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Zweiter Anlauf bei Turnhallen-Sanierung

Schon im November 2020 wollte Großweitzschen die Turnhalle sanieren. Doch es gab keine Fördermittel. Nun versucht es die Verwaltung erneut.

Die Turnhalle Großweitzschen ist dringend sanierungsbedürftig. Im Dezember wurde der erste Förderantrag beim Bund abgelehnt, nun will es die Gemeinde noch einmal bei der Europäischen Union versuchen.
Die Turnhalle Großweitzschen ist dringend sanierungsbedürftig. Im Dezember wurde der erste Förderantrag beim Bund abgelehnt, nun will es die Gemeinde noch einmal bei der Europäischen Union versuchen. © Dietmar Thomas

Großweitzschen. Eigentlich sollte die Turnhalle der Grundschule Großweitzschen schon längst im Sanierungsprozess sein. Einen entsprechenden Förderantrag stellte die Gemeinde bereits im November beim Bund, doch er wurde abgelehnt.

„Ohne finanzielle Unterstützung können wir die Sanierung jedoch nicht stemmen“, erklärt Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Deshalb will es die Verwaltung nun noch einmal probieren – bei der Europäischen Union.

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Wie Jörg Burkert in der letzten Gemeinderatssitzung am Dienstag mitteilte, gebe es die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung über das EU-Förderprogramm „Leader“. Geplant sei auch weiterhin die Sanierung des Hallenbereichs, der Umkleideräume, des Lehrerzimmers, sowie des Hausmeisterzimmers.

Großweitzschen hofft auf 200.000 Euro Förderung

Geplant ist außerdem die brandschutztechnische Ertüchtigung der Bereiche sowie die Sanierung der Umkleideräume, der Sanitäranlagen, der Heizung und der Elektrik. „Der bauliche Zustand der Nebenräume entspricht den Standard zur Erbauung aus dem Jahr 1972“, so der Bürgermeister. „Durch die Begehung mit der Unfallkasse und dem Brandschutzverantwortlichen des Landkreises wurden uns gravierende Mängel aufgezeigt.“

Als Träger der Grundschule ist die Gemeinde verpflichtet, diese Mängel zu beheben und für eine zeitgemäße und sichere Durchführung des Unterrichtes zu sorgen. Doch die Gelder der Gemeinde sind weitestgehend verplant. Deshalb braucht Großweitzschen eine Finanzspritze.

„Die Gesamtkosten für diese umfangreichen Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf etwa 266.500 Euro. 75 Prozent werden durch das Programm gefördert und die Summe von 200.000 Euro darf nicht überschritten werden“, erklärt der Bürgermeister. „Das würde in unserem Fall genau klappen.“

Der Eigenanteil der Gemeinde Großweitzschen würde demzufolge bei knapp 66.000 Euro liegen, der beantragte Zuschuss bei etwa 199.900 Euro.

Hat die Gemeinde Großweitzschen ausreichend Geld?

Im Falle einer Zusage wäre die Förderquote bei dem EU-Programm noch einmal höher als die damals beim Bund beantragte. Nur 45 Prozent hätte die Gemeinde Ende 2020 erhalten, nun sind es deutlich mehr.

Dennoch zweifelt Gemeinderat Sebastian Wloch (CDU) daran, dass Großweitzschen den Eigenanteil aufbringen kann. „Wir haben bis heute keine Auskunft darüber, wie der Finanzhaushalt aussieht. Woher sollen wir wissen, ob wir uns das leisten können?“, fragt er sich. Sowohl Kämmerin Elke Görs, als auch der Bürgermeister bestätigen, dass ausreichend Mittel in der Gemeindekasse zur Verfügung stehen.

„Die Turnhalle und deren Nebenräume werden durch die Schule und unsere Vereine sowie für größere Veranstaltungen der Gemeinde genutzt. Diese Baumaßnahme ist von besonderer Bedeutung“, so Jörg Burkert. Trotz wiederholter Nachfrage von Sebastian Wloch erhielt er jedoch keine genaue Auskunft über die Haushaltslage.

Auch von weiteren Gemeinderäten kam anschließend die Bitte an die Kämmerei, nach einem Haushaltsentwurf für 2021 Knapp ein halbes Jahr handeln die Verwaltung und der Stadtrat bereits ohne eine entsprechende Vorlage.

Dennoch stimmte die Mehrheit des Gemeinderats für die Beantragung der Fördermittel. Sebastian Wloch enthielt sich. Der Fördermittelantrag muss nun bis spätestens 16. Juni eingereicht werden.

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