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Brand in Döbelner Seniorenwohnhaus

Im Keller war an zwei Stellen Feuer ausgebrochen. Die Bewohner wurden per Drehleiter in Sicherheit gebracht.

Feuerwehrleute holten die Menschen mit Masken aus dem Haus, die vor den giftigen Dämpfen schützen.
Feuerwehrleute holten die Menschen mit Masken aus dem Haus, die vor den giftigen Dämpfen schützen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Ein Brand in einem Keller in Döbeln Nord hat am Donnerstag einen Großeinsatz der Feuerwehren, des Roten Kreuzes und der Johanniter ausgelöst. Kurz nach 12 Uhr ging der Alarm bei der Döbelner Feuerwehr ein. 

Aus den Kellerfenstern im Haus Doblinaweg 4 drang Qualm. Es ist kein gewöhnliches Haus, sondern eines mit barrierefreien Wohnungen, das vor allem von älteren und körperlich behinderten Menschen bewohnt wird.

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Viele der Mieter waren in ihren Wohnungen. Noch bevor die Feuerwehr ans Löschen ging, begann sie das Haus zu evakuieren. „Sonst hätten wir noch mehr Rauch ins Treppenhaus bekommen“, sagte Einsatzleiter Thomas Harnisch. In einigen Wohnungen im Untergeschoss war der Rauch schon über Leitungskanäle eingedrungen.

Über die Roßweiner sowie Döbelner Drehleiter werden die Bewohner evakuiert. 
Über die Roßweiner sowie Döbelner Drehleiter werden die Bewohner evakuiert.  © Dietmar Thomas
Die Einsatzkräfte bekämpfen die Brandursache im Keller des Hauses. 
Die Einsatzkräfte bekämpfen die Brandursache im Keller des Hauses.  © Dietmar Thomas
Für den Einsatz werden eine Menge Geräteträger benötigt, die unter Atemschutz arbeiten können.
Für den Einsatz werden eine Menge Geräteträger benötigt, die unter Atemschutz arbeiten können. © Dietmar Thomas
Ein Feuerwehrmann hebelt die Abdeckung eines Kellerfensters auf.
Ein Feuerwehrmann hebelt die Abdeckung eines Kellerfensters auf. © Dietmar Thomas

Mit der Drehleiter vom Balkon

 Mit der Drehleiter begann die Feuerwehr, die Menschen von ihren Balkonen in Sicherheit zu bringen. Eine Bewohnerin, die zu den Feuerwehrleuten in den Korb der Drehleiter stieg, war 96 Jahre alt. Ein anderer älterer Mieter war beinamputiert und kam nur mit massiver Unterstützung in und aus dem Korb. 

Eine ältere Frau mit gesundheitlichen Problemen wurde mit der Trage von der Drehleiter in Sicherheit gebracht. Marion Sommerfeldt und ihr Bruder wurden aus einer Wohnung in der vierten Etage geholt. „Mein Bruder zieht gerade ein. Wir haben auf den Möbelwagen gewartet. Gegen Mittag haben wir den Rauch bemerkt“, erzählte sie.

Zur gleichen Zeit brachten Trupps der Feuerwehr Bewohner mit sogenannten Fluchthauben übers Treppenhaus ins Freie. Die Schutzhauben aus beschichteten Gewebe verhindern, dass die Geretteten giftige Rauchgase einatmen. Einige der älteren Leute wurden gleich an den Rettungsdienst übergeben, der schnell vor Ort war.


23 Personen gerettet

Nach Angaben der Polizei wurden 23 Personen von der Feuerwehr aus dem Haus geholt. Drei Bewohner mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht und eine Person ambulant behandelt werden.

Mike Mittmann koordinierte als Organisatorischer Leiter des DRK den Rettungseinsatz und die Betreuung der Bewohner. Das Rote Kreuz war mit dem regulären Rettungsdienst und den Schnelleinsatzgruppen Döbeln und Hainichen im Einsatz. Die Johanniter Leisnig mit dem Betreuungszug. Dafür rollten insgesamt 13 Fahrzeuge an.

Die Döbelner Feuerwehr bekam schnell Verstärkung durch die Feuerwehr Roßwein, die mit der Drehleiter anrückte und später auch mit sogenannten Geräteträgern unterstützte, da die Feuerwehrleute sich im Gebäude nur mit Atemschutz bewegen konnten und regelmäßig ausgewechselt werden mussten. Auch die Feuerwehren Ebersbach, Lüttewitz, Beicha und Ostrau waren im Einsatz. Später wurde auch noch die Feuerwehr Gleisberg dazugerufen. 

Es brannte an zwei Stellen

Auf der Wiese neben dem Haus stapelten sich die leeren Druckluftflaschen. Gegen 14.30 Uhr waren schon 45 Feuerwehrleute mit zwölf Fahrzeugen im Einsatz gewesen, so Einsatzleiter Harnisch. Die zusätzlichen Einsatzkräfte seien vor allem vonnöten, um unter Atemschutz die Keller zu beräumen.

Wie Harnisch sagte, war das Feuer im Keller an zwei Stellen gleichzeitig ausgebrochen. Die Brandursachenermittler der Polizei untersuchten noch am Nachmittag die Brandstätte. Ein Ergebnis lag am Donnerstag nicht vor.

Neben der Feuerwehr aus Döbeln sind auch die Wehren aus Roßwein, Ebersbach, Limmritz, Beicha, Ostrau und Gleisberg im Einsatz. 
Neben der Feuerwehr aus Döbeln sind auch die Wehren aus Roßwein, Ebersbach, Limmritz, Beicha, Ostrau und Gleisberg im Einsatz.  © Dietmar Thomas
Mit zwei Drehleitern werden die Bewohner aus dem Haus evakuiert. 
Mit zwei Drehleitern werden die Bewohner aus dem Haus evakuiert.  © Dietmar Thomas
Neben der Döbelner ist auch die Roßweiner Drehleiter im Einsatz. 
Neben der Döbelner ist auch die Roßweiner Drehleiter im Einsatz.  © Dietmar Thomas
Viele der Bewohner sind auf den Rollstuhl oder Rollator angewiesen. 
Viele der Bewohner sind auf den Rollstuhl oder Rollator angewiesen.  © Dietmar Thomas
Der Rauch zieht jedoch durch das ganze Hause. 
Der Rauch zieht jedoch durch das ganze Hause.  © Dietmar Thomas
Über Schächte innerhalb des Gebäudes ist der Rauch auch in einige Wohnungen eingedrungen. 
Über Schächte innerhalb des Gebäudes ist der Rauch auch in einige Wohnungen eingedrungen.  © Dietmar Thomas
Eine Bewohnerin hat gesundheitliche Probleme und wird nach ihrer Rettung vom Balkon vom Rettungsdienst in Empfang genommen.
Eine Bewohnerin hat gesundheitliche Probleme und wird nach ihrer Rettung vom Balkon vom Rettungsdienst in Empfang genommen. © Dietmar Thomas

Mitarbeiter der TAG Wohnen, der das Haus gehört, des Döbelner Ordnungsamtes und Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser waren vor Ort, um die Unterbringung der Bewohner zu organisieren. Nachdem diese einige Zeit auf Stühlen auf einem Parkplatz in der Nähe zugebracht hatten, wurden sie vom Roten Kreuz mit Fahrzeugen in die nahe Sporthalle des Schulzentrums gebracht. 

Dort organisierte die TAG die Versorgung. Im Eingangsbereich wurden Bänke ausgestellt. Die Mitarbeiter der Wohnungsgesellschaft schmierten Brötchen und brachten Getränke. Der Betreuungszug der Johanniter stellte im Mehrzweckraum der Halle Liegen auf.

Bewohner können nicht zurück

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In ihre Wohnungen konnten die Mieter am Donnerstag nicht wieder zurück. Es gibt für die mehr als 40 Wohnungen kein Wasser und kein Strom, sagte Ronny Schäfer von der TAG Wohnen. Ein Teil der Bewohner kam bei Verwandten unter. Acht wurden anderweitig untergebracht – in Gästewohnungen der TAG und der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt. Vorsorglich seien auch vier Zimmer im Hotel Döbelner Hof reserviert worden, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser.Auch das Nachbarhaus war ohne Wasser und Strom, doch dafür sollte eine Notversorgung eingerichtet werden.

Kräfte des Roten Kreuzes  bringen die betroffenen Bewohner in die neue Turnhalle Döbeln-Nord. 
Kräfte des Roten Kreuzes  bringen die betroffenen Bewohner in die neue Turnhalle Döbeln-Nord.  © Dietmar Thomas
In der Turnhalle wurden Feldbetten aufgestellt. 
In der Turnhalle wurden Feldbetten aufgestellt.  © Dietmar Thomas
Oberbürgermeister Sven Liebhauser spricht zu den geretteten Bewohnern, die auf einem Parkplatz neben dem Haus warten.
Oberbürgermeister Sven Liebhauser spricht zu den geretteten Bewohnern, die auf einem Parkplatz neben dem Haus warten. © Dietmar Thomas
Die Johanniter haben die Betreuung abgesichert.
Die Johanniter haben die Betreuung abgesichert. © Jens Hoyer

Dieser Text wurde um 19 Uhr aktualisiert.

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