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Döbeln: So geht der Mobilfunkausbau voran

Die Netzanbieter starten mit dem Ausbau des neuen 5G-Standards. Manche Unternehmen hinken in der Region Döbeln aber hinterher.

So sehen die neuen Maste aus, die über 5G-Technik verfügen. Ähnliche gibt es bereits in der Landeshauptstadt Dresden. Bald kommen sie in die Region Döbeln.
So sehen die neuen Maste aus, die über 5G-Technik verfügen. Ähnliche gibt es bereits in der Landeshauptstadt Dresden. Bald kommen sie in die Region Döbeln. © Matthias Rietschel

Region Döbeln. Vodafone, Telekom und Telefonica Deutschland sind die drei Anbieter in Sachen Mobilfunk, auch in der Region Döbeln. Nicht überall ist hier das Netz auf dem neusten Stand. Doch die Anbieter sind dran. Auch in Sachen 5G wird die bestehende Technik nun erweitert. Sächsische.de gibt den Überblick, wer in diesem Jahr in welche Bereiche investiert.

Vodafone plant Mobilfunkstandort in Großweitzschen

Exakt 134 Mobilfunkmasten betreibt Vodafone in Mittelsachsen. Ziel ist es, diese alle mit der Technik für 5G auszustatten, so Volker Petendorf, Sprecher von Vodafone. Angebracht sind die Stationen unter anderem an Masten, Aussichts- sowie Kirchtürmen sowie auf Dächern von Rat- und Wohnhäusern und Bürogebäuden.

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„Aus netztechnischer Sicht ist 5G kein komplett neues Netz“, betont Petendorf. Vielmehr sei es eine Erweiterung, ein „add on“, zum bereits bestehenden 4G-Netz. Die Aufwertung geschehe Station für Station im Laufe der nächsten Jahre.

Die ersten beiden 5G-Stationen von Vodafone, die bereits in Betrieb gegangen sind, befinden sich in Eppendorf sowie in Oederan. Bis Mitte 2021 sollen 17 weitere Stationen mit der neuen Technik versehen werden.

Geplant sind die Erweiterungen unter anderem in Roßwein, Leisnig, Zschaitz-Ottewig sowie Döbeln. An den verbleibenden 115 Standorten im Landkreis soll die Umrüstung ab Sommer 2021 beginnen. „Der genaue Fahrplan hierfür steht noch nicht fest“, so der Vodafone-Sprecher.

Fast 96 Prozent der Bevölkerung im Landkreis könne hingegen bereits mit der 4G-Technik versorgt werden, informiert Petendorf. 129 der 134 Mobilfunkationen im Landkreis seien mit Antennen für LTE ausgestattet. Bis Mitte 2021 sollen elf LTE-Standorte im Landkreis erweitert werden. In der Region betrifft dies die Station in Roßwein. Dadurch würden sowohl die Kapazitäten als auch die Geschwindigkeit in dem Bereich steigen.

Zudem sind zwei neue Mobilfunkstandorte geplant: in Großweitzschen sowie Dorfchemnitz. Sie sollen sowohl mit LTE als auch mit 5G-Technik ausgestattet werden. Wann genau die Anlagen in Betrieb gehen, ist noch unklar. Petendorf spricht diesbezüglich von einer mittelfristigen Entstehung.

Fast 40 Stationen der Telekom mit 5G-Technik ausgerüstet

Die Deutsche Telekom betreibt derzeit im Landkreis Mittelsachsen bereits 38 Standorte mit der neusten Mobilfunktechnologie. Versorgt werden unter anderem Funkmasten in Ostrau, Roßwein, Striegistal, Döbeln, Geringswalde und Leisnig.

Die ersten 5G-Signale im Landkreis wurden im Juni 2020 gesendet. Probleme habe es bisher keine gegeben, sagte Stefanie Halle, Sprecherin der Deutschen Telekom AG. Weitere Umrüstungen seien in Vorbereitung. Konkreter wird die Sprecherin allerdings nicht.

Symbolbild: 5G ist die Zukunft im Mobilfunk-Netz. Die Anbieter bauen nun den Standard aus.
Symbolbild: 5G ist die Zukunft im Mobilfunk-Netz. Die Anbieter bauen nun den Standard aus. © imago

Im Internet stellt das Unternehmen eine Karte zur Verfügung, die Auskunft über den Netzausbau gibt. Aus dieser ist ersichtlich, dass zum Beispiel in Waldheim und Umgebung derzeit noch kein 5G zur Verfügung steht. Ebenso im Bereich Hartha sowie Großweitzschen.

Nachgerüstet werde zeitnah in Sachen LTE beziehungsweise 4G. „In der Stadt Döbeln und in den Ortsteilen sind derzeit vier Standorte in Betrieb, ein Neubau ist in Mochau geplant. Wir versorgen über 99 Prozent der Bevölkerung mit Mobilfunk“, informierte die Sprecherin. Doch die Kapazitäten sollen an sieben Standorten noch erweitert werden. Für 2021 sind entsprechende Aufrüstungen in der Region unter anderem in Döbeln sowie Hartha geplant.

Telefonica startet mit dem 5G-Ausbau in großen Städten

Die Nutzer des Netzes von O2 müssen noch eine Weile auf den neuesten Mobilfunkstandard 5G warten. Denn Telefonica Deutschland hat im vergangenen Jahr zunächst mit dem Aufbau des Netzes in den fünf größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt begonnen. Das Netz wurde bislang auf insgesamt 15 Städte erweitert.

„Unser 5G-Ausbau wird 2021 richtig in Schwung kommen, sodass wir immer mehr Städte und auch ländliche Regionen mit 5G über unser O2-Netz versorgen“, sagt Klaus Schulze-Löwenberg, Sprecher von Telefonica Deutschland.

Bis Ende 2021 sollen 30 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgt, bis 2025 zudem ein flächendeckendes Netz bereitgestellt werden. „Ich kann Ihnen aber leider heute noch kein konkretes Datum für den 5G-Ausbau im Bereich Döbeln nennen“, so der Sprecher weiter.

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In Sachen 4G, dem Vorläufer der neuesten Mobilfunktechnik, könne das Unternehmen inzwischen rund 98 Prozent der Haushalte Sachsens versorgen. Voraussetzung dafür war, dass 2020 620 neue 4G-Sender in Betrieb genommen worden sind, an fast 75 Prozent der Standorte stand bisher noch kein 4G zur Verfügung.

Im Landkreis Mittelsachsen seien dabei 71 derartige Anlagen in Betrieb genommen worden, unter anderem in Döbeln, Waldheim, Hartha, Ostrau, Leisnig sowie Roßwein.

Von 1G bis 5G: Die Geschichte der Mobilfunktechnik

1G:

Damit wird das erste flächendeckende Mobilfunknetz bezeichnet, das es ab 1958 in Deutschland gibt. Bei 1G wurde noch analoge Technik verwendet. Datenübertragungen waren gar nicht möglich.

2G/GMS:

1991 wurde mit dem Aufbau des GSM-Netzes in Deutschland begonnen. Diese zweite Mobilfunkgeneration markiert den Wechsel in die digitale Datenübertragung. Das Netz ermöglicht Geschwindigkeiten von 0,25 Mbit/s.

3G/UMTS:

Das „Universal Mobile Telecommunications System“ ist die dritte Mobilfunk-Generation. Es ermöglicht maximal 42 Mbit/s und soll ab Sommer 2021 abgeschaltet werden.

4G/LTE:

LTE ist die Abkürzung für „Long Term Evolution“ und wird auch als 4G bezeichnet. Gemeint ist damit ein weltweiter Standard für den Mobilfunk. Es ist bereits die vierte Generation dessen und ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).

5G:

Die fünfte Generation des Mobilfunks soll einmal bis zu 10.000 Mbit/s ermöglichen, anfangs sind laut Telekom bis zu 1.000 Mbit/s möglich.

Quelle: 1und1, Telekom

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