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Zum Wachsen braucht Leisnig Bauplätze

Im Moment kann die Kommune Bauwilligen kaum Auswahl bieten. Das soll sich ändern.

Nachdem es anfangs zögerlich losging, hat sich der Leisniger Eigenheimstandort "Am Wasserturm" inzwischen gefüllt. Eine Auswahl alternativer Bauplätze kann die Kommune Interessenten derzeit nicht anbieten.
Nachdem es anfangs zögerlich losging, hat sich der Leisniger Eigenheimstandort "Am Wasserturm" inzwischen gefüllt. Eine Auswahl alternativer Bauplätze kann die Kommune Interessenten derzeit nicht anbieten. © Lars Halbauer

Leisnig. Wer in Leisnig und den Ortsteilen nach einem Bauplatz für sein künftiges Eigenheim sucht, dem helfen bisweilen nur Beziehungen. Denn Grundstücke in Eigenheimstandorten wie dem „Am Wasserturm“ sind nahezu ausgebucht.

Bleiben nur noch Lücken zum Bebauen. Dafür müssen Interessierte den Eigentümer kennen und der wiederum bereit sein, zu verkaufen. Daher sehen es die meisten Stadträte dringenden Handlungsbedarf beim Ausweisen von Eigenheimstandorten.

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„Ich sehe es sogar als unsere Pflicht an, solche Bauplätze auszuweisen“, sagte CDU-Faktionschef Rüdiger Schulze. Ähnlich denkt Hansjörg Oehmig. „Der Speckgürtel um die Großstädte wird immer größer. Darauf sollten wir sensibel und mit Angeboten für Eigenheime reagieren, wenn wir nicht wollen, dass Leisnig eine Stadt mit nur alten Bewohnern wird“, so Oehmig.

Neue Baugebiet an den Start bringen

Gewiss, auch er sehe mit Bedauern, dass eine Menge Wohnungen und Häuser in der Altstadt leerstehen, teilweise verfallen. Dennoch sollten Zuzugswilligen alle Möglichkeiten offen stehen. Maria-Christin Anderfuhren (Bündnisgrüne) würde sich wünschen, dass sich mehr junge Familien für eine Immobilie in der Altstadt interessieren, das Zentrum attraktiver wird.

Um Neubauwilligen eine Auswahl zu ermöglichen, wünscht sich Bürgermeister Tobias Goth (CDU), Interessenten in Zukunft mehrere Standorte zur Auswahl anbieten zu können. Dazu müsse die Kommune mit den Eigentümern entsprechender Flächen in Kontakt und in Verhandlungen treten. Bis gebaut werden kann, dauere es gewöhnlich einige Jahre. Bestes Beispiel ist der neue Standort „Eichbergblick“.

Laut Flächennutzungsplan gibt es noch einige Bereiche, die für eine Wohnbebauung vorgesehen sind. Als Beispiel nennt Goth Flächen an der Jahnstraße. Parallel zur Georg-Friedrich-Händel-Straße sei das Areal der ehemaligen Gärtnerei als Eigenheimstandort vorgesehen, erinnert er.

Altstadt ist nicht der Favorit

Dass es Leute nach Leisnig zieht, sich Familien hier niederlassen wollen, zeigt, dass der Technische Ausschuss 2020 elf Anfragen und fünf Voranfragen zur Errichtung von Eigenheimen bewertet hat. Umbauten im Altstadtbereich waren weniger ein Thema.

„Die Leute wollen schon bauen, aber eher auf der grünen Wiese und in den Ortsteilen“, so der Rathauschef. Die Altstädte, auch die Leisniger, seien mitunter zu unattraktiv, viele Grundstücke noch mit Hinterhäusern bebaut und dunkel. Die Gebäude seien kleinteilig, aber hoch, Treppen nicht immer durch Aufzüge zu ersetzen.

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Die Stadträte haben dem Wechsel zugestimmt. Gegenwind kam vor allem von Maria-Christin Anderfuhren. Sie stellte das Vorhaben an sich infrage.

Die Kommune sähe es auch gern anders und habe versucht, im sogenannten Quartier 11 mit Entkernungen einen Anfang zu finden. Sichtbar vorangekommen ist die Belebung der Altstadt aber nicht.

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