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Ostrauer wollen einen Skaterpark

Jenny Leisker hat ihr Konzept für das Projekt vorgestellt. Die Räte sind begeistert. Nun geht es um die Finanzierung.

Auf dem Areal im Ostrauer Gewerbegebiet hinter Eddie, Morris Damm, Jenny Leisker, Marius und Alexander (von links nach rechts) soll ein Skaterpark entstehen. Dafür setzten sich die jungen Leute ein. Unterstützung gibt es von der Gemeinde.
Auf dem Areal im Ostrauer Gewerbegebiet hinter Eddie, Morris Damm, Jenny Leisker, Marius und Alexander (von links nach rechts) soll ein Skaterpark entstehen. Dafür setzten sich die jungen Leute ein. Unterstützung gibt es von der Gemeinde. © Lars Halbauer

Ostrau. So etwas gibt es in der Region Döbeln noch nicht. Doch er wird gebraucht, ein Platz, auf dem sich alle Generationen treffen, ihre Freizeit verbringen und Sport treiben können. Nicht nur jetzt in Corona-Zeiten ist Bewegung an der frischen Luft wichtig. Geht es nach Jenny Leisker und ihren Mitstreitern, soll an der Mügelner Straße im Gewerbegebiet ein Skaterpark entstehen.

Die Idee, an der die Noschkowitzerin seit vergangenem Herbst arbeitet, ist bei Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) und den Ostrauer Gemeinderäten so gut angekommen, dass die Gemeinde das Projekt unterstützen will. Es war nicht nur die brennende und beeindruckende Rede, die die 40-Jährige vor den Räten hielt, die diese überzeugten.

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Jenny Leisker stellte ihnen ein durchdachtes Konzept vor. Sogar die möglichen Kosten von 200.000 Euro brachte sie zur Sprache und wie ein Teil davon finanziert werden könnte.

Weg von Handy und Computer

Auf die Idee, einen Skaterpark in der Gemeinde Ostrau zu etablieren, ist die Mutter von zwei Kindern im Alter von zehn und 16 Jahren im vergangenen Herbst gekommen. „Es war in den Ferien. Mein Mann und ich sind werktätig. Doch wenn ich nach Hause kam, wollte ich die Zeit nutzen, um die Kinder weg vom Handy oder dem Laptop zu bringen. Die Kinder wussten nichts mit sich anzufangen. Es gibt zurzeit keinen Ort in Ostrau, an dem sie sich tagsüber treffen können“, sagte Jenny Leisker.

Deshalb sei sie vor allem mit dem zehnjährigen Eddie fast täglich zum Skate Pool nach Oschatz gefahren. Dort sei ihr aufgefallen, dass der Ort nicht nur ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche sei, sondern für alle Generationen. Gern würden ältere Leute zuschauen, wenn die Jüngeren ihre Kunststücke auf den Bahnen zeigen. Man würde auch schnell mit anderen ins Gespräch kommen, so Jenny Leisker. Die erfahrenen Skater würden den Anfängern helfen. Und nicht nur auf vier Rollen sind die Sportbegeisterten unterwegs. Auch mit BMX-Fahrädern, Inline-Skater oder Rollern können die Bahnen befahren werden.

Das ist nicht nur Hobby der heutigen Generation. Das gab es schon früher und wird es auch künftig geben, sodass ein Skaterpark auch Zukunft habe.

Nach den positiven Erlebnissen in Oschatz hatte die Noschkowitzerin die Idee, sich dafür einzusetzen, dass in Ostrau eine ähnliche Anlage errichtet wird. Ihr Sohn Eddie und auch ihr Mann wurden zu ihren Verbündeten.

Interesse bestätigt Vorhaben

Zunächst wurde erkundet, ob es für diese Idee überhaupt ein Interesse gibt. „Wir wollten ein Feedback bekommen, wissen, wie andere darüber denken“, so Jenny Leisker. Ihr Sohn wandte sich in einem Aushang an die Ostrauer: „Hallo zusammen, ich habe festgestellt, dass uns ein öffentlicher, gemeinsamer, zentraler Platz fehlt, auf dem wir alle Spaß haben können. Ein paar Ideen hätte ich eventuell schon. Gern könnt ihr euch auch in das Projekt mit einbringen – umso mehr, umso besser.“

Innerhalb kurzer Zeit sammelte Eddie fast 60 Unterschriften. Es habe nur positive Reaktionen gegeben, so die Noschkowitzerin. Mit dieser Bestätigung habe das Projekt Fahrt aufgenommen. Ein geeigneter Platz wurde gesucht und auch an der Mügelner Straße gefunden. „Das Areal liegt abseits von Wohnungen. Es wird also niemand gestört. Es ist auf dem Radweg von Ostrau über Wutzschwitz oder die Hammer-Kreuzung leicht und sicher erreichbar. Und das Land gehört der Gemeinde“, sagte Jenny Leisker.

Sie wisse, dass es in Ostrau und den Ortsteilen aktive Vereine, attraktive Spielplätze und drei Jugendclubs gebe. Doch ein Skaterpark sei ein anderes Angebot. Er ist immer zugänglich, biete Raum für andere Sportarten und sei ein Treffpunkt für alle Generationen.

„Hier können sich die Kinder und Jugendlichen an der frischen Luft auspowern“, so Leisker. Und nicht nur das. Die Jugendlichen sollen auch Verantwortung übernehmen. Auch daran haben die Nowschkowitzer gedacht. Unter Leitung von Eddie soll eine Gruppe für Sauberkeit auf dem Platz sorgen.

Kataloge angefordert und im Internet recherchiert

Jenny Leisker will nichts dem Zufall überlassen. Den Platz zu finden, war das eine. Doch es gehört mehr dazu, das Projekt umzusetzen. So wurde im Haus Leisker recherchiert, was alles zu einer solchen Anlage gehört. Wie sie aussehen könnte, welche Module notwendig sind. Kataloge wurden angefordert, ausgewertet, mit dem Oschatzer Bauunternehmer, der die Anlage gebaut hat, Kontakt aufgenommen. „Wir wollten ungefähr wissen, mit welchen Kosten wir rechnen müssen“, sagte Leisker.

Die Summe von 200.000 Euro ließ sie nicht erschrecken oder gar das Projekt zur Seite legen. „Wenn 200 Leute jeweils 1.000 Euro spenden würden, hätten wir es schon geschafft“, so die Noschkowitzerin. Sie rechnet zwar damit, dass sie Leute findet, die das Projekt finanziell unterstützen. Doch ihr ist auch bewusst, dass viele Menschen und auch Firmen gerade jetzt in der Zeit der Pandemie finanzielle Sorgen haben.

„Vielleicht könnte der eine oder andere sagen, dass es zurzeit andere Probleme gibt, als sich um einen Skaterpark zu kümmern. Doch gerade jetzt ist es wichtig, etwas für unsere Kinder und Jugendlichen für die Zukunft der Gemeinde zu tun“, sagte Jenny Leisker.

Viele Unterstützer gesucht

Sie ist optimistisch, dass sie Vertreter von Bauunternehmen, von denen es einige in der Gemeinde Ostrau gibt, für das Projekt gewinnen kann. Auch Eigenleistung zieht die Noschkowitzerin in Betracht. Sie und ihr Team haben sogar schon die Einweihungsparty geplant. Dafür wurde Morris Damm als DJ engagiert. Seitdem er von dem Vorhaben erfahren hat, gehört er mit zum Team.

Unterstützung soll es auch von der Gemeinde geben. Zum einen wird versucht, Leader-Fördergeld zu bekommen. Dann müsste die Gemeinde einen Eigenanteil erbringen. Außerdem wurde bereits ein Spendenkonto von der Verwaltung eingerichtet, sodass nun jede noch so kleine Unterstützung auf dem richtigen Konto landet. „Auf Wunsch wird eine Spendenquittung ausgestellt“, sagte Jenny Leisker.

Sternstunde der Kommunalpolitik

Auch wenn ein Architekt den Park noch einmal genau planen muss, so gibt es doch schon konkrete Vorstellungen, wie er einmal aussehen soll. In dieses Thema hat sich Eddie Leisker vertieft. „Wir brauchen Wannen, hohe Wände, Stangen, auf denen die Skater entlangrutschen können und verschiedene Schwierigkeitsgrade“, so der Zehnjährige. Auf dem Gelände soll es Betonklötzer geben, die zum einen von den Sportlern, aber auch zum Sitzen genutzt werden können.

„Ich bin froh, dass unser Projekt sowohl vom Bürgermeister, von den Räten und hoffentlich auch von den Ostrauern unterstützt und angenommen wird. Denn eine Idee und ein Konzept zu haben, ist das eine. Die Umsetzung das andere“, so Jenny Leisker.

Dirk Schilling sprach nach der Vorstellung des Projektes von einer Sternenstunde der Kommunalpolitik. Es sei schön, wenn Bürger nicht nur fordern, sondern sich selbst dafür engagieren, dass sich etwas ändert. Der Skaterpark sei das beste Beispiel dafür.

Das Spendenkonto der Gemeinde Ostrau ist bei der Kreissparkasse Döbeln. Als Verwendungszweck soll der Skaterpark Ostrau eingetragen werden. IBAN: DE43860554620036950001, BIC: SOLADES1DLN

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