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Wird Harthas Stadtwäldchen nur zum Teil entwidmet?

Nach Kritik am Zustand, hat der Bauhof erste Arbeiten im Wald erledigt. Unterdessen sprechen mehrere Stadträte über eine Lösung für die Zukunft.

Rund um den Pilz im Stadtwäldchen wurde Kies und Rindenmulch ausgelegt. Beides soll die Sturzgefahr minimieren.
Rund um den Pilz im Stadtwäldchen wurde Kies und Rindenmulch ausgelegt. Beides soll die Sturzgefahr minimieren. © Dietmar Thomas

Hartha. Es hat sich etwas getan im beliebten Harthaer Stadtwäldchen: Nach Sperrung des Waldstücks und zahlreicher Kritik von mehr als 100 Harthaer Anwohnern hat der Bauhof der Stadt einen ersten Schritt in Richtung „Verschönerung“ gemacht.

Wie Bauamtschef Ronald Fischer mitteilt, hätten die Mitarbeiter des Bauhofes in der vergangenen Woche rund um den Pilz Sicherungsmaßnahmen vorgenommen, um die Unfallgefahr zu minimieren sowie an der Gartenstraße ein Stück von Totholz befreit. „Außerdem haben die Mitarbeiter die Fahrspuren so gut wie möglich entfernt“, so Fischer.

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Harthas Stadträte beraten Lösungsvariante

Ein erstes positives Signal in die richtige Richtung, meint der Harthaer Herbert Seidel, der sich für die Beräumung und „Verschönerung“ mit einer Unterschriftenaktion bei der Stadt einsetzte. „Es ist das angefangen worden, was die Anwohner von der Stadtverwaltung gefordert hatten“, sagt der 69-Jährige.

„Aber es ist erst einmal nur ein Teil unserer Wünsche.“ Dennoch freut er sich, dass die Forderungen vom Bauamt ernstgenommen wurden. „Dass der Pilz nun eine Kies- und Rindenmulch-Schicht erhalten hat, um die Unfallgefahr zu minimieren, ist gut und wichtig.“ Auch die Beräumung des Gehölzes im vorderen Bereich sei ein gutes Signal, das jedoch nun anhalten müsse, so Herbert Seidel.

„Nur zusammenräumen reicht nicht. Hoffen wir, dass die versprochene Schredder-Aktion auch bald folgt.“ Nach Angaben von Ronald Fischer werde die Verwaltung über die gemeinsame Putzaktion frühestens kommende Woche sprechen. Hintergrund sind krankheitsbedingte Ausfälle.

Auch einige Äste und Holzrückstände auf den Wegen wurden entfernt, um einen Spaziergang wieder problemlos zu ermöglichen.
Auch einige Äste und Holzrückstände auf den Wegen wurden entfernt, um einen Spaziergang wieder problemlos zu ermöglichen. © Dietmar Thomas

Unterdessen sorgt das Stadtwäldchen auch bei den Harthaer Stadträten für Gesprächsbedarf. Nach Informationen von Sächsische.de sei wohl eine mögliche Kompromiss-Lösung im Gespräch, die eine Entwidmung lediglich für den hinteren Teil des Stadtwäldchens mit mehreren jungen Bäumen vorsieht. Das vordere Stück samt Pilz und Trimm-Dich-Pfad könnte demnach weiterhin in Widmung – und somit in der Sicherungspflicht der Stadt – bleiben.

Ronny Walter (CDU) bestätigt die Überlegungen zwischen einzelnen Stadträten. Er selbst könne sich derzeit jedoch noch nicht entscheiden. „Erst einmal muss die Verwaltung uns eine Kostenübersicht vorlegen, wie viel das Stadtwäldchen die Stadt derzeit kostet und wie hoch die Kosten bei den einzelnen Lösungsvarianten wären.“

Entscheidung zum Harthaer Wäldchen erst im Sommer

Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) bestätigt ebenfalls, dass die Stadträte in der vergangenen Sitzung nicht-öffentlich zum Thema Stadtwäldchen debattiert haben. „Die Verwaltung wird nun auf Wunsch der Stadträte die Kosten ermitteln und sie in der kommenden Sitzung öffentlich vorstellen“, so der Rathauschef.

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Er persönlich stehe der Teil-Entwidmungs-Variante skeptisch gegenüber, sei aber an die Entscheidung des Stadtrates gebunden. „Sollte die Widmung und somit die komplette Sicherungspflicht für das vordere Stück bleiben, dann werden wir mehr als das doppelte als jetzt ausgeben“, ist sich Kunze sicher. „Ich bin dafür, dass wir das Stadtwäldchen auch als Wäldchen lassen und nicht einen Park daraus machen.“

Erst in einer der Sommer-Sitzungen soll endgültig über die Entwidmung des Stadtwäldchens im Stadtrat abgestimmt werden.

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