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Harthaer Zusteller im Weihnachtsstress

Für die doppelte Menge an Sendungen sind mehr Personal und Fahrzeuge notwendig.

Ähnlich wie hier sieht es im Paketzentrum in Leipzig-Radefeld aus. Von dort erhalten die Mitarbeiter des Harthaer Zustellstützkpunktes der Deutschen Post jeden Morden ihre Pakete.
Ähnlich wie hier sieht es im Paketzentrum in Leipzig-Radefeld aus. Von dort erhalten die Mitarbeiter des Harthaer Zustellstützkpunktes der Deutschen Post jeden Morden ihre Pakete. © Deutsche Post/Oliver Lang

Region Döbeln. Auch ohne Corona-Pandemie gehört Weihnachten zu der stressigsten Zeit für Post-Zusteller im Jahr. Geschenke, die noch gekauft oder zugestellt werden müssen, sind bis Heiligabend im Umlauf. Doch wie sieht das eigentlich im Corona-Jahr 2020 aus, wo noch mehr über Online-Geschäfte abgewickelt wird als sonst?

Am Zustellstützpunkt in Hartha wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Normalerweise sind dort 40 Zustellerinnen und Zusteller dafür zuständig, dass die Anwohner aus Hartha, Waldheim sowie Leisnig und den zugehörigen Ortsteilen ihre Bestellungen und Briefe erhalten. Insgesamt gilt es, 23 Bezirke mit Paketen und Briefen zu versorgen.

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Während der Vorweihnachtszeit hat das Unternehmen das Personal am Standort verstärkt. Laut Mattias Persson, Sprecher der Deutschen Post DHL Group für den Bereich Sachsen, sind fünf zusätzliche Mitarbeiter in Hartha im Einsatz. Verstärkt worden sei auch die Flotte am Standort. So seien fünf weitere Fahrzeuge im Einsatz, um die derzeitige Menge an Sendungen zustellen zu können.

1,5 Pakte innerhalb von 24 Stunden

Am frühen Morgen erhalten die Mitarbeiter in Hartha die Briefe vom Briefzentrum in Leipzig-Radefeld. Am selben Standort in Leipzig in direkter Nachbarschaft befindet sich zudem das Paketzentrum der Deutschen Post. Jenes ist eines von drei in Sachsen, neben Dresden und Zwickau.

„1,5 Millionen Pakete werden dort innerhalb von 24 Stunden bearbeitet“, schildert Mattias Persson. Die Sendungen werden in der Nacht aus der Zentrale in Bremen angeliefert. Im Leipziger Paketzentrum erfolgt die Sortierung nach Postleitzahlen und anschließend die Verladung auf die Lkw. Jene beliefern schließlich das Zustellzentrum in Hartha.

Am frühen Morgen kommen die Sendungen dort an, werden von den Zustellern in Empfang genommen und sortiert. Je nachdem, wie die Mitarbeiter ihre Touren gestalten, beladen sie ihre Fahrzeuge am Standort. Erst dann geht es auf Tour.

Rekordmengen an Paketen und die Pandemie

„Wir sind gerade in der Hochphase einer Vorweihnachtszeit, die es so für uns noch nie gab: Paketrekordmengen und Corona-Pandemie, das ist eine höchst anspruchsvolle Zeit“, sagt Persson.

Um die Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen, seien umfangreiche Vorkehrungen getroffen worden. „Unter anderem starten die Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten in den Logistikzentren und wahren Abstand voneinander.“ Darüber hinaus gehöre der Mund-Nasen-Schutz ebenso zur Ausrüstung wie Desinfektionsmittel sowie ein Kanister mit Wasser in den Fahrzeugen, um sich auch unterwegs die Hände waschen zu können.

„Bei der Auslieferung von Einschreiben und Paketen verzichtet Deutsche Post DHL auf die Empfangsbestätigung, um auch die Kunden zu schützen“, so der Pressesprecher weiter.

Die Maßnahmen scheinen zu fruchten. Denn trotz der hohen Inzidenzwerte in Sachsen sei bisher im Freistaat keine Betriebsstätte des Unternehmens coronabedingt geschlossen worden. Auch die Zustellung sei jederzeit stabil gehalten worden, betont Persson.

Komme es doch einmal zu krankheitsbedingten Ausfällen, so seien normalerweise Springer im Einsatz. Doch auch diese seien in der sendungsintensiven Vorweihnachtszeit eingebunden. Möglich sei es aber jetzt, die Bezirksbereiche flexibel zu gestalten und damit einen Teil eines Bezirks an einen anderen abzugeben.

Ehemalige Postler mit im Einsatz

Verstärkung bekomme das Personal des Unternehmens, das an vielen Standorten aufgestockt worden ist, derzeit unter anderem von ehemaligen Postlern, die bereits im Ruhestand sind, aber auch von Saisonkräften, die regelmäßig für die Deutsche Post arbeiten, sowie auch von Personen zum Beispiel aus der Gastronomie, die zurzeit nicht arbeiten können. Insgesamt seien in ganz Deutschland momentan bis zu 10.000 zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz. „Alle werden nach Tarif sowie sozialversicherungspflichtig bezahlt“, versichert Mattias Persson.

Für den kurzfristigen harten Lockdown habe das Unternehmen die gesamten verfügbaren Kräfte mobilisiert. „Auch Kollegen, die sonst in der Verwaltung arbeiten, unterstützen in den Sortierzentren oder stellen zu.“

Doppelte Sendungsmenge

Die Sendungen, die von der Deutschen Post bisher in diesem Jahr in ganz Deutschland befördert wurden, belaufen sich nach Perssons Angaben schon jetzt auf eine Rekordsumme. „Bereits Ende November haben wir mit bundesweit 1,6 Milliarden Paketen mehr Sendungen als 2019 befördert“, sagte der Sprecher. Kurz vor Heiligabend würden nochmals pro Tag mehr als elf Millionen Pakete erwartet. „Im Jahresdurchschnitt befördern wir rund 5,2 Millionen Sendungen pro Tag.“ Die Verdopplung der Sendungen spiegele sich auch am Standort in Hartha wieder.

Bis Jahresende werde sich die Menge an Paketen, die in diesem Jahr von dem Unternehmen bearbeitet worden ist, auf rund 1,8 Milliarden belaufen. Das entspreche ungefähr einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, informierte der Sprecher.

Die Vorbereitungen für die Vorweihnachtszeit hätten schon im Spätsommer begonnen. Zu jener Zeit seien erste Gespräche mit zusätzlichen Mitarbeitern geführt worden, zudem habe es Gespräche mit Lieferanten und Großkunden gegeben, auch Ressourcen seien aufgestockt worden.

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