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Chance für weitere Kfz-Ausbildung in Döbeln

Mittelsachsen hat einen Mini-Erfolg bei den Planungen für die Berufsschulen erreicht. Aber noch ist es eine Zitterpartie.

Johann Eulitz lernt am Beruflichen Schulzentrum Döbeln im ersten Lehrjahr den Beruf des Kfz-Mechatronikers. Nachdem die Ausbildung vom Kultusministerium bereits nach Freiberg verlegt worden war, gibt es jetzt eine neue Chance für Döbeln.
Johann Eulitz lernt am Beruflichen Schulzentrum Döbeln im ersten Lehrjahr den Beruf des Kfz-Mechatronikers. Nachdem die Ausbildung vom Kultusministerium bereits nach Freiberg verlegt worden war, gibt es jetzt eine neue Chance für Döbeln. © Dietmar Thomas

Döbeln. Mittelsachsen und Bautzen sind die einzigen beiden der 13 Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen, die den Plänen des Freistaates für die berufsbildenden Schulen nicht zugestimmt haben.

Inzwischen habe es noch einmal Beratungen mit dem Kultusministerium und den Oberbürgermeistern der Standorte der Berufsschulen gegeben, erklärt Landrat Matthias Damm (CDU) im Kreistag. Dabei seien kleine Veränderungen erreicht worden.

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In Mittelsachsen erfolgt die Ausbildung in den Bereichen Tiefbau, Hochbau und Ausbau. Im ersten Jahr lernen die Berufsschüler alle gemeinsam. Diese sogenannte Grundstufe sollte nach den Plänen des Kultus von Freiberg nach Oelsnitz verlegt werden. Dieses Vorhaben sei vorerst vom Tisch. „Die Schüler der Baubranche bleiben in Freiberg“, so der Landrat.

Das scheint sich allerdings noch nicht bis zu den Berufsschulen herumgesprochen zu haben. Denn ein Kreisrat informierte in der Fragestunde darüber, dass ein Baubetrieb seine künftigen Lehrlinge in der Freiberger Berufsschule angemeldet, aber von der Oelsnitzer Schule die Bestätigung erhalten habe. Dabei könne es sich nur um ein Missverständnis handeln, meinte der Landrat.

Einzigartige Ausbildung in Döbeln

Für Döbeln gebe es jetzt Gestaltungsmöglichkeiten, den Standort der Berufsschule zu erhalten“, so Damm weiter. Auf Nachfrage von Sächsische.de erläuterte er dies etwas genauer: Die Berufsschulen Döbeln und Freiberg befinden sich beide in einer, also der Trägerschaft des Landkreises.

„Und dem Träger ist es gestattet, eigene Entscheidungen zu treffen“, so Damm. Viel hänge dabei von der Zahl der Schüler ab. Erwiesen sich die Ausbildungen als bestandsfähig, werde sich der Landkreis darüber mit dem Kultusministerium abstimmen. „Es gibt auch eine starke Unterstützung aus der Döbelner Wirtschaft. Sie wird ebenfalls eine große Rolle spielen“, so der Landrat.

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Ursprünglich war geplant, dass in Döbeln bereits für das kommende Schuljahr keine erste Klasse mehr für die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Pkw gebildet werden sollte. Dies sei nun weiter bis zum Schuljahr 2024/25 möglich. Und auch der letzte Jahrgang soll noch alle drei Lehrjahre in Döbeln durchlaufen können und nicht zwischenzeitlich nach Freiberg wechseln müssen.

Bereits im März, als der Kreistag den Teilschulnetzplan abgelehnt hat, hatte sich Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) für den Erhalt der Mechatronikerausbildung in Döbeln eingesetzt.

Klageweg aufgrund der Länge verworfen

Diese habe Tradition, eine hohe Qualität und die Ausstattung des Bereiches sei einzigartig. Das liege unter anderem an der Kooperation mit dem BMW-Werk in Leipzig, das den Azubis regelmäßig die neueste Technik zur Verfügung stellt, betonte Liebhauser.

Nach wie vor soll die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und zum Lageristen in Döbeln konzentriert werden. Dafür sind 85 Plätze vorgesehen.

Kurz vor dem Kreistag am Mittwoch hätten sich die Mitglieder des Verwaltungs- und Finanzausschusses in einer nichtöffentlichen Sitzung noch einmal über das Vorgehen verständigt. Sie hätten sich dafür entschieden, kein Rechtsmittel dagegen einzulegen, dass das Kultusministerium das „Nichterteilen des Einvernehmens“ von Mittelsachsen durch eine eigene Entscheidung ersetzt. Aber es sei keine einstimmige Entscheidung gewesen.

Ein Klageverfahren könne viele Jahre dauern und „wir haben den Ausgang nicht in der Hand“, so Damm. „Wir sind in der misslichen Lage, viel zu wenige Schüler zu haben.“ Mit der Festschreibung des Teilschulnetzplanes durch das Kultus solle eine gewisse Planungssicherheit für die kommenden zehn Jahre geschaffen werden.

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