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Roßweins Kamelien blühen für sich allein

Die mehr als 200 Jahre alte Alba Plena und weitere Pflanzen stehen in voller Blüte. Anschauen darf sich das wegen Corona aber niemand.

Die Roßweiner Kamelien stehen derzeit in voller Blüte. Anschauen darf sich das wegen Corona niemand.
Die Roßweiner Kamelien stehen derzeit in voller Blüte. Anschauen darf sich das wegen Corona niemand. © Heimatverein Roßwein

Roßwein. Normalerweise wäre jetzt im Roßweiner Kamelienhaus im Wolfstal an den Wochenenden Hochbetrieb. Normal läuft aber wegen der Corona-Pandemie derzeit gerade nicht allzu viel. Und so blühen die etwa 60 Pflanzen diesmal ganz für sich allein.

Besuche von Ausstellungen sind wegen der Kontaktbeschränkungen gerade nicht erlaubt. Der Heimatverein, der sich schon seit vielen Jahren darum kümmert, dass die seltenen Pflanzen von möglichst vielen Besucher bewundert werden können, hat die Saison in Anbetracht der Einschränkungen schweren Herzens komplett absagen müssen. „Wenn überhaupt hätten wir nur eine sehr begrenzte Anzahl an Besuchern einlassen können. Da stehen dann Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis“, sagt Martina Thiele, Vorsitzende des Heimatvereins.

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Nur der Stadtgärtner darf zu den Pflanzen

Der einzige, der sich in dieser Saison an den Blumen erfreuen kann, ist Stadtgärtner Ingolf Kirschstein. Er geht einmal wöchentlich ins Kamelienhaus, um nach dem Rechten zu sehen und sich um die Pflanzen zu kümmern.

Nachdem die Blüte in diesem Jahr etwas verhalten begonnen hat, entfalten die Pflanzen jetzt ihre ganze Pracht. „Die Alba Plena zeigt in diesem Jahr wunderschöne weiße Blüten und auch die rosa und rot blühenden Pflanzen stehen ihr in nichts nach“, sagt Martina Thiele.

Bereits im vergangenen Jahr lief die Kameliensaison wegen Corona nicht wie geplant. „Da konnten wir aber wenigsten anfangen, mussten aber wegen des ersten Lockdowns im März die Saison vorzeitig beenden“, erinnert sich Martina Thiele. Ein Höhepunkt war im vergangenen Jahr die Stippvisite von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Viele Spenden mindern den Verlust

In guten Jahren besuchen bis zu 5.000 Leute die Ausstellung. „Die Schließung bringt natürlich auch einen großen finanziellen Verlust mit sich“, so die Vereins-Chefin. Sie ist deshalb froh darüber, dass auf einen Aufruf hin viele Spenden für die Kamelien eingegangen sind.

„Das hilft uns wirklich gut weiter. Zumindest der Erhalt und die Pflege sind damit abgedeckt“, so Martina Thiele. Geld benötigt der Verein nicht nur für laufende Arbeiten. „In diesem Jahr müssen wir uns auch unbedingt um das Dach des Kamelienhauses kümmern“, so die Vorsitzende.

Winterschaden am Kamelienhaus

Während der sehr kalten Wintertage im Februar sei die automatische Lüftung eingefroren. Dadurch sind einige Streben am Dach verbogen. In Kürze werden sich Fachleute der Gewächshaustechnik aus Dresden den Schaden ansehen und einen Kostenvoranschlag erstellen. Alle zwei Jahren sind überdies Wartungsarbeiten notwendig. „In diesem Jahr ist wieder die Hydraulik dran“, so Martina Thiele.

Der Heimatverein richtet traditionell auch die Ausstellungen im Heimatmuseum „Tonne“ im Rathaus aus. Noch vorm Lockdown im November haben die Mitglieder dort die diesjährige Weihnachtsausstellung aufgebaut.

„Die lassen wir erst einmal stehen. Nach dem Fest ist vor dem Fest“, sagt Martina Thiele. Schließlich gebe es im Erzgebirge auch das ganze Jahr über weihnachtliche Ausstellungen. Warum dann nicht auch einmal in Roßwein?

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