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Pierburg Hartha sichert sich Großauftrag

Die coronabedingten Rückgänge in der Automobil-Branche treffen auch das Harthaer Werk. Nun gibt es positive Signale.

Die Kühlmittelpumpe CWA400 ist bei Pierburg Pump Technology ein Erfolgsmodell. Anlässlich des Baus der millionsten Pumpe hatte der Leiter der Abteilung Mini Factory 3 Robert Schwär (links) diese präsentiert.
Die Kühlmittelpumpe CWA400 ist bei Pierburg Pump Technology ein Erfolgsmodell. Anlässlich des Baus der millionsten Pumpe hatte der Leiter der Abteilung Mini Factory 3 Robert Schwär (links) diese präsentiert. © Lutz Weidler

Hartha. Die Kühlmittelpumpe CWA400 ist eines der innovativen Projekte von Pierburg Pump Technology Hartha. Die Komponenten der Pumpe wurden am Standort entwickelt, gebaut und für die neuen Anforderungen in der Automobilbranche weiterentwickelt.

Pierburg Pump Technology ist eine Tochtergesellschaft des Technologiekonzerns Rheinmetall. Dieser hat von einem internationalen Automobilhersteller einen bedeutenden Auftrag für elektrische Kühlmittelpumpen vom Typ CWA400 erhalten. „Bei dem Geschäft handelt es sich um eine Laufzeitverlängerung. Es wurden Kühlmittelpumpen im Wert eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages geordert“, sagte Oliver Hoffmann, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Rheinmetall AG.

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Umsetzung bis 2024

Der Auftrag soll bis 2024 umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um die Auslieferung der Pumpen, die in Hybridfahrzeugen der Luxusklasse mit 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benzinmotoren verbaut werden. „Wir freuen uns über die nun erfolgte Erweiterung eines bestehenden Vertrages“, sagte Hoffmann.

Die Beauftragung habe einen positiven Effekt auf das Werk in Hartha, indem die vorhandenen Kapazitäten ausgelastet werden. Denn die coronabedingten Rückgänge in der Automobil-Branche hätten natürlich auch das Werk in Hartha betroffen.

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„Trotz der massiven globalen Absatzeinbrüche auf dem Automobilmarkt konnten wir aber im Jahr 2020 am Standort ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis erreichen, obwohl der Umsatz im Harthaer Werk um rund 20 Prozent rückläufig war“, sagte Oliver Hoffmann. Im laufenden Jahr 2021 werde ein Absatz von etwa sechs Millionen elektrischer Pumpen aus dem Werk Hartha erwartet.

Breites Spektrum an Pumpen

Das Werk biete ein breites Spektrum an elektrischen Pumpen (Kühlmittel/Vakuum/Öl) an, das sich aufgrund der kundenspezifischen Anforderungen auf mehrere hundert verschiedene Produktnummern ausbreitet. Die CWA400 bildet in diesem Spektrum aktuell die leistungsstärkste Variante ab.

Im Zuge seiner strategischen Neuausrichtung habe der Technologiekonzern Rheinmetall die Elektrifizierung als starken Wachstumstreiber seines Geschäfts definiert und entwickele innovative Produkte, die mit diesem globalen Megatrend in Verbindung stehen. „Insbesondere unsere Division Sensors and Actuators, die mit Komponenten und Regelsystemen zur Emissionsreduzierung und zum Thermomanagement aktiv ist, treibt diese Elektrifizierungsstrategie voran“, so Hoffmann.

Vielseitig einsetzbar

Davon zeuge auch die Weiterentwicklung der elektrischen Kühlmittelpumpen. Einsetzbar sind die Kühlmittelpumpen, produziert in Hartha, bei Hybrid- wie auch bei reinen Verbrennungsmotoren. Sie finden aber ebenso Verwendung bei Fahrzeugen mit batterieelektrischen Antrieben oder Brennstoffzellen-Antrieben.

In Hybrid- und Elektrofahrzeugen stabilisieren die Kühlmittelpumpen den Wärmehaushalt von Batterien, Konvertern sowie der Leistungselektronik und elektrischen Antriebsmotoren. In Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb können die Pumpen zur Kühlung der sogenannten Brennstoffzellen-Stacks eingesetzt werden und stellen somit ein innovatives Nebenaggregat für den Bereich der Wasserstoff-Mobilität dar.

Einziger Lieferant

Bei der jetzt erfolgten Beauftragung ist Rheinmetall – bezogen auf die Applikation dieses Automobilherstellers – der einzige Lieferant für diese elektrische Wasserpumpe. Durch ihre Unabhängigkeit vom mechanischen Antriebssystem des Motors ermöglicht die CWA400 eine bedarfsgerechte und damit effiziente Kühlung.

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Die Pumpe liefert exakt den angeforderten Kühlvolumenstrom, der zur Kühlung benötigt wird und reduziert hierdurch den Treibstoffverbrauch des Antriebsaggregats. Weitere Vorteile sind der flüsterleise Betrieb und die Möglichkeit einer freien Positionierung am Motor oder Chassis für eine flexible Nutzung des verfügbaren Bauraums.

Verschleißfreies Arbeiten

„Die als Nassläufer konzipierte Pumpe benötigt keine dynamischen Dichtungen und arbeitet über die Lebensdauer des Fahrzeuges verschleißfrei“, sagte der Pressesprecher.

Nach dem Abschalten des Motors kann die Pumpe die Heizungsfunktion aufrechterhalten, sodass der notwendige Komfort der Passagiere gewährleistet ist. Zusätzlich erfolgt auch nach dem Abstellen des Verbrennungsmotors weiterhin bei Bedarf eine Kühlung des Turboladers, um Schäden durch Überhitzung zu vermeiden.

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