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Debatte um Mund-Nasen-Schutz im Ausschuss

Mit Empfehlung vom Innenministerium soll nun auch während der Sitzung ein Schutz getragen werden. Das wollen aber nicht alle Teilnehmer.

So lautet die Empfehlung des Sächsischen Staatsministerium des Inneren nun auch für die Durchführung von Sitzungen auf kommunaler Ebene.
So lautet die Empfehlung des Sächsischen Staatsministerium des Inneren nun auch für die Durchführung von Sitzungen auf kommunaler Ebene. © dpa

Mittelsachsen. Mit einer Debatte um den Mund-Nasen-Schutz hat die vergangene Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik des Landkreises begonnen. Zu dieser hatten sich 16 Kreisräte sowie Vertreter der Verwaltung und geladene Gäste im großen Beratungsraum des Landratsamtes an der Döbelner Außenstelle an der Straße des Friedens eingefunden. Geschätzt um die 40 Personen waren dabei in dem Raum zugegen.

Bis zur Einnahme des Platzes bestand für die Teilnehmer die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Am Platz angekommen durfte jener aufgrund der Mindestabstände abgenommen werden. Doch zu Beginn der Sitzung wies Landrat Matthias Damm (CDU) darauf hin, dass das Sächsische Staatsministerium des Inneren empfohlen habe, angesichts der aktuellen Infektionslage, auch während der Sitzung einen Schutz zu tragen. Das sorgte für Diskussionen unter den Kreisräten.

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Bei Corona-Fall: Quarantäne für alle

„Mir gefällt das auch nicht. Aber wenn unter uns jemand positiv getestet wird, dann gelten wir alle als Kontaktpersonen Kategorie Eins und müssen in Quarantäne“, äußerte sich der Landrat. Um die Ausschusssitzungen planmäßig durchzuführen, sowie auch den für den 3. Dezember geplanten Kreistag, bat Damm alle Anwesenden darum, ihre Masken aufzusetzen.

Daraufhin wurde von den Kreisräten zunächst nach der Zahl der aktuell Infizierten gefragt. Doch darauf konnte Damm keine Antwort geben. Denn diese Zahl werde konkret nicht erfasst. „Nur die positiven Testungen sind meldepflichtig. Es wird nicht erfasst, wenn jemand wieder gesund ist“, so Damm. Die Zahl der Genesenen lasse sich lediglich, ausgehend von einer 14-tägigen Krankheitsdauer, berechnen. „Wir haben täglich zwischen 80 und 100 Neuinfizierte. Pro Infiziertem sind im Schnitt 25 Kontakte nachzuverfolgen. Wir sind an der Grenze der Leistungsfähigkeit.“

AfD-Mitglieder lassen Maske weg

Gegen die Maske während der Sitzung wehrten sich die Mitglieder der AfD-Fraktion. Dirk Munzig wollte es im Fall der Fälle darauf ankommen lassen. „Dann fahren wir eben alles runter. Wir werden sehen, wie lange sich das hält“, meinte der Döbelner. Kreisrat Jens Uhlemann (AfD) wies zudem darauf hin, dass sich die Teilnehmer der Sitzung bereits bis zur Debatte eine Zeit lange ohne Mund-Nasen-Schutz in dem Raum aufgehalten hatten.

Thomas Firmenich (CDU), Bürgermeister von Frankenberg, konnte die Ansicht der AfD-Fraktion nicht verstehen. „Ich habe selbst elf Personen in meinem Bekanntenkreis, die schwer erkrankt sind. Ich wünsche das niemandem.“ Jeder sollte sich, so gut es gehe, schützen. Dieter Greysinger (SPD), Bürgermeister von Hainichen, war „nicht bereit, sich das Theater mit anzuhören.“ Er hätte die Sitzung verlassen, wenn keiner den Mund-Nasen-Schutz aufgesetzt hätte.

Mehrheit mit Maske

Schlussendlich einigten sich die Teilnehmer darauf, mehrheitlich die Bedeckung zu tragen. Auch die Redner durften darauf verzichten, um akustisch verständlich zu sein. Lediglich die Mitglieder der AfD-Fraktion verzichteten während der Sitzung auf die Masken.

Daraufhin vergrößerte Kreisrätin Dr. Jana Pinka ihren Abstand zu dem vor ihr sitzenden Jens Uhlemann und rückte einen Tisch weiter nach hinten. Jener war während der Sitzung freigeblieben.

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