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Berbersdorf: Viele Fragen nach Strohbrand

Noch tagelang musste das Stroh umgestapelt werden, um es endgültig zu löschen. Jetzt gibt es noch ein weiteres Problem.

Riesige Mengen Stroh liegen nach dem Brand auf einer Fläche vor der Halle der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg in Berbersdorf.
Riesige Mengen Stroh liegen nach dem Brand auf einer Fläche vor der Halle der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg in Berbersdorf. © Lars Halbauer

Striegistal. Rund 2.500 Strohballen sind bei dem Brand des Strohlagers in Berbersdorf am 10. September vernichtet worden. Noch bis Anfang der Woche waren immer wieder kleinere Glutnester entstanden, die gelöscht werden mussten. „Ich gehe davon aus, dass das Feuer nun vollständig aus ist“, sagte Marcus Glitz,  Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg, der das Strohlager in Berbersdorf gehört.

Obwohl die Brandursachenermittler der Polizei, wie berichtet, von einer Selbstentzündung ausgehen, hat Marcus Glitz nach wie vor daran große Zweifel. „Es kann nur Brandstiftung gewesen sein“, sagte er jetzt auf nochmalige Anfrage. 

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Selbst entzünden könne sich Stroh nur, wenn es feucht gelagert worden ist. „Das Stroh war aber auf jeden Fall trocken“, sagte Glitz. Es sei bereits vor fünf Wochen während der langen Trockenperiode in Berbersdorf eingelagert worden. Überdies sei es gehäckselt und aufbereitet gewesen.

Selbstentzündung oder Brandstiftung?

Außerdem sei der Brand nach seinen Erkenntnissen vom hinteren Bereich des Lagers ausgegangen. „Dort haben Ballen noch aus den Vorjahren gelegen. Die waren ebenfalls zu 100 Prozent trocken“, so Glitz.

Derzeit liegt das verbrannte Stroh noch auf einem benachbarten Feld, auf das es die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Mitarbeiter der Agrargenossenschaft nach dem Brand gebracht haben. Es ist nicht mehr zu gebrauchen und muss entsorgt werden.

In der Nacht auf den 11. September kam es zu einem Großeinsatz der Einsatzkräfte in Berbersdorf.
In der Nacht auf den 11. September kam es zu einem Großeinsatz der Einsatzkräfte in Berbersdorf. © Erik-Holm Langhof

„Das sieht nicht schön aus“, so Glitz. Im Moment kann jedoch mit der Entsorgung noch nicht begonnen werden.

Obwohl das Stroh selbst nicht versichert ist und die Agrargenossenschaft auf dem Schaden sitzenbleiben wird, müsse auf die Freigabe durch die Versicherung gewartet werden.

Kunststoffgarn ist größtes Problem

„Unser größtes Problem ist aber das Kunststoffgarn, mit dem die Ballen zusammengeschnürt waren. Die Reste davon befinden sich nun unter dem verbrannten Stroh“, so der Vorstandsvorsitzende. 

Um eine umweltgerechte Entsorgung zu gewährleisten, müssen sie aussortiert werden. „Notfalls per Hand, denn der Kunststoff verrottet nicht“, so Glitz. Die Kosten, die dafür entstehen, könne er noch gar nicht abschätzen. Am Tag nach dem Brand hatte er zunächst von einem Schaden in Höhe von rund 100.000 Euro gesprochen.

Eigentlich sollte das Stroh in dem Lager bleiben und über den Winter für die Jungtiere des in der Nähe befindlichen Rinderstalls genutzt werden. Es sei der gesamte Vorrat für die Anlage gewesen, sagte Glitz.

Am Hauptsitz der Genossenschaft in Grünlichtenberg sei noch Stroh eingelagert. Voraussichtlich bis zum Frühjahr werde er damit auch die Tiere in Berbersdorf versorgen können. Doch danach müsse er Stroh zukaufen. Woher, das ist noch unklar. Denn Stroh sei in diesem Jahr rar.

Zweiter Brand innerhalb von drei Jahren

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Vor knapp drei Jahren stand schon einmal ein Strohlager der Agrargenossenschaft in Flammen, damals nahe der Milchviehanlage in Grünlichtenberg. Auch damals ist von Brandstiftung ausgegangen worden.

Der Schaden im Juli 2017 wurde auf rund 10.000 Euro geschätzt, und war damit deutlich geringer als bei dem aktuellen Vorfall. Ein Verursacher sei damals nicht ermittelt worden.

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