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Döbeln

Flohmarkt und Kuchen füllen Vereinskasse

Der Heimatverein Schrebitz muss jeden Monat 350 Euro Betriebskosten aufbringen. Das ist in Corona-Zeiten schwierig.

Zurzeit wird der Platz vor der Kulturschule, in der sich das Heimatmuseum befindet, saniert.
Zurzeit wird der Platz vor der Kulturschule, in der sich das Heimatmuseum befindet, saniert. © Dietmar Thomas

Ostrau. Gern erinnert sich Birgit Müller an die unbeschwerten Zeiten in den vergangenen Jahren. Viele Veranstaltungen waren möglich. Schulklassen kamen, um am historisch gestalteten Unterricht teilzunehmen und das Museum zu besuchen. Damit floss auch Geld in die Vereinskasse, damit unter anderem die Betriebskosten in Höhe von monatlich 350 Euro bezahlt werden können.

Doch in diesem Jahr sieht es anders aus. Corona macht den Mitgliedern des Vereins einen Strich durch die Rechnung. Sie haben neben den Einbußen durch weniger Veranstaltungen und Besucher auch weniger Einnahmen bei der Vermietung des Veranstaltungsraums für Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Klassentreffen.

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Auch wenn die Corona-Bestimmungen die Schrebitzer einschränken, den Kopf in den Sand stecken oder jammern wollen sie nicht. Im Gegenteil. Sie haben seit April statt ein Mal im Monat jetzt jeden Sonntag geöffnet. Neben den tollen Angeboten im Museum gibt es außerdem noch Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. „Das nehmen unsere Gäste gern an“, so Vereinsvorsitzende Birgit Müller. 

Und sie hat sich noch etwas einfallen lassen, um das Angebot für die Gäste zu erweitern. Es gibt einen Flohmarkt – es werden neue oder fast neue Bücher für jedes Alter angeboten. Auch Spiele können für wenig Geld erworben werden. „Wir haben ein Hygienekonzept für das Museum erarbeitet. Bei uns ist es kein Problem die geforderten Abstände einzuhalten“, so Birgit Müller.

In den vergangenen Jahren war der historische Unterricht im Heimatmuseum bei Grundschulklassen sehr begehrt.
In den vergangenen Jahren war der historische Unterricht im Heimatmuseum bei Grundschulklassen sehr begehrt. © Dietmar Thomas

Hoffnung auf Weihnachtsmarkt

Sie hofft, dass wenigstens der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr noch über die Bühne gehen kann und da noch ein paar Einnahmen erwirtschaftet werden können. „Die Vorbereitungen laufen“, so die Vereinsvorsitzende. Sie hat auch schon von Sponsoren Preise für die begehrte Tombola bekommen. Diese werden von Vereinsmitgliedern schön verpackt, so dass die Verlosung gleich noch einmal mehr Freude bereitet. Auch die Kita-Gruppe aus Kiebitz probt schon für ihren Auftritt. 

Denn bis zum 5. Dezember sind es nur noch wenige Wochen. An diesem Tag sollen auch die Akrobatik-Gruppe aus Schrebitz und der „Fröhliche Akkordeonexpress“ die Gäste unterhalten. Gefeiert werden soll nur im Außenbereich.

„Nun gibt es nur noch zwei Dinge, die uns ausbremsen können“, so Birgit Müller. Das sind zum einen die allgemeinen Corona-Bestimmungen wegen steigender Infektionszahlen und zum anderen die Bauarbeiten am Vorplatz. Die sind in vollem Gange. 

Vorplatz wird saniert

Die Firma Andrä Straßen- und Wegebau aus Leisnig kennt das Ziel und bemüht sich, dieses einzuhalten. Zurzeit werden die Leitungen verlegt. Im nördlichen Bereich werden neue Straßenabläufe gesetzt und in die Kanalisation eingebunden. Der Weg parallel zum Sportplatz wird asphaltiert. Die vorhandene Geländeerhöhung wird zum Bau einer kleinen Bühne genutzt. Das Projekt wird zu 80 Prozent aus dem Leader-Programm gefördert. Insgesamt soll das Vorhaben 250.000 Euro kosten. 

„Dem Baubetrieb kann ich nur ein Lob aussprechen. Wir können immer an das Gebäude heranfahren“, so Birgit Müller. Ortsvorsteherin Anita Böhm sprach die Baustelle zur Ratssitzung an. Der Heimatverein mache sich Sorgen, dass der Weihnachtsmarkt ausfallen muss, sagte sie. Wegen den Einschränkungen und dem Lockdown wegen Corona komme der Verein an seine finanziellen Grenzen.

Birgit Müller ist noch optimistisch: „Vielleicht sind die Pflasterarbeiten nicht abgeschlossen, aber es wäre ein Traum, wenn wir am 5. Dezember den Weihnachtsmarkt durchführen und den Vorplatz einweihen könnten“. Und wenn das nicht möglich sei, so würde der Weihnachtsmarkt verschoben. Schließlich würde sich auch im Januar oder im Februar jeder über ein Fest in der Dorfgemeinschaft freuen. Die Preise der Tombola sollen auf jeden Fall nicht umsonst eingepackt worden sein.

Neue Sonderausstellung geplant

Das Heimatmuseum öffnet am kommenden Sonntag zum letzten Mal in diesem Jahr. Von 14 bis 17 Uhr werden die Gäste erwartet. „Bei uns gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Wir haben einige Ergänzungen vorgenommen. 

Außerdem ist die Sonderausstellung über den Schrebitzer Magnus Guido Uhlemann zu sehen. Er hat sich wesentlich um die Entwicklung des Guts Görlitz bei Schrebitz und der Landwirtschaft in der Region verdient gemacht. „Für das nächste Jahr bereiten wir eine Ausstellung mit Spielen aus der DDR-Zeit sowie Glas und Keramik vor“, sagte Birgit Müller. 

Dafür und die Vorbereitung des Weihnachtsmarktes nutzen die Schrebitzer Heimatfreunde die Schließzeit vom 2. November bis zum März. „Da wir Heizkosten sparen wollen, sind die Räume in dieser Zeit so kalt, dass wir keine Besucher empfangen können“, so die Vereinsvorsitzende.

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