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Döbeln: Wohnungsbau mit Hindernissen

Ziegra ist einer der kommenden Wohnbaustandorte. Nicht nur das Rittergut, auch ein künftiges Wohngebiet. Aber der Bebauungsplan ist weg.

Die Stadt will das verfallene Gehöft im Rittergut Ziegra abreißen lassen. Das ehemalige Herrenhaus im Hintergrund steht unter Denkmalschutz.
Die Stadt will das verfallene Gehöft im Rittergut Ziegra abreißen lassen. Das ehemalige Herrenhaus im Hintergrund steht unter Denkmalschutz. © Dietmar Thomas

Döbeln. An das Rittergut Ziegra ist die Stadt Döbeln vor reichlich zwei Jahren sehr günstig gekommen. Der Vorbesitzer war gestorben, die Erben hatten es ausgeschlagen und das Land Baden-Württemberg wollte es loswerden.

Die Stadt bekam für ein paar symbolische Euro das Herrenhaus und einen Neubauernhof daneben, der sich in einem ruinösen Zustand befindet. Aber jetzt soll aufgeräumt werden. Die Stadt plant den Abriss des Gehöfts.

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Der Abriss war Thema im vorvergangenen Hauptausschuss. „Wir hatten uns das vor ein paar Monaten angeschaut. Ich sehe im Rittergut und dem umliegenden Gelände ein großes Potenzial für Entwicklungen“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU).

Wer hat den Bebauungsplan von Ziegra?

Entwicklung heißt Neubau von Wohnungen und Eigenheimen. Gleich neben dem Rittergut gibt es sogar ein ausgewiesenes Wohngebiet, das bisher noch nicht realisiert wurde. Aber dort gibt es ein Problem.

Der Bebauungsplan war schon in den 1990er Jahren aufgestellt worden. Allerdings ist er nicht auffindbar, sagte Sven Liebhauser. „Wir gehen der Sache nach. Es wäre ein großer Aufwand, einen neuen aufzustellen.“

Für diese Fläche am Ortseingang von Ziegra gibt es seit den 1990er-Jahren einen Bebauungsplan für eine Eigenheimsiedlung, der noch nicht realisiert wurde. Der Plan ist aber nicht auffindbar.
Für diese Fläche am Ortseingang von Ziegra gibt es seit den 1990er-Jahren einen Bebauungsplan für eine Eigenheimsiedlung, der noch nicht realisiert wurde. Der Plan ist aber nicht auffindbar. © Dietmar Thomas

Bei der Stadt Döbeln war der Bebauungsplan nach der Eingemeindung vom Ziegraer Teil der Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf offenbar nicht gelandet. Bleibt noch die Stadt Waldheim. „Wir haben mit Waldheim Kontakt deswegen aufgenommen“, sagte Liebhauser.

Auch das Regierungspräsidium Leipzig habe seinerzeit ein Exemplar bekommen. Diese Unterlagen müssten mittlerweile bei der Landesdirektion in Chemnitz aufbewahrt werden.

Abriss kostet die Stadt Döbeln etwa 150.000 Euro

Arndt Patzig, Ortsvorsteher von Ziegra, war seinerzeit schon Mitglied des Gemeinderates. Er erinnert sich, dass die Planungen für die Fläche am Ortseingang, auf der sich vorher Schrebergärten befanden, damals abgeschlossen wurden. „Im Bebauungsplan waren neun Grundstücke vorgesehen, mit der optionalen Erweiterung auf 15“, sagte er.

Nach seinen Recherchen sei der Plan bei der Stadt Waldheim gelandet, mit der Ziegra-Knobelsdorf eine Verwaltungsgemeinschaft eingegangen war. „Er wurde umgeheftet und ist seitdem nicht mehr auffindbar. Das ist sehr ärgerlich“, so Patzig.

„Wir wollen Wohnstandorte nicht nur in der Stadt, sondern auch im ländlichen Bereich anbieten“, sagte Oberbürgermeister Liebhauser. Auch das alte Rittergut selbst habe Potenzial.

Bevor etwas neues gebaut werden kann, muss aber erst einmal etwas weg. Die Stadt will Fördermittel für den Abriss der Bauernhofruine samt Nebengebäuden beantragen. Die Kosten liegen bei etwa 150.000 Euro, so Liebhauser.

OB kann sich größeres Wohnhaus in Ziegra vorstellen

Dafür sollen Fördermittel in Höhe von rund 113.000 Euro beantragt werden, wenn der Stadtrat am 10. Juni zustimmt. Den Rest müsste die Stadt selbst aufbringen. „Ich kann mir vorstellen, dass ein Investor auf der Fläche irgendwann ein mehrgeschossiges Wohnhaus mit mehreren Wohnungen bauen könnte“, so Liebhauser.

Der Ziegraer Ortschaftsrat hat den Plänen der Stadt zugestimmt. „Der Abriss wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagte Ortsvorsteher Arndt Patzig. Das Herrenhaus des Rittergutes steht unter Denkmalschutz und kann nicht abgerissen werden. „Wir müssen sehen, wie man das sinnvoll nutzen kann“, so Liebhauser.

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