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Zwei neue Augenärztinnen für Döbeln

Sie verstärken das Team des MVZ an der Muldenstraße. Dort werden ab Januar wieder Patienten aufgenommen. Und es verändert sich noch viel mehr.

Elisabeth Oehmichen ,ist eine der beiden Ärztinnen, die im Januar ihre Arbeit in der Augenarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum an der Muldenstraße in Döbeln aufnehmen.
Elisabeth Oehmichen ,ist eine der beiden Ärztinnen, die im Januar ihre Arbeit in der Augenarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum an der Muldenstraße in Döbeln aufnehmen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Im März 2019 haben die Augenärzte im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) an der Muldenstraße in Döbeln die Reißleine gezogen. Im Durchschnitt sind in der Praxis pro Monat 1.800 Patienten behandelt worden. Die Ärzte waren an der Kapazitätsgrenze angekommen und verhängten einen Aufnahmestopp für neue Patienten.

„Wir haben nur noch Patienten angenommen, die schlecht zu Fuß waren und keine Möglichkeit hatten, die Praxen in Dresden oder Meißen aufzusuchen“, erklärt Dr. Peter Richter. Ihm ist bewusst, dass es für alle, die diesen Weg auf sich nehmen mussten, schwierig und bitter war, auch, weil der öffentliche Nahverkehr in die Städte nicht sehr gut angebunden ist.

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Mit vier weiteren Augenärzten hatte Richter die Gemeinschaftspraxis im MVZ im Juli 2013 eröffnet. Damals standen rund 200 Döbelner bis zu drei Stunden vor dem Ärztehaus Schlange, um einen Termin zu erhalten. Denn schon zu dieser Zeit war die Situation schwierig und die Region augenärztlich unterversorgt.

Ein eingespieltes Team

Ab 4. Januar 2021 entspannt sich die Lage wieder. Dann beginnen zwei neue Augenärztinnen ihren Dienst in der Praxis im MVZ. „Beide arbeiten Vollzeit“, so Peter Richter. Mit Mohamad Abdallah betreuen dann an fünf Tagen in der Woche drei Augenärzte die Patienten. Vier weitere Augenärzte aus Dresden und Meißen kommen zusätzlich jeweils einen Tag in der Woche nach Döbeln.

Elisabeth Oehmichen, eine der beiden Neuen, kommt aus Dresden. Die 33-Jährige hat gerade ihre Ausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde beendet und hat sich bereits in ihrer ersten Arbeitsstelle umgesehen. „Die Geräte in der Praxis sind sehr gut. Wir können hier ein breites Spektrum an Krankheitsbildern abdecken und uns Ärzten bleibt viel Gestaltungsspielraum“, ist die junge Mutter begeistert.

Bisher hat sie in der Augenklinik Friedrichstadt in Dresden praktische Erfahrung gesammelt. Die Oberärztin, die sie dabei unterstützt hat, ist Dr. Manuela Otten. Die 43 Jahre alte Radebeulerin ist die zweite Neue und hat Elisabeth Oehmichen sozusagen „überredet“, mit nach Döbeln zu kommen.

Mehr als 200 Döbelner haben im Jahr 2013 vor der neu eröffneten Augenarztpraxis an der Muldenstraße in Döbeln auf einen Termin gewartet. Jetzt werden wieder neue Patienten aufgenommen. Termine gibt es aber nur am Telefon.
Mehr als 200 Döbelner haben im Jahr 2013 vor der neu eröffneten Augenarztpraxis an der Muldenstraße in Döbeln auf einen Termin gewartet. Jetzt werden wieder neue Patienten aufgenommen. Termine gibt es aber nur am Telefon. © Archiv/Jens Hoyer

Bald Operationen möglich

„Manuela Otten ist eine voll ausgebildete Augen-Operateurin“, erklärt Peter Richter. Das macht eine weitere Veränderung in der Döbelner Praxis möglich. Bisher gab es im MVZ an der Muldestraße nur einen kleinen Eingriffsraum, in dem zum Beispiel spezielle Spritzen gesetzt werden konnten.

Künftig sollen in der Praxis auch Operationen am Grauen Star und anderen Augenkrankheiten möglich sein. „Das erspart den Patienten die Fahrt in die Augenkliniken nach Leipzig oder Dresden, für die die Krankenkassen keinen Transportschein ausstellen“, sagt Richter.

Damit die Operationen in der Praxis erfolgen können, muss dort umgebaut werden. „Dabei erhalten wir sehr viel Unterstützung von Dr. Ralf Lange vom Döbelner Klinikum und Gaby Zemmrich vom Immobilienservice. Ohne sie bräuchten wir gar nicht erst anzufangen. Das Vorhaben ist sehr komplex“, meint Peter Richter. Der Umbau soll bei laufendem Betrieb erfolgen und die Sprechstunden nicht eingeschränkt werden. Nur der Eingriffsraum stehe dann nicht zur Verfügung.

Gebraucht werden ein Operationsraum, ein Vorbereitungsraum, eine Patientenumkleide sowie eine Patienten- und eine Personalschleuse. Nicht nur die Räume müssen allen Hygieneregeln entsprechen, auch die Sterilisation der Operations-Instrumente unterliegt vielen Vorschriften.

Umbau bis zum Frühjahr 2021

Der Architekt des Döbelner Krankenhauses, das Betreiber des MVZ ist, erarbeitet derzeit die Planung. Damit all diese Räume im Bereich der bestehenden Praxis untergebracht werden können, werden bestehende in andere Etagen ausgelagert. Das betrifft den Sozialtrakt und den Umkleideraum für das Personal. „Auch der kleine Eingriffsraum entfällt“, erklärt Peter Richter.

Nach den derzeitigen Vorstellungen soll der Umbau im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen werden und der OP die Zulassung durch das Gesundheitsamt erhalten. Allerdings könne sich in Coronazeiten, auch noch einiges ändern. Das beginne bei einer möglichen Erkrankung von Handwerkern und ende bei der Kapazität des Gesundheitsamtes.

Peter Richter freut sich, dass er nach langem Suchen zwei Kolleginnen gefunden hat, die nach Döbeln kommen. „Das war eine spannende Zeit und sie wird es noch eine Weile bleiben“, meint er.

Terminvergabe

Termine für neue Patienten der Augenarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum an der Muldenstraße werden ausschließlich telefonisch vergeben.

Patienten, die persönlich in der Praxis vorsprechen, werden abgewiesen.

Die Vergabe von Terminen erfolgt am Montag, 21. Dezember, und Dienstag, 22. Dezember, jeweils in der Zeit von 8 bis 17 Uhr.

Die Nummer 03431 6081293 wird an diesen beiden Tagen auf mehrere Apparate geschaltet.

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