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Riesenkran am Roßweiner Hof

Der Eigentümer des Hauses am Markt 13 lässt Dach und Fassade sanieren. Dabei ist einiges zu beachten.

Die Eigentümer des Hauses am Markt 13 in Roßwein, Heike und Matthias Liebscher, verfolgen die Bauarbeiten. Die Dachdeckerfirma hatte am Dienstag einen 52 Meter großen Kran im Einsatz.
Die Eigentümer des Hauses am Markt 13 in Roßwein, Heike und Matthias Liebscher, verfolgen die Bauarbeiten. Die Dachdeckerfirma hatte am Dienstag einen 52 Meter großen Kran im Einsatz. © Lars Halbauer

Roßwein. Am Roßweiner Hof tut sich etwas. Das Gebäude, das links neben dem Rheinischen Hof steht, bekommt derzeit ein neues Dach. Dazu brauchte es jetzt schwere Technik.

Die Mitarbeiter des Dachdeckerbetriebes Kunze aus Zschaitz-Ottewig sind in den frühen Morgenstunden des Dienstags mit einem 52 Meter großen Kran angerollt.

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„Zunächst musste das alte Dach vom Treppenhaus abgetragen werden“, erklärt Hauseigentümer Matthias Liebscher. Danach wird der Kran die Elemente für das neue Dach nach oben hieven.

Für Liebscher haben die Dacharbeiten an dem im Jahr 1839 erbauten Haus höchste Priorität. „Noch ein weiteres Jahr hätten wir nicht warten können“, sagt er. Nun müsse das Dach schnellstmöglich geschlossen werden. „Sonst machen alle weiteren Arbeiten keinen Sinn.“

Auf dem Hausdach selbst sind derweil schon die sogenannten Unterspannbahnen aufgebracht worden. Im Januar oder Februar nächsten Jahres sollen die Dachziegel drauf sein. Der Hersteller habe wegen der Corona-Pandemie derzeit Lieferschwierigkeiten.

Sächsische Biberschwänze für das Dach

Liebscher muss für die Dachsanierung ganz besondere Steine verwenden – sogenannte sächsische Biberschwänze, die längs mit drei Steifen versehen sind. Diese müssen zwingend dunkelrot sein, „wegen des Denkmalschutzes“, wie er sagt. Denn das Haus soll originalgetreu wieder so hergestellt werden, wie es früher war. Im Jahr 1967 sei das Dach des Hauses schon einmal neu eingedeckt worden.

Auf dem Dachboden hätten zwar die sogenannten Köpfe komplett erneuert werden müssen, aber der knapp 200 Jahre alte Dachstuhl selbst sei erstaunlicherweise gut erhalten. „Dort sind sogar noch die alten Holznägel drin. Das muss natürlich auch alles so bleiben“, erzählt er. Auch die sieben Fledermaus-Gauben auf dem Vorderdach werden wieder angebaut.

„Wir hatten Glück, Schimmel haben wir gar nicht gefunden“, sagt er. Dass 15 Jahre lang die Dachfenster offen standen, habe zwar den Holzbalken teilweise zugesetzt. „Vielleicht ist es aber deswegen auch nicht zu Schimmelbildung gekommen, kann Liebscher nur mutmaßen.

Denkmalsanierung in Roßwein wird gefördert

Gekauft hat der Roßweiner das Haus im Jahr 2016. Für die Sanierung des Daches und des ersten Obergeschosses hat er in diesem Jahr insgesamt 132.000 Euro Fördermittel von Bund und Freistaat Sachsen bekommen. Nun hat er fünf Jahre Zeit, die Planungen umzusetzen. Die 100-prozentige Förderung war möglich, weil das Haus ein stadtbildprägendes Gebäude für Roßwein ist und auf dessen Erhaltung großer Wert gelegt wird. „In dieser Hinsicht stehen die Kommune und der Stadtrat hinter meinem Vorhaben“, so Liebscher.

Wenn die Dacharbeiten abgeschlossen sind, will er als nächstes die Sanierung der Fassade im Hinterhof in Angriff nehmen. Dort müsse das Mauerwerk teilweise komplett erneuert werden. Die Fassade zur Marktseite soll ebenfalls aufgefrischt werden. „Und auch die achtmal geteilten Fenster werden originalgetreu erneuert – die Rahmen sollen nach historischem Vorbild in lichtgrau gehalten sein.“

Die Fassade auf der Marktseite wird nach Abschluss der Dacharbeiten aufgefrischt. Auch neue Fenster werden eingebaut.
Die Fassade auf der Marktseite wird nach Abschluss der Dacharbeiten aufgefrischt. Auch neue Fenster werden eingebaut. © Lars Halbauer

Den Namen „Roßweiner Hof“ hat sich Liebscher übrigens für sein Haus schützen lassen, wie er sagt. Für die Zukunft hat er schon viele Visionen. So könnte er sich gut vorstellen, dass der Hinterhof seines Hauses nach Abschluss der Bauarbeiten mit in die Feierlichkeiten des Roßweiner Weihnachtsmarktes einbezogen wird.

Früher hat sich in dem Gebäude viele Jahre ein Friseur und der Konsum befunden. Nach der Wende zog ein durch einen Vietnamesen betriebenes Obst- und Gemüsegeschäft ein. Nach Liebschers Plänen sollen im Erdgeschoss einmal ein Blumengeschäft und das Büro der neuen Roßweiner Wählervereinigung „Klartext – Wir für Roßwein“ einziehen.

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