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Eingesammelte Dorfgeschichte

Das Heimatmuseum in Schrebitz ist vor 20 Jahren eingeweiht worden. Nun ist eine Sonderausstellung von Spielen und Spielzeug aus DDR-Zeiten zu sehen.

Das Schrebitzer Heimatmuseum ist am 8. Februar vor 20 Jahren eingeweiht worden. Die Vorsitzende des Heimatvereins Birgit Müller zeigt das Arztzimmer, das aus der Schrebitzer Poliklinik stammt.
Das Schrebitzer Heimatmuseum ist am 8. Februar vor 20 Jahren eingeweiht worden. Die Vorsitzende des Heimatvereins Birgit Müller zeigt das Arztzimmer, das aus der Schrebitzer Poliklinik stammt. © Dietmar Thomas

Ostrau. Was einige Schrebitzer Anfang der 1990er Jahre unternommen haben, um die Geschichte ihres Dorfes zu bewahren, war schon abenteuerlich. Mitglieder des gerade erst gegründeten Heimatvereins waren auf dem Boden der Schule, in der Poliklinik oder im Rathaus unterwegs und haben Dinge gesammelt, die Schrebitz ausmacht. „Wir haben Dinge, die für unser Dorf wichtig waren, vor der Eingemeindung gerettet“, so Vereinschefin Birgit Müller.

Dazu gehörten unter anderem Gegenstände aus einer Arztpraxis, Utensilien aus dem Büro der Gemeindeverwaltung oder Arbeitsmaterialien der Schule.

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„Mittelpunkt der Arbeit unseres Vereins ist die Heimatpflege. Das war auch schon vor mehr als 20 Jahren so. Ziel war es, eine Heimatstube einzurichten. Da die Schule leer stand, haben wir mit dem vorhandenen Material fünf Zimmer gestaltet“, so Birgit Müller. Gern erinnert sie sich an die Einweihungsfeier am 8. Februar 2001, also vor fast genau 20 Jahren. Ein Gästebuch erinnert noch daran, wer sich alles für diese Schausammlung interessierte.

Christina Haynert ,und Birgit Müller mit historischen Schreibmaschinen.
Christina Haynert ,und Birgit Müller mit historischen Schreibmaschinen. © Dietmar Thomas

Das Interesse der Öffentlichkeit machte den Vereinsmitgliedern Mut. Die Heimatstube wurde Zimmer für Zimmer erweitert. „Wir haben sozusagen die Schule besetzt, aber immer in Absprache mit der Gemeinde“, so Birgit Müller. Es entstanden das historische Schulzimmer, der Raum für die Feuerwehr-Historik und einer mit Spielzeug aus vielen Jahrzehnten.

Die meisten Ausstellungsgegenstände stammen aus den 1930er-Jahren. „Wir zeigen in 13 Räumen auf einer Fläche von 650 Quadratmetern, wie die Menschen damals lebten. Dafür haben wir die Zimmer thematisch gestaltet“, sagte Birgit Müller. Mindestens 6.000 Ausstellungsstücke sind zu sehen. Hinzu kommen Dinge, die im Depot gelagert sind. „Etwa 40 Prozent der Ausstellungsstücke sind Dauerleihgaben. Dafür sind wir den Eigentümern sehr dankbar“, sagte die Vereinsvorsitzende.

Im Jahr 2003 wurde die Heimatstube als Heimatmuseum anerkannt und in den Museumsführer der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Chemnitz aufgenommen. Das war nicht selbstverständlich, sondern mit viel Arbeit verbunden. Alle Ausstellungsgegenstände wurden im Vorfeld nummeriert, registriert und elektronisch erfasst. Gefordert wurde auch die Beschriftung der Gegenstände. Doch auch das schafften die Mitglieder des Heimatvereins.

Die bisher größte Herausforderung für den Schrebitzer Heimatverein war die Sanierung der Kulturschule.
Die bisher größte Herausforderung für den Schrebitzer Heimatverein war die Sanierung der Kulturschule. © Dietmar Thomas

Bisher haben etwa 10.000 Besucher die Ausstellung des Museums gesehen. Ein Zimmer, in dem es andächtig zugeht, ist das der Flucht und Vertreibung. Hier wurde ein Treck der Flüchtlinge nachgestellt und in Vitrinen sind Dinge zu sehen, die diese mit sich führten. „Wir haben auch Zeitzeugen befragt und alles dokumentiert“, so Müller. Außerdem gibt es einen Film über diese Zeit.

Größter Kraftakt für den Verein war, so Birgit Müller, der Umbau und die Teilsanierung der alten Schule in der Zeit von 2011 bis 2014. Das Gebäude musste brandschutztechnisch ertüchtigt werden. Unzählbar viele Stunden leisteten die Vereinsmitglieder und Unterstützer, damit die Kulturschule, in der sich das Heimatmuseum befindet, anlässlich des 950-jährigen Bestehens von Schrebitz eingeweiht werden konnte.

Sonderausstellung mit Spielzeug aus DDR-Zeiten

Jedes Jahr wird eine Sonderausstellung vorbereitet. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Museums werden Spiele und Spielsachen aus DDR-Zeiten gezeigt. Eigentlich sollte der Geburtstag gemeinsam mit der Einweihung des Vorplatzes der Kulturschule am 26. Februar gefeiert werden.

Doch das Fest ist nun auf den 16. März verlegt, in der Hoffnung, dass Corona keinen Strich durch die Rechnung macht. Gemeinsam mit der Gemeinde werde dieses Ereignis vorbereitet. Birgit Müller hofft, dass die Mitglieder dem Heimatverein auch nach dem Lockdown zur Stange halten und wieder mit viel Mut und Motivation dabei sind.

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