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Mit Umsicht und Empathie zum Pflegeberuf

Die Arbeit in der Pflege ist kein einfacher Job. Für Chantal Böhme und Jette Herrmann ist es aber der Traumberuf.

Chantal Böhme (rechts) und Jette Herrmann sind zwei von drei Azubis, die derzeit in der Seniorenresidenz „Zur Schillerhöhe“ in Waldheim ihre Ausbildung zur Altenpflegerin beziehungsweise zur Pflegefachfrau absolvieren.
Chantal Böhme (rechts) und Jette Herrmann sind zwei von drei Azubis, die derzeit in der Seniorenresidenz „Zur Schillerhöhe“ in Waldheim ihre Ausbildung zur Altenpflegerin beziehungsweise zur Pflegefachfrau absolvieren. © Dietmar Thomas

Waldheim. Die beiden jungen Frauen absolvieren derzeit eine Ausbildung zur Altenpflegerin beziehungsweise zur Pflegefachfrau in der Alloheim-Seniorenresidenz „Zur Schillerhöhe“ in Waldheim.

Chantal Böhme und Jette Herrmann haben eins gemeinsam: Beide strebten eigentlich eine Erzieherausbildung an. Eine Voraussetzung dafür ist ein Abschluss zum Staatlich geprüften Sozialassistenten. Während dieser Ausbildung sind auch Praktika in Pflegeeinrichtungen vorgesehen. Für beide Frauen gaben diese den Ausschlag, sich umzuentscheiden. Sie sehen ihre berufliche Zukunft nun in der Pflege.

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Bei Chantal Böhme setzte während des Praktikums im Behinderten-Wohnheim der Lebenshilfe in Döbeln-Ost das Umdenken ein. „Ich habe meine Ausbildung zum Sozialassistenten erfolgreich abgeschlossen, den Wunsch Erzieher zu werden, hatte ich aber dann nicht mehr“, so die 20-Jährige. Stattdessen entschied sie sich für die Altenpflege und fand im neu eröffneten Pflegeheim in Waldheim eine Ausbildungsstelle.

Entscheidung für Pflegeberuf noch keine Sekunde bereut

Derzeit ist die Zschaitzerin im 2. Ausbildungsjahr und hat ihre Entscheidung noch keine Sekunde bereut. „Ich denke, dass es tatsächlich die Pflege ist, die mir besonders viel Freude macht. Im Erzieherberuf ist das ja dagegen nicht die Haupttätigkeit.“ Auch die Dankbarkeit, die die älteren Menschen ihr entgegenbringen, würde sie immer wieder bewegen. Die Ausbildung sei tatsächlich so, wie sie es sich vorgestellt habe. „Es ist anstrengend und manchmal auch stressig, aber es gibt täglich schöne Momente“, so die 20-Jährige.

Jette Herrmann (19) kann das komplett unterschreiben. In die Waldheimer Seniorenresidenz kam sie schon während ihres ersten Ausbildungsjahres zum Sozialassistenten als Praktikantin. „Mir ist sofort aufgefallen, wie umsichtig, verantwortungsbewusst und empathisch, sie mit den Bewohnern umgegangen ist“, sagt Residenzleiter Nico Schönfelder. Da habe er einfach reagieren müssen.

Er schlug der Harthaerin vor, zunächst als Pflegehelferin einzusteigen und im September mit der Ausbildung zur Pflegefachfrau zu beginnen. „Das habe ich dann auch so gemacht“, sagt die 19-Jährige, die inzwischen im ersten Ausbildungsjahr ist.

Unerwähnt lassen will Nico Schönfelder nicht, dass er auch mit der Arbeit der dritten Auszubildenden sehr zufrieden ist.

Ausbildungsbeginn noch in diesem Jahr möglich

Ab September möchte die Residenzleitung gerne weitere Pflegekräfte ausbilden. „Ich würde mich freuen, wenn wir für das kommende Ausbildungsjahr junge Leute dafür begeistern könnten, ihre berufliche Zukunft in der Pflege zu sehen. Dafür ist es noch nicht zu spät“, sagt Nico Schönfelder.

Coronabedingt hätten in diesem Jahr viele Schulabgänger noch keine Zusage für einen Ausbildungsplatz erhalten. „Teamplayer, die Freude am Umgang mit Menschen haben, sind in der Pflegebranche genau richtig und können noch in diesem Jahr bei uns ihre Ausbildung beginnen.“ Er unterstreicht, dass die beruflichen Perspektiven nach einer abgeschlossenen Pflegeausbildung sehr gut sind. „Überdies wird die Ausbildung inzwischen sehr gut bezahlt.“

Mit den Heimerer Schulen in Döbeln pflege die Alloheim-Gruppe schon seit Jahren eine gute Zusammenarbeit. Trotz Corona sind in der Pflegeeinrichtung auch derzeit Praktikanten gerngesehen, die sich für den Beruf interessieren.

Azubis bekommen einen Mentor zur Seite gestellt

Die Azubis in der Alloheim-Seniorenresidenz in Waldheim bekommen einen Mentor zur Seite gestellt. „Das ist jemand aus unserem Team mit sehr viel Berufserfahrung, der sich der Fragen der Azubis annimmt und ihnen Tipps gibt auch hinsichtlich der Prüfungsvorbereitung“, sagt Nico Schönfelder.

„In Watte packen wollen wir unsere Azubis aber nicht“, sagt Nico Schönfelder. Es würde nichts bringen, wenn sie nach drei Jahren Ausbildung im Beruf angekommen sind und ihnen dann die Anforderungen über den Kopf wachsen.

Die Pflegekräfte arbeiten im Waldheimer Alloheim an der Breitscheidstraße im Zwei-Schicht-System und mit sogenannten Dauernachtwachen. „Wir achten darauf, dass die Mitarbeiter Familie und Beruf vereinbaren können. Im Pflegeberuf arbeiten nun mal zu 90 Prozent Frauen“, so der Residenzleiter. Wenn er die Schichtpläne für seine Mitarbeiter erstellt, habe er daher oft auch die Einsatzpläne der Partner mit auf dem Tisch.

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