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Schlaglochpiste sorgt für Aufregung

Die S 44 müsste zwischen Brösen und Abzweig Podelwitz dringend saniert werden. Doch die Behörden sehen das nicht so.

Die S44 zwischen Brösen und Abzweig Podelwitz ist voller Schlaglöcher. Mario Bilski fordert, dass die Straße endlich saniert wird.
Die S44 zwischen Brösen und Abzweig Podelwitz ist voller Schlaglöcher. Mario Bilski fordert, dass die Straße endlich saniert wird. © Frank Korn

Leisnig. Wer auf der S44 von Brösen in Richtung Podelwitz fährt, sollte nicht allzu schnell fahren. Schlaglöcher, Aufwerfungen, zerstörte Bankette sorgen dafür, dass die Fahrt einem Slalomparcours gleicht.

Mario Bilski vom gleichnamigen Forstservice fährt beruflich bedingt seit 1990 nahezu täglich auf dieser Straße. „Der Zustand hat sich nicht geändert. Im Gegenteil, er ist schlechter geworden. Immer wird nur geflickt, anstatt ordentlich zu sanieren“, schimpft er. Von Leisnig bis nach Brösen und von der anderen Seite bis zum Abzweig nach Podelwitz ist die S44 saniert worden.

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Nur die etwa drei Kilometer zwischen Brösen und der Kreisgrenze zum Landkreis Leipzig sind in einem miserablen Zustand. „Ich fahre höchstens mit 60 Kilometer pro Stunde, um mein Auto zu schonen“, berichtet der 52-Jährige. Besonders kritisch sei es, wenn sich Lkw und Pkw oder gar zwei Lkw an engen Stellen begegnen. „Dann müssen die Fahrer höllisch aufpassen, dass nichts passiert“, so Bilski.

Besonders gefährlich sei ein Teilstück mit Bodenwellen. „Wenn man da mit der Zugmaschine unterwegs ist und zu schnell fährt, fliegt man raus“, sagt er.

Der Tautendorfer ist Mitglied der CDU-Fraktion im Leisniger Stadtrat. Als bei der Vorbereitung auf die Stadtratssitzung ein Schreiben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) verlesen wurde, sei er fast vom Stuhl gefallen. Darin war davon die Rede, dass mit der Sanierung der Straße in naher Zukunft nicht zu rechnen sei.

Derzeit keine Ausbauabsichten

Sächsische.de fragte beim Lasuv nach. „Um einen zielgerichteten Mitteleinsatz zu gewährleisten, ist zum 1. Januar 2018 die Ausbau- und Erhaltungsstrategie Staatsstraßen 2030 (AES 2030) als verbindliche Grundlage für die Durchführung von Baumaßnahmen an Staatsstraßen eingeführt worden“, sagt Pressesprecher Franz Grossmann.

Diese enthalte unter anderem eine Priorisierung zur Abarbeitung der Straßenbauvorhaben getrennt nach Netzklassen, die die Verkehrsbedeutung abbilden. Grundsätzlich ist dabei vorrangig die Erhaltung von Straßen vor dem Ausbau und Neubau festgehalten.

„Der Zustand des angesprochenen S 44-Abschnittes ist bekannt“, so Grossmann. Der Straßenabschnitt der S 44 zwischen Brösen und Skoplau sei der Netzklasse S2 (Erweitertes Kernnetz) zugeordnet. Für den Abschnitt der Ortsdurchfahrt Brösen sowie den weiteren Verlauf bis zur Kreisgrenze besteht nach AES 2030 Ausbaubedarf, allerdings nicht in Dringlichkeitsstufe 1 (hohe Dringlichkeit).

Aus Gründen der nachgeordneten Priorität, der Dringlichkeit anderer Netzabschnitte im Bereich der Lasuv-Niederlassung Zschopau (Landkreise Mittelsachsen und Erzgebirge) und in Abwägung eines gezielten Mitteleinsatzes gibt es hier derzeit keine Ausbauabsichten.

Strecke unter Beobachtung

Für den benannten Streckenabschnitt Brösen bis Skoplau besteht gemäß AES 2030 Erhaltungsbedarf. Die Möglichkeit zur mittelfristigen Einordnung einer Fahrbahnerhaltungsmaßnahme wird derzeit geprüft. Allerdings lässt sich hier belastbar noch keine Aussage zu einem möglichen Realisierungszeitraum treffen, insbesondere vor dem Hintergrund des noch ausstehenden Beschlusses des Doppelhaushaltes 2021/2022 durch den sächsischen Landtag.

Der Streckenabschnitt steht unter Beobachtung der gebietszuständigen Straßenmeisterei, sodass gegebenenfalls. notwendige Instandsetzungsarbeiten zeitnah erfolgen können und die Verkehrssicherheit weiterhin gewährleistet werden kann.

Die Stadt ist von der Entscheidung des Landesamtes nicht begeistert. „Allerdings kann man daran wenig rütteln“, sagte Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Immerhin sei vorgesehen, Maßnahmen zum Erhalt der Straße einzuleiten. Im Stadtrat am Donnerstag stellte er eine Lösung vor, dass die Stadt den Bau des Radweges an der S44 von Leisnig nach Brösen und weiter bis zur Kreisgrenze übernimmt.

Die Förderquote für diese Variante liegt bei 90 Prozent. Vielleicht könne man auf diesem Weg erreichen, den Ausbau der Straße möglichst zeitnah vorzunehmen. Dieser Vorschlag muss nun diskutiert werden.

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