rät er, sich nicht in der Sonne aufzuhalten und körperliche Anstrengung zu vermeiden. „Wer die Möglichkeit hat, sollte zwischendurch duschen und den Schweiß entfernen, damit die Haut atmen kann“, sagt er.

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