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Döbeln

An das Grauen erinnern

Mit Stolpersteinen und einem Ehrenhain wird der KZ-Häftlinge gedacht. Jetzt gibt es in Roßwein die Ausstellung "Gegen das Vergessen".

Thomas Geve steht neben einer vergrößerten Zeichnung während einer Ausstellung.
Thomas Geve steht neben einer vergrößerten Zeichnung während einer Ausstellung. © Thomas Geve

Von Dagmar Doms-Berger

Roßwein. In Roßwein wird seit Dienstag eine besondere Ausstellung gezeigt. Zu sehen sind handgemalte Bilder eines 15-jährigen Jungen, der die Konzentrationslager Auschwitz, Buna, Groß-Rosen und Buchenwald erlebt und überlebt hat.

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Was er in den Lagern gesehen hat, hat er nach der Befreiung in seinen kindlichen Zeichnungen festgehalten. Der Junge von damals ist Thomas Geve, heute 91 Jahre alt. Er wurde 1943 zusammen mit seiner Mutter nach Auschwitz deportiert und nach 22 Monaten in Buchenwald befreit.

Die Zeichnungen fertigte er wenige Tage nach seiner Befreiung an. Entstanden sind damit wichtige Dokumente, die fesseln und zum Nachdenken anregen. Vom 21. September bis 13. Oktober werden diese Zeichnungen im Roßweiner Rathaus zu sehen sein. Ebenso Teil der Ausstellung sind Fotografien von Buchenwald, die der Mitgefangene Alfred Stüber gemacht hat.

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Die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ ist als Wanderausstellung angelegt und steht unter der Schirmherrschaft des Landrats des Landkreises Mittelsachsen Matthias Damm und wird in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora von der François Maher Presley Stiftung für Kunst und Kultur präsentiert.

Begleitbuch zur Ausstellung

Das Begleitbuch zur Ausstellung „Gegen das Vergessen“ umfasst ein Geleitwort von Ministerpräsident Michael Kretschmer, ein Essay von François Maher Presley, Texte von Thomas Geve und eine Zitatensammlung von Nazi-Verbrechern. François M. Presley: „Demokratie hat viel mit Bildung zu tun. Bildung ist ihre Basis. Das gilt für die Menschenrechte, das gilt für die Auf- und Annahme des Fremden, das gilt für jeden Einzelnen in Bezug auf sich und seine Charaktereigenschaften.

Roßwein verfügt über verschiedene Gedenkstätten, die an das Grauen des Faschismus in Deutschland erinnern, darunter Gedenksteine und -tafeln für die zwei kommunistischen Widerstandskämpfer Paul Rockstroh und Kurt Schmidt. Sie kamen 1944 bzw. 1945 im KZ Sachsenhausen ums Leben.

Nur 17 von 1.000 Häftlingen überlebten

Ein Ehrenhain, der ein Denkmal beherbergt, erinnert an die Erschießung von KZ-Häftlingen eines Todesmarsches aus dem Außenlager Colditz des KZ Buchenwald durch die SS. Von 1.000 Häftlingen auf diesem Marsch im April 1945 überlebten nur 17. Bürgermeister Veit Lindner: „Seit November 2015 gibt es zwölf Stolpersteine in Roßwein, die an das ehemalige jüdische Leben in unserer Stadt erinnern.

Inzwischen bildet auch unser jährlicher Veranstaltungskalender feste Termine ab, bei denen sowohl die Kirchgemeinde Roßwein-Niederstriegis, die Stadtverwaltung und der Verein Treibhaus Erinnerungsarbeit sowie Aufklärungs- und Informationsarbeit leisten.“ Diese Wanderausstellung seien ein weiterer Schritt in der aktiven Erinnerungskultur in Roßwein.

Midissage am 1. Oktober

Die Midissage zur Ausstellung findet am 1. Oktober, 19 Uhr, im Rathaus statt. Die Einführung übernimmt Bürgermeister Veit Lindner. Schüler der Musikschule Mittelsachsen umrahmen die Veranstaltung musikalisch.

Öffnungszeiten Rathaus: Montag/Mittwoch: 9 bis 12 Uhr, Dienstag: 9 bis 12 und 14 bis 19 Uhr; Donnerstag: 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, Freitag: nach telefonischer Vereinbarung, Tel. 034322 4660

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