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Kirche Polditz wird fit für die Zukunft

In dem Gotteshaus bei Leisnig entstehen derzeit moderne Gruppenräume. Die werden nicht nur von der Kirchgemeinde genutzt.

Pfarrer Rafael Schindler zeigt den Bereich der Polditzer Kirche, in dem neue Gruppenräume entstehen.
Pfarrer Rafael Schindler zeigt den Bereich der Polditzer Kirche, in dem neue Gruppenräume entstehen. © Dietmar Thomas

Leisnig. Beim Betreten der Polditzer Kirche steht man praktisch gleich in einer Baustelle. Im Vorraum sind Fußbodenplatten gestapelt. Die sollen später wieder eingebaut werden.

Die Polditzer Kirche ist 1863 errichtet worden. Das Gotteshaus ist weithin zu sehen. „Es gab damals viele Güter in der Gegend“, sagt Pfarrer Rafael Schindler. Das besondere an der Kirche sei die Ladegast-Orgel. „Deshalb gibt es den aktiven Orgelverein“, so Schindler.

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In dem Bereich, in dem jetzt gebaut wird, gab es in den 1960er-Jahren schon einmal Gemeinderäume. „Wir wollen die Kirche fit für die Zukunft machen“, sagt Pfarrer Rafael Schindler. So sollen Sanitärräume, eine Küche und moderne Gruppenzimmer entstehen, die auch nutzbar für die Kirchgemeinde sein sollen.

Schließlich ist die Gemeinde gewachsen, entstand aus sechs kleineren eine große. Zschoppach, Dürrweitzschen, Leipnitz, Bockelwitz, Sitten und Polditz gehören jetzt zu einer Kirchgemeinde. „In Polditz steht die größte Kirche, deshalb macht es Sinn, dass wir unseren Treffpunkt hier einrichten“, so Schindler.

Und da sei es gut, wenn es in der Kirche auch Toiletten und eine Gemeindeküche gebe. Der große Gruppenraum könne auch von der Kita „Nikolaus“ genutzt werden.

Neben Altar kommt eine Winterkirche in Polditz

Die ersten Planungen zu dem Projekt sind vor fünf Jahren angeschoben worden. Insgesamt stehen Kosten in Höhe von 330.000 Euro zu Buche. Die Förderung über das Leader-Programm beträgt 120.000 Euro. Zudem steuert die Landeskirche einen großen Teil der Summe bei und natürlich leistet auch die Kirchgemeinde Polditz ihren Eigenanteil.

Seit Oktober laufen die Bauarbeiten in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Unter anderem wird der Fußboden erneuert und Leitungen für Wasser und Abwasser sowie Gas in die Kirche geführt.

© Dietmar Thomas
© Dietmar Thomas
© Dietmar Thomas
© Dietmar Thomas

Im vorderen Teil, neben dem Altar, wird eine Winterkirche eingebaut. „Das ist ein sakraler Raum, den wir dann nicht umräumen müssen, sondern der im Winter genutzt werden kann. Dafür werden drei Logen zu einem großen Raum umgestaltet, der auch mit einer Heizung ausgestattet wird. Dort können im Winter bis zu 25 Personen Platz finden“, so Schindler.

Die Winterkirche wird sowohl vom Kirchenraum als auch von außen zugänglich sein. Zudem soll die Gestaltung nach modernen Gesichtspunkten erfolgen. So werde es zum Beispiel nicht den klassischen Kronleuchter, sondern eine Lichtschiene geben.

Alte Lampen sind wieder in

Bei der Gestaltung der Gruppenräume sollen die alten Lampen, die in den 1960er-Jahren eingebaut wurden, wieder verwertet werden. „Die sind mittlerweile wieder so stylisch, dass man sie gut verwenden kann“, so Schindler mit einem Lachen. Auch die alte Bestuhlung könne für die Gruppenräume verwertet werden, nachdem sie aufgehübscht werde.

Sowohl vom großen Gruppenraum als auch von der Winterkirche aus soll der Altar durch eine Glasfront sichtbar sein. „Das Moderne soll so mit dem Alten mittels Sichtachse verbunden sein“, freut sich der Pfarrer.

Der kleine Gruppenraum für bis zu zwölf Personen könnte für Sitzungen des Kirchenvorstands genutzt werden. Die Toiletten sind auch in anderer Hinsicht wichtig. Polditz ist durch seine Orgelkonzerte bekannt. Deren Besucher können die „Örtlichkeit“ nun ebenfalls aufsuchen.

Gemeindeleben in einem Gebäude bündeln

Der Kirchgemeinde steht zwar auch noch das Pfarrhaus zur Verfügung. Man wolle sich jedoch auf ein Gebäude konzentrieren und das Gemeindeleben dort bündeln. Ob das Pfarrhaus eventuell später einmal verkauft wird, vermochte Rafael Schindler nicht zu sagen.

Die Kirche wird auch während des Umbaus genutzt. Natürlich entsprechend der Corona-Regelungen. Deshalb ist auch eine provisorische Zwischenwand eingezogen worden, die Baustelle und Altarraum trennt. Zudem wird damit auch die Orgel vor dem Bauschmutz geschützt. Vor Beginn der Arbeiten, sei auch geprüft worden, ob sich durch den Bau die Akustik verändert. „Die Vorarbeiten waren schon aufwendig“, schätzt der Pfarrer ein.

Im September soll alles fertig sein. „Wir haben den Abrechnungszeitraum verlängert bekommen, da es coronabedingt doch einige Verzögerungen gegeben hat“, so Schindler. Dennoch werde die Zeit knapp.

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