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Nach 66 Jahren etwas Neues

Die Ortswehren in Rittmitz und Schrebitz haben jetzt neue Fahrzeuge. Die sind für allerlei Notfälle ausgerüstet.

Die beiden Ostrauer Ortsfeuerwehren Rittmitz und Schrebitz sind mit neuen Tragkraftspritzenfahrzeugen mit Wasser (TSF-W) ausgestattet worden.
Die beiden Ostrauer Ortsfeuerwehren Rittmitz und Schrebitz sind mit neuen Tragkraftspritzenfahrzeugen mit Wasser (TSF-W) ausgestattet worden. © Dietmar Thomas

Ostrau. Die Kameraden strahlen genauso wie die blank gewienerten nagelneuen Feuerwehrautos.

Die Ostrauer Ortswehren Rittmitz und Schrebitz dürfen nun jeweils mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) zu ihren Einsätzen ausrücken. Während sich die Rittmitzer bereits vor zwei Wochen darüber freuen durften, wurde das Fahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Schrebitz in der vergangenen Woche bei der Firma Ziegler in Mühlau abgeholt.

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Nachdem beide TSF-W mit den Wappen der jeweiligen Ortswehr beklebt wurden, konnten sie auch ordentlich präsentiert werden. „Es ist seit 66 Jahren das erste Mal, dass unsere Ortswehr mit einem völlig neuen Fahrzeug ausgestattet wurde“, sagte Heiko Ramm, Ortswehrleiter in Schrebitz. Sonst seien die „neuen“ Fahrzeuge immer schon anderswo in Gebrauch gewesen.

Reichlich 340.000 Euro für zwei Fahrzeuge

Für die beiden Fahrzeuge sind insgesamt knapp 342.000 Euro ausgegeben worden, sagte Ostraus Hauptamtsleiterin Antje Zornik. Das Rittmitzer Feuerwehrauto war dabei etwa 4.700 Euro günstiger. „Das liegt an der unterschiedlichen Bestückung mit Ausrüstungsgegenständen“, erklärte Zornik. Über Bund, Land und das Programm VwV Invest konnte die Gemeinde Ostrau auf 279.000 Euro Fördergeld zurückgreifen, der Eigenanteil beträgt 63.400 Euro.

Bei der Beschaffung der Fahrzeuge hat sich Ostrau mit der Gemeinde Eppendorf sowie der Stadt Großschirma zusammengetan, um eine Sammelbestellung von insgesamt fünf Fahrzeugen auslösen zu können. Das brachte zwar nicht den erhofften Rabatt, jedoch verbesserten sich dadurch die Förderbedingungen.

Wassertank mit 800 Litern

Die Fahrzeuge besitzen einen eigenen Löschwassertank mit einem Inhalt von 800 Litern. Es sei bekannt, wie es um die Löschwasserversorgung in der Gemeinde bestellt sei, sagte Ingo Gruß. Er arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Chemnitz, ist aber auch in der Schrebitzer Ortswehr aktiv. Oft seien die Wasserentnahmestellen ausgetrocknet oder die Wege dorthin sehr weit.

Die beiden Fahrzeuge sind baugleich. „Es wäre also durchaus möglich, dass ein Schrebitzer Kamerad das Rittmitzer Auto fährt und umgedreht“, sagte Heiko Gruß.

Die beiden Tragkraftspritzenfahrzeuge können nicht nur mit ihrem Wassertank punkten. Sie haben ebenso einen Lichtmast, der sich beliebig schwenken lässt und so auch bei Nachteinsätzen genügend Ausleuchtung bietet. Jedes der Autos ist für eine Staffel ausgelegt, das heißt, sechs Feuerwehrleute finden darin Platz. „Allerdings haben wir die Ausrüstung für eine Gruppe, das sind neun Mann, an Bord“, erklärte Ingo Gruß.

Fahrzeugbestand verjüngt

Und die Ausrüstung hat es in sich. Beleuchtungs- und Notstromaggregat gehören ebenso dazu wie eine Pumpeneinrichtung, eine Kettensäge, diverse Werkzeuge und Speziallöschmittel.

Der Fahrzeugbestand der vier Ortswehren in Ostrau, Noschkowitz, Rittmitz und Schrebitz ist in kurzer Zeit deutlich verjüngt worden, hatte Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) gesagt. Er kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen ihre Preise nach bekannt werden der Erhöhung des Fördergeldes sofort angezogen haben. „Die Preise sind extrem gestiegen“, so Schilling. Die Extraförderung bei der Bestellung von mehreren Fahrzeugen, die wir noch nutzen konnten, gibt es nicht mehr.“

Fahrzeug bei Auktion ersteigert

Im November 2018 erhielt die Ostrauer Wehr einen gebrauchten, aber modernisierten Mannschaftstransportwagen. Das war mit finanzieller Unterstützung des Feuerwehrfördervereins möglich. Das gebrauchte Ostrauer Auto tauschten die Noschkowitzer Kameraden gegen ihren B 1000. Im Oktober vor einem Jahr wurde das Löschtankfahrzeug 4.000 an die Ostrauer Kameraden übergeben und gegen den Tanker getauscht, der nun in Noschkowitz seinen Dienst tut.

Im März diesen Jahres ersteigerte die Gemeinde ein TLF 24/50 für die Schrebitzer Wehr, deren 30 Jahre altes Auto nun ausgemustert wurde. Nun im Dezember stehen die neuen Fahrzeuge für Schrebitz und Rittmitz in den Gerätehäusern.

Zuwachs fürs Ehrenamt

Auch in den Feuerlöschteich in Auerschütz hat die Gemeinde viel Geld investiert. Der hatte lange trocken gelegen. Der Teich wurde bisher durch Quellwasser und einen Brunnen gespeist. Doch in letzter Zeit sank der Wasserspiegel und es wurde kein Wasser nachgepumpt. Es war nicht einfach, eine Firma für die Reparatur zu finden, doch jetzt funktioniert alles wieder.

Die gute Ausstattung für die Feuerwehr begeisterte auch junge Leute für das Ehrenamt. Sieben neue Kameraden begannen in den Wehren Ostrau und Rittmitz in diesem Jahr ihren Dienst. (mit je)

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