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Kriebsteiner Schiffe sollen im März wieder ins Wasser

An der Talsperre wird an drei Stellen gleichzeitig gebaut. Auch im Winter und trotz Corona soll es weitergehen.

Der Hafen der Talsperre Kriebstein ist eine große Baustelle. Unter anderem wird derzeit Platz für das Aufzugsgebäude geschaffen.
Der Hafen der Talsperre Kriebstein ist eine große Baustelle. Unter anderem wird derzeit Platz für das Aufzugsgebäude geschaffen. © Lars Halbauer

Kriebstein. Auch wenn es noch nicht danach aussieht, Thomas Caro ist sich sicher: „Das wird schön.“ Damit meint er das Hafengelände an der Kriebstein-Talsperre.

Gebaut wird derzeit an drei Stellen gleichzeitig. „An der Promenade wird in den nächsten Tagen der sogenannte Kopfbalken eingeschalt. Neue Mauern sollen im gesamten Uferbereich vor die bereits vorhandenen gesetzt und der Zwischenraum mit einem stabilen Unterbau versehen werden. 

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Dadurch verbreitert sich die Promenade. Die soll zum Ende der Bauarbeiten aufgewertet werden. Mit Sitzgruppen und kleinen bepflanzten Flächen und Blumeninseln soll die Promenade künftig zum Flanieren und Verweilen einladen.

Promenade, Aufzug und Fähranleger

Baustelle Nummer zwei ist die am Aufzugsgebäude. „Die Arbeiten dort laufen parallel“, sagte Thomas Caro. In dem an drei Seiten verglasten Gebäude wird für den barrierefreien Zugang zu den Hafenanlagen ein Behindertenlift eingebaut.

 Überdies wird sich in diesem Gebäude später das Informations- und Kassenbüro, ein Raum für die Technik sowie ein Zwischenlager für die Versorgung auf den Fahrgastschiffen befinden.

Für die Sanierung des maroden Fähranlegers an Baustelle Nummer Drei stehen laut Caro die Stahlbauer in den Startlöchern. Um den Bau des Anlegers hatte der Zweckverband schon viele Jahre gerungen. 

Errichtet wurde der Anleger vermutlich schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Eine Sanierung war daher schon überfällig.

Thomas Caro ist froh, dass auch die wieder steigenden Corona-Zahlen bisher keine Auswirkungen auf den Baufortschritt haben. „Wir liegen im Plan“, sagt er. Inwiefern die Lieferketten in den nächsten Wochen den Infektionszahlen standhalten, vermag er allerdings nicht zu sagen.

Anfang November müssen die Schiffe raus

Im Moment seien die Mitarbeiter des Zweckverbandes dabei, den Hof zu reinigen. In den ersten beiden Novemberwochen werden alle Schiffe aus dem Wasser geholt. Eigentlich sollte der Fahrbetrieb am 31. Oktober enden. „Wir hängen aber noch den Sonntag, 1. November, dran und werden die Besucher an diesem Tag nicht stehenlassen, obwohl die Schiffe noch im Wasser sind“, sagte Caro. Raus müssen die Schiffe aber dann auf jeden Fall. Würden sie während des Winters im Wasser bleiben seien Schäden programmiert.

Im Winter soll weitergebaut werden

Caro hofft, dass es auch über die Wintermonate zu keinem Stillstand auf der Baustelle kommt. „Unsere Planungen sind auf durchgängigen Baubetrieb ausgerichtet“, sagte er. Das sei auch wichtig, um den Termin für die Wiederinbetriebnahme der Fahrgastschifffahrt im März nächsten Jahren halten zu können.

Dabei geht der Geschäftsführer davon aus, dass die Besucher mit der Saisoneröffnung wieder mit den Schiffen fahren können. „Anzunehmen, dass wir bis dahin auch mit sämtlichen anderen Arbeiten am Hafen fertig sind und alles wieder ohne Einschränkungen genutzt werden kann, ist utopisch“, sagte er.

Erst Corona, dann Baustelle

 Die Fahrgastschifffahrt ist die Haupteinnahmequelle des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre. Und die ist in diesem Jahr alles andere als gesprudelt. „Wir hatten ja lediglich sieben Wochen, in denen die Schiffe ohne Einschränkungen fahren konnten. Davor war Corona, und das gesamte erste Halbjahr ist weggebrochen, und dann kam kurz darauf der Baustart. Die Einbußen sind immens, aber da müssen wir erst einmal durch“, sagte er.

Erleichtert ist er nach wie vor trotzdem, dass die Arbeiten nun endlich gestartet werden konnten. Lange hätten sie wegen des maroden Zustandes nicht mehr aufgeschoben werden können. Die Suche nach Förderquellen und deren Bewilligung hatte davor mehrere Jahre in Anspruch genommen.

Besucher genießen das schöne Herbstwetter

Bei herrlichem Herbstwetter seien am zurückliegenden Wochenende noch einmal zahlreiche Besucher an die Talsperre gekommen. „Wir hatten einen regelrechten Ansturm“, sagt Caro. Das eine Fährschiff, das derzeit noch zwischen Erlebach/Lochmühle und Mittweidaer Aue pendelt, sei immer gut besetzt gewesen.

 Außerdem haben die Besucher die Wanderwege genutzt und die Natur genossen. „Die Laubfärbung in den Wäldern um die Talsperre ist derzeit genial“, sagte Caro.

Insgesamt werden 2,25 Millionen Euro in die Sanierung des Hafens gesteckt. Der Baubeginn wurde um drei Wochen auf den 20. Juli vorverlegt. Offizieller Spatenstich war am 20. August. Dabei war auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmar vor Ort.

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