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So läuft die Notbetreuung in der Region Döbeln

Vor Weihnachten sinkt die Zahl der Kinder in den Einrichtungen. Die meisten werden in Waldheim betreut.

Die Kinder, die jetzt in Kita oder Hort müssen, genießen die Zeit, sagt die Kita-Chefin aus Ostrau. Schließlich könnten die Erzieher bei den geringen Kinderzahlen individueller auf den Nachwuchs eingehen.
Die Kinder, die jetzt in Kita oder Hort müssen, genießen die Zeit, sagt die Kita-Chefin aus Ostrau. Schließlich könnten die Erzieher bei den geringen Kinderzahlen individueller auf den Nachwuchs eingehen. © dpa

Region Döbeln. Eltern, die zum Beispiel in Pflege- oder medizinischen Einrichtungen tätig sind, sind derzeit unverzichtbar für ihren Arbeitgeber. Umso wichtiger ist es, dass deren Kinder bei Bedarf betreut werden. Mütter und Väter, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, dürfen die Notbetreuung in den Kitas und Horten der Region in Anspruch nehmen. Dort waren nach Angaben der Kommunen in der vergangenen Woche zwischen sieben und 24 Prozent der sonst üblichen Kinder auch anzutreffen.

Die Mädchen und Jungen, die jetzt in Krippe, Kita oder Hort sind, würden die Zeit dort besonders genießen, sagt Andrea Winkler, Chefin der Kita „Jahnataler Wiesenstrolche“ in Ostrau. Denn die Erzieher haben aufgrund der geringen Kinderzahlen die Möglichkeit, sich individuell mit dem Nachwuchs zu beschäftigen. „Wir singen viel und spielen, und reden auch mit den Kindern über die besondere Situation“, so Winkler.

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Ihren Angaben nach waren in der vergangenen Woche elf Kinder in Kiebitz, 20 im Hort sowie 25 in der Ostrauer Kita, davon neun in der Krippe. Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) meldete am Mittwoch 33 Kinder, acht in der Krippe, 18 im Kindergarten und sieben im Hort. Jene Zahl entspreche in etwa denen des Frühjahres.

Eltern lassen Kinder lieber zu Hause

Angemeldet worden seien 46 Kinder, elf davon in der Krippe, 22 im Kindergarten, 13 im Hort. „Viele Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, wollen ihre Kinder zumindest bis Weihnachten zu Hause betreuen, damit sie im Fall der Fälle Weihnachten nicht in Quarantäne sind“, sagte Kita-Chefin Winkler.

Normalerweise werden in den Einrichtungen der Kommunen insgesamt 263 Mädchen und Jungen betreut, 44 in der Krippe, 106 im Kindergarten sowie 113 im Hort. Damit nutzen knapp zwölf Prozent der Ostrauer Kinder die Möglichkeit der Notbetreuung.

Auf einem regelmäßigen Corona-Test für Erzieher bestehen die knapp 33 Kolleginnen und Kollegen im Team von Andrea Winkler nicht. Auch wenn sie es ungerecht findet, dass es diese Testoption für ihren Beruf nicht, wohl aber für die Lehrer gibt. „Wir sind, vor allem in der Krippe, viel näher an den Kindern dran, beim Windeln, beim Essen reichen“, begründet Winkler.

Anteil sinkt in Döbeln von zwölf auf sieben Prozent

Ähnlich wie in der Gemeinde Ostrau war in der vergangenen Woche auch die Situation in der Stadt Döbeln. Auch dort wurden zwischen zehn und zwölf Prozent der zu betreuenden Kinder in den Einrichtungen aufgenommen, wie Stadtsprecher Thomas Mettcher mitteilte. Für den 15. Dezember wurden der Stadtverwaltung 129 Kinder gemeldet. Jene Zahl sei jedoch noch nicht repräsentativ, äußerte sich Mettcher am zweiten Tag der Notbetreuung.

Am 21. Dezember sei die Zahl auf knapp sieben Prozent gesunken. Auch sei die Angabe nicht mit der Zahl aus dem Frühjahr zu vergleichen. „Zu Beginn der Notbetreuung im Frühjahr bestand eine Übergangszeit. Danach waren die Kriterien für Notbetreuung zuerst relativ streng und wurden später dann deutlich gelockert“, begründete er.

Viele Waldheimer Kinder in Kitas

Im Vergleich besonders viele Kinder befanden sich in der Stadt Waldheim in den Kitas und dem Hort. Nach Angaben von Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) nahmen 96 Kinder von sonst 395 Mädchen und Jungen die Notbetreuung in Anspruch. Das entspricht rund 24 Prozent. „Die Umsetzung der Schließung beziehungsweise Notbetreuung in den Kindertageseinrichtungen erfolgte ohne große Probleme“, sagte Ernst.

Der Bürgermeister kritisiert jedoch die Zeit vor der Schließung der Einrichtungen. „Die Kurzfristigkeit der Bekanntgabe der Festlegungen und deren Umsetzung und Weitergabe an die Eltern verursachte Aufwand und Stress für alle, für Eltern, Kinder und Erzieher.“ Dennoch hätte die Mehrzahl der Eltern die aktuelle Situation vernünftig, ruhig und sachlich aufgenommen. Unsicherheit bestehe nun jedoch darüber, wie es ab Januar weitergeht.

Um das Personal optimal einsetzen zu können, sei der Betreuungsbedarf im Vorfeld bei den Eltern abgefragt worden. Die Einrichtungen haben in der Regel zwischen 6.30 Uhr beziehungsweise 7 Uhr und 16 Uhr geöffnet. „Es sollen kleine Gruppen mit fest zugeordnetem Personal gebildet werden, so dass mehr Personal benötigt wird“, informierte Ernst.

Wenige Kinder in Leisnigs städtischen Kitas

Nur knapp sieben Prozent der zu betreuenden Kinder aus dem Raum Leisnig haben in der vergangenen Woche die Notbetreuung in Anspruch genommen, wie Hauptamtsleiterin Silvia Diesmann informierte. Insgesamt werden dort normalerweise 237 Kinder in den vier Einrichtungen in Altenhof, Börtewitz, Polkenberg und Sitten betreut, 25 Mädchen und Jungen waren für die Notbetreuung angemeldet worden, 17 waren in den Kitas erschienen. Angaben zu den beiden Leisniger Kitas des Sozialverbandes VdK machte Diesmann nicht.

Corona-Fall in Roßweiner Kita

Eine konkrete Zahl, wie viele Roßweiner Mädchen und Jungen derzeit noch die Kindereinrichtungen besuchen, lag Hauptamtsleiterin Manuela Neubert am Montag nicht vor. In Bezug auf die Hortkinder schätze sie auf knapp zehn Prozent der üblichen, zu betreuenden Kinder. Die Zahl derjenigen, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen können, ähnelte jener aus dem Frühjahr, sagte Neubert. „Aber aktuell nehmen dies nicht so viele in Anspruch. Viele haben es sich vor Weihnachten anders eingerichtet.“

Neubert bestätigte zudem, dass es in der Kita „Bussi Bär“ in der vergangenen Woche einen Corona-Fall gegeben hatte. Ein Kind war am Donnerstag, 17. Dezember, positiv auf das Virus getestet worden. Weil das Kind noch am Montag in der Einrichtung gewesen war, ist die Gruppe mit insgesamt fünf Kindern und zwei Erziehern in Quarantäne geschickt worden. Aufgrund der strikten Trennung der Gruppen in der Einrichtung konnte die Notbetreuung allerdings aufrechterhalten werden. Drei weitere Gruppen wurden in der vergangenen Woche in der Kita betreut.

Fast 60 Kinder in Harthas Kitas

Im Bereich Hartha haben die Eltern von insgesamt 56 Kindern die Notbetreuung für ihren Nachwuchs angemeldet und in Anspruch genommen. Diese Zahl nannte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) am Montag. Insgesamt besuchten, mit Hortkindern, normalerweise 481 Mädchen und Jungen Kitas, Krippen und Hort in der Region. Bezogen auf jene Gesamtzahl waren knapp elf Prozent der Kinder in den Einrichtungen. „Die Zahl der Notbetreuung jetzt ist geringer als im ersten Lockdown. Damals waren noch mehr Berufsgruppen zugelassen“, begründete auch Kunze.

Sieben Prozent im Landkreis

Kreisweit befanden sich zum Stichtag am 16. Dezember knapp 1.700 von rund 10.600 Kindern, die normalerweise eine Kita in Mittelsachsen besuchen, in der Notbetreuung. Jene Zahl nannte Kreissprecher André Kaiser. Damit besuchten knapp 16 Prozent der Kita-Kinder die Einrichtungen, im Hort betrug der Anteil etwa 7,5 Prozent.

„Tatsächlich hat es deutlich mehr Anmeldungen für die Notbetreuung gegeben, als letztlich in Anspruch genommen wird. Demnach hat fast ein Viertel der Familien im Landkreis (24 Prozent) Kinder für die Notbetreuung angemeldet“, so Kaiser.

Während der ersten Schul- und Kitaschließung im Frühjahr hätten die Zahlen geschwankt. So hätten sich Mitte März knapp sieben Prozent der Kinder in der Notbetreuung befunden. Ende April waren es rund 14 Prozent gewesen, Ende Mai bereits 28 Prozent. Der Anspruch auf Notbetreuung war in der Zeit erweitert worden.

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