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Was wird aus Hochwasserschutz für Möbertitz?

Eigentlich ist der Bau eines Regenrückhaltebeckens geplant. Doch keiner fühlt sich dafür zuständig.

Der Ortsteil Möbertitz der Gemeinde Zschaitz-Ottewig wurde 2014 und 2016 überschwemmt. Das sollte eigentlich durch ein Rückhaltebecken verhindert werden.
Der Ortsteil Möbertitz der Gemeinde Zschaitz-Ottewig wurde 2014 und 2016 überschwemmt. Das sollte eigentlich durch ein Rückhaltebecken verhindert werden. © Archiv/Jörg Fritzsche

Zschaitz-Ottewig. Schon seit Jahren weist Gemeinderat Jörg Fritzsche auf die Problematik des Flutgrabens in Möbertitz, einem Ortsteil der Gemeinde Zschaitz-Ottewig, hin. In den Jahren 2014 und 2016 hatte es nach starken Niederschlägen Überschwemmungen gegeben.

Nun befürchtet nicht nur Fritzsche, sondern auch alle anderen Anlieger, dass es bei den heftigen lokalen Niederschlägen auch Möbertitz, das teilweise im Tal gelegen ist, wieder treffen könnte. Die Bilder aus den Altbundesländern, in denen das Hochwasser große Schäden angerichtet hat, gehen den Anliegern in Möbertitz nicht aus dem Kopf. Auch sie könnte es wieder treffen.

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Regenrückhaltung in Möbertitz nicht gebaut

Eigentlich sollte das ein Regenrückhaltebecken verhindern. Doch das wurde bisher nicht gebaut. Die Maßnahme „Vorflutsystem aus Graben und Rohrleitung Möbertitz“ wurde als Erosions- beziehungsweise Hochwasserschutzmaßnahme im Jahr 2005 durch die Teilnehmergemeinschaft (TG) gebaut.

Ziel war es, dass aus den oberhalb der Ortslage Möbertitz gelegenen, größtenteils landwirtschaftlich genutzten Flächen kommende Oberflächenwasser zu sammeln und geregelt in den Sandbach zu führen.

Auf einem Plan von damals sei zu sehen, dass 2005 nicht nur der Bau eines Flutgrabens, sondern auch eines Regenrückhaltebeckens geplant war, so der Gemeinderat. Auch wenn er selbst betroffen ist, geht es ihm um alle Zschaitzer, die an oder im Umkreis der Kirchberges ihre Grundstücke haben.

Kosten sind für Teilnehmergemeinschaft zu hoch

Warum das Rückhaltebecken damals nicht gebaut worden ist, weiß niemand. „Vielleicht funktioniert der Flutgraben aber nur richtig mit diesem Becken?“, fragte Jörg Fritzsche. Das lange Warten auf eine Lösung und auch die ständigen Hinweise zu den Ratssitzungen haben ihm und den anderen Möbertitzern bisher nichts genutzt.

Nun erfuhr Fritzsche zur Ratssitzung im August, dass die Teilnehmergemeinschaft auf keinen Fall in der Lage ist, dieses Rückhaltebecken zu bauen. „Wir haben uns das Problem angeschaut.

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Der Bau eines Rückhaltebeckens würde unsere Möglichkeiten überschreiten. Der Taleinschnitt ist einfach zu weitläufig. Es müsste für Hochwasser, dass sich statistisch aller 50 Jahre ereignet, ein 5.000 Kubikmeter großes Becken gebaut werden. Das und die Kosten dafürkönnen wir nicht stemmen“, so Erik Sefkow, Vorstandsvorsitzender der Teilnehmergemeinschaft.

Graben und Verrohrung wenig sinnvoll

„Dann sind eigentlich der Graben und die Verrohrung für die Katze. Denn das Rohr kann die Wassermassen, die der Graben aufnimmt und die zusätzlich von den Feldern fließen nicht aufnehmen. Hier ist eine Überschwemmung programmiert“, sagte Jörg Fritzsche.

Er sei enttäuscht, dass es nicht vorwärts gehe. „Muss erst etwas passieren, Leute zu Schaden kommen, bevor hier etwas gemacht wird“, fragte der Gemeinderat. Es gehe schon damit los, dass sich niemand für das Problem zuständig fühle, die Gemeinde nicht, die Teilnehmergemeinschaft nicht und die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen wahrscheinlich auch nicht.

Eine Anfrage von Sächsische.de ergab: „Zu Ihren Fragen bezüglich des Hochwasserschutzes von Möbertitz können wir leider nichts sagen. Dieses Thema liegt nicht in der Zuständigkeit der Landestalsperrenverwaltung“, so Patricia Zedel, Sachbearbeiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der LTV.

Puffer wird benötigt

„Den Bauern, die die Flächen oberhalb des Tales bestellen, machen wir keine Vorwürfe. Sie versuchen, alles in ihren Möglichkeiten stehende zu unternehmen, um einen gewissen Schutz zu bieten. Dazu gehören pflanzenbauliche Maßnahmen, die schonende Bodenbearbeitung und die Fruchtfolge“, so Fritzsche.

Er ist sich sicher, dass das Tal nur vor Überschwemmungen geschützt werden kann, wenn es weiter oben ein Becken als eine Art Puffer gibt, gibt, das die Wassermassen aufhalten kann.

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