merken
PLUS Döbeln

Mehr Fahrten für den Rettungsdienst

Seit Corona ist das Einsatzaufkommen gestiegen. Ehrenamtler helfen mit aus.

Bei den Einsätzen des Rettungsdienstes spielt Corona bisher nur eine untergeordnete Rolle. Nach wie vor rückten die Einsatzkräfte meist wegen Unfällen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen aus.
Bei den Einsätzen des Rettungsdienstes spielt Corona bisher nur eine untergeordnete Rolle. Nach wie vor rückten die Einsatzkräfte meist wegen Unfällen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen aus. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Muss ein Patient zur Dialyse oder zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus oder zum Arzt und kann nicht selbst fahren, so springt in der Regel der Fahrdienst oder das Taxi ein. Nicht so im Fall von Covid-19.

Sobald bei einem Patienten der Verdacht besteht, dass er sich mit dem Virus infiziert hat, oder er sogar schon positiv auf Corona getestet worden ist, muss der Rettungsdienst den Transport übernehmen, sagt Tino Gaumnitz, Bereichsleiter Rettungsdienst und Vorstandsmitglied beim DRK Kreisverband Döbeln-Hainichen. Die Folge: Die insgesamt 76 Mitarbeiter des Rettungsdienstes in der Region Döbeln haben eine Vielzahl mehr an Transporten zu fahren als sonst.

Anzeige
Baumesse verschoben? Online informieren!
Baumesse verschoben? Online informieren!

Hören und sehen Sie kostenfreie Vorträge für Bauherren, Hauseigentümer und Immobilienkäufer. Einmal anmelden, drei Tage folgen!

Einsatzdauer hat sich verlängert

Schon im März war das kaum zu stemmen. Auch Ende 2020, mit den steigenden Corona-Fallzahlen, spitzte sich die Situation zu. „Seit Anfang Dezember ist ein erhöhtes Einsatzaufkommen im Krankentransport zu verzeichnen. Hinzukommen längere Desinfektionszeiten nach einem Transport mit Covid-Patienten, wodurch Krankentransportwagen gegenüber bisheriger Einsatzdauer länger gebunden sind“, informierte Peggy Hähnel, Pressereferentin am Landratsamt.

Weiterhin sei es durch Verlegungen zu einem höheren Einsatzaufkommen gekommen. Gaumnitz bestätigt dies. Die Fahrtstrecken seien zum Teil etwas länger geworden, sagt er. Grund hierfür sei, dass Patienten mitunter in den nahen Einrichtungen aufgrund der fehlenden Kapazität für Covid-19-Erkrankungen nicht aufgenommen werden konnten.

Allein könne das Team des derzeitigen Regel-Rettungsdienstes die Fahrten daher nicht mehr stemmen, so Tino Gaumnitz. Seit Dezember wird der Rettungsdienst daher von den ehrenamtlichen Kräften der Johanniter, Malteser oder des DRK unterstützt. Jene fahren im Auftrag des Landratsamtes einzelne Krankentransportfahrten für den Rettungsdienst mit.

„Um das Einsatzaufkommen zeitnah abarbeiten zu können, waren und sind zusätzliche Fahrzeuge notwendig. Hierzu erfolgt täglich mit der Integrierten Rettungsleitstelle Chemnitz eine Bedarfsanalyse und Abstimmung zu den benötigten Fahrzeugen. Nach Prüfung mit den Hilfsorganisationen erfolgt gegebenenfalls der Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge“, erklärte Pressereferentin Peggy Hähnel.

Wie lange die Unterstützung durch die Ehrenamtler noch notwendig sein wird, kann Tino Gaumnitz nicht abschätzen. „Das entscheidet der Landkreis und hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen ab“, sagte der 58-Jährige.

Nur wenige Ausfälle wegen Corona

Regelmäßig berichten die Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe SEG Leisnig der Johanniter-Unfall-Hilfe Meißen/Mittelsachsen auf ihrer Facebook-Seite über die gefahrenen Einsätze.

Zwischen dem 10. Dezember und dem 22. Januar wird von mindestens 15 Einsätzen berichtet. Zwischen einem und zwei Krankentransportwagen waren dabei jeweils mit Besatzung unterwegs, um regionale sowie überregionale Patienten zu transportieren.

Abgesehen von den Krankentransportfahrten sei der Dienst für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes im Bereich Döbeln derzeit aber noch gut zu bewältigen, meint Gaumnitz. „Unsere Mitarbeiter arbeiten alle in einer 40-Stunden Woche.“ Die Ausfälle von Personal aufgrund von Covid-19 hätten sich bisher in Grenzen gehalten. „Bei größeren Einbrüchen gibt es Unterstützung von Personal aus dem Ehrenamt oder der Verwaltung. Auch dort gibt es ausgebildete Notfallsanitäter“, sagt der Leiter, der auch selbst mit ausrücken könnte.

Im Gegensatz zum Frühjahr 2020 sei zudem genügend Schutzausrüstung für die Mitarbeiter vorhanden. Jene werde zurzeit palettenweise bestellt, um genügend Vorrat da zu haben. Auch Schnelltests sind für die Mitarbeiter in jeder Rettungswache vorhanden und können somit jederzeit vorgenommen werden. „Aber Gott sei Dank, müssen wir davon nicht oft Gebrauch machen weil die Mitarbeiter sich vorbildlich an die vorgegebenen Hygienevorschriften halten“, so Tino Gaumnitz.

Bei den Einsätzen des Rettungsdienstes spielte Covid-19 eine eher untergeordnete Rolle. „Wenn, dann meist bei einer Verlegung“, so Tino Gaumnitz. Nach wie vor rücke der Rettungsdienst meist aus, weil Personen sich bei Unfällen verletzt haben oder wegen einer lebensbedrohlichen Erkrankung den Notruf gewählt haben.

Bis Ende Oktober 2020 wurden im Bereich des Rettungsdienstes des Landkreises rund 58.000 Einsätze durchgeführt, heißt es vonseiten des Landratsamtes. „Das entspricht einer monatlichen durchschnittlichen Anzahl von rund 2.300 Krankentransportfahrten und 3.100 Rettungseinsätzen, bei denen rund 1.150-mal der Notarzt mit im Einsatz war“, informierte die Behörde.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln