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Qualitätssiegel für Döbelner Klinikum

Das Krankenhaus ist jetzt zertifiziertes Hernienzentrum. Nach Corona läuft dort wieder vieles normal.

Dr. Stefanie Pausch und Prof. Dr. Dirk Uhlmann stehen im ambulanten OP der Klinik. Hier werden minimalinvasiv Eingriffe an Brüchen vorgenommen.
Dr. Stefanie Pausch und Prof. Dr. Dirk Uhlmann stehen im ambulanten OP der Klinik. Hier werden minimalinvasiv Eingriffe an Brüchen vorgenommen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Das Thema Gesundheit wird derzeit zwar von der Corona-Pandemie dominiert. Aber das Klinikum Döbeln zeigt: Auch in diesen Zeiten gibt es gute Nachrichten. Diesmal in Form einer Urkunde der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, die das Klinikum als Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie ausweist. Praktisch ein Qualitätssiegel.

„Dafür braucht man drei bis vier Jahre Vorlauf, bevor man sich bewerben kann“, sagte Prof. Dr. Dirk Uhlmann, Chefarzt der chirurgischen Klinik. Corona habe das Ganze etwas verzögert. „Der Gutachter konnte mal kommen, mal konnte er nicht kommen“, sagte er.

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300 OPs im Jahr

Hernien – wie die verschiedenen Brüche der Bauchwand im Fachjargon heißen – werden im Klinikum häufig operiert. Etwa um die 300-mal im Jahr. Allein die Hälfte davon Leistenbrüche, aber auch Narbenbrüche, Nabelbrüche und andere Defekte der Bauwand, sagte Dr. Stefanie Pausch, Chefin des Hernienzentrums.

Die Patienten werden in einem Register erfasst, dazu Komplikationen und Rückfälle. Anhand dieser Daten lasse sich dann die Qualität ablesen. Auch die technische Ausstattung und die Weiterbildung des Personals werden bei der Zertifizierung mit einbezogen.

Viel Erfahrungen

Brüche werden am Klinikum schon lange operiert. „Wo viele Operationen gemacht werden, da gibt es auch eine gewisse Erfahrung , Qualität und damit Sicherheit für den Patienten“, sagte Uhlmann.

„Die Patienten kommen oft über die Herniensprechstunde zu uns, die jeden Dienstag von mir oder einem Stellvertreter abhalten wird“, sagte Stefanie Pausch. Brüche entstehen meist ganz klassisch durch schweres Heben oder bei Lungenkranken durch häufiges Husten. „Durch alles, was den Druck im Bauch erhöht. Und durch ein schwaches Bindegewebe“, erklärte Stefanie Pausch.

Operiert werden diese Defekte oft minimalinvasiv mit sogenannten Schlüssellochoperationen.

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Nach dem Abflauen der Corona-Welle ist das Klinikum wieder weitgehend im Normalbetrieb angelangt. Die Zahlen sind noch nicht wieder dieselben wie vor der Pandemie“, sagte Verwaltungsleiter Martin Preißer. „Man bemerkt noch eine gewisse Zurückhaltung bei den Patienten.“ Derzeit würden gar keine Covid-Patienten im Klinikum behandelt.

Belegung 20 Prozent unter normal

Das sah vor einiger Zeit noch anders aus. Das Klinikum hatte eine eigene Abteilung für Covid-Patienten eingerichtet. In der Spitze waren vier der sieben Betten der Intensiv-Station mit Corona-Patienten belegt, sagte Preißer. Die Belegung des Klinikums habe zeitweise 20 Prozent unter normal gelegen.

Der Grund: Patienten mit Corona-Verdacht mussten allein in den Mehrbettzimmern untergebracht werden, so Preißer. Entsprechend hatten auch weniger Operationen geplant werden können.

Einschränkungen gibt es derzeit nur bei den Besuchen. Patienten dürfen nur von zwei Personen sonntags zwischen 14 und 17 Uhr besucht werden. Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen negativen Test. Der sollte schon mitgebracht werden, denn die Testkapazitäten der Klinik seien begrenzt, sodass es dort zu Wartezeiten kommen kann, sagte Preißer.

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