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Was in Döbeln besser läuft als in Freiberg

Die Muldestadt punktet mit der medizinischen Versorgung. Dafür gibt es in Döbeln ein größeres Problem mit Mobbing und Gewalt an Schulen.

In Sachen medizinischer Versorgung hat die Stadt Döbeln der Stadt Freiberg laut dem sächsischen Familienkompass einiges voraus.
In Sachen medizinischer Versorgung hat die Stadt Döbeln der Stadt Freiberg laut dem sächsischen Familienkompass einiges voraus. © Zentralbild

Mittelsachsen. Sicher, auch in Döbeln fehlt es an Fachärzten und oft ist es schwer, schnell einen Termin zu bekommen. Doch so gravierend wie die Situation in Freiberg ist die medizinische Versorgung in der Stadt offensichtlich noch nicht. Denn gerade in diesem Punkt schneidet die Bergstadt beim sächsischen Familienkompass 2020 besonders schlecht ab. 

Note 3,7 geben die Umfrageteilnehmer aus Freiberg ihrer Stadt für die Anzahl und Erreichbarkeit der Ärzte. In allen Punkten liegt die Bewertung dabei unter der durchschnittlichen Sächsischen. In Döbeln gibt es für dieses Thema wenigstens Note 3. Aber nicht nur Hausärzte fehlen in Freiberg, wie rund 64 Prozent der Befragten sagen, sondern auch und vor allem Kinderärzte, so die Ansicht von immerhin 75 Umfrageteilnehmern. 

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Zwar ist auch in den Döbelner Kinderarztpraxen immer viel los. Kritik an der Anzahl der Ärzte, derzeit praktizieren vier in Döbeln, gibt es aber nur von rund 36 Prozent. 39 Prozent sind zufrieden, der Rest sieht es neutral.Punkten kann Döbeln vor allem mit der Erreichbarkeit der Kinderärzte. Die  Praxen, in denen die Dr. Eckhardt Erdmann mit Susann Bley, Antje Wiederanders sowie Dr. Margit Richter praktizieren, liegen alle in der Stadt Döbeln. Die Eltern müssen entweder ins Stadtzentrum fahren, in die Nähe des Bahnhofes oder nach Döbeln Ost. Vor beiden Praxen gibt es Parkmöglichkeiten, auch wenn diese oft belegt sind.

Lösung für Freiberg in Sicht

Doch eine Lösung für die angespannte Lage in Freiberg ist in Sicht. Am Medizinischen Versorgungszentrum treten im November eine Kinderärztin sowie ein Hausarzt ihren Dienst an. „Viele Eltern waren bisher gezwungen, lange Fahrtwege in Kauf zu nehmen, um ihrem Kind den Besuch eines Kinderarztes zu ermöglichen – dies hat durch die Eröffnung einer weiteren Kinderarztpraxis in Freiberg nun ein Ende“, sagt Dr. Ulrike Träger von der Vereinigten Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen GmbH, dem Träger des MVZ sowie des Kreiskrankenhauses Freiberg.

Aber nicht nur im Bereich Gesundheit hat die Stadt Döbeln gegenüber Freiberg besser abgeschnitten, sondern auch in Sachen Wohnen. So sind nach Angaben der Umfrageteilnehmer in der Muldestadt die Kosten für die Wohnungen günstiger. Kritik an der Wohnungsvielfalt gibt es in beiden Städten, doch die Note in Döbeln ist trotzdem noch besser (3,17) als die für die Stadt Freiberg (3,42). Auffällig ist auch, dass mehr Döbelner (53 Prozent) finden, dass ihnen eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung steht, als dies in Freiberg der Fall ist (44 Prozent)

Döbelner zufriedener mit Kitas

In etwa gleich bewerten die Eltern in den Städten die Qualität der Kitas. Aber auch hier gibt es Bereiche, in den die Döbelner Einrichtungen besser abschneiden. So fühlen sich die Eltern in der Muldestadt gut informiert. Besser bewertet wird, auch im sachsensweiten Vergleich, die gesunde Ernährung in den Einrichtungen. Kritik gibt es in Freiberg an der Organisation in den Kitas. Die Note dafür liegt sogar unter dem Sachsenschnitt. In Döbeln sind hingegen 71 Prozent der Eltern damit zufrieden.

Doch der Eindruck soll nicht täuschen. In vielen Bereichen fällt die Bewertung für die Bergstadt besser aus als für Döbeln, so in den Punkten Arbeit, Betreuung, Familienpolitik, schulischen Rahmen- und Lehrbedingungen, Verkehr und Wohlbefinden. Doch in vielen Fällen sind die Abweichungen nur gering, wie beim Thema Verkehr. Die Lärm- und Verkehrsbelastung wird in beiden Städten ähnlich eingeschätzt. Zudem gibt es immer einzelne Punkte, in den doch die Stadt Döbeln besser abschneidet.

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So finden die Mittelsachsen unter anderem in Döbeln offenbar leichter einen Job als in Freiberg. Aufgefallen ist jedoch auch, dass mehr Eltern in Döbeln Mobbing und Gewalt an den Schulen wahrnehmen, als dies in Freiberg der Fall ist. Auch die Vielfalt des Ganztagsangebotes wird in Döbeln kritischer bewertet als in der Bergstadt.

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