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Rückblick: Schreckensnacht in Westewitz

Nach einem Kellerbrand stehen die Bewohner eines Hauses auf der Straße. Noch immer haben nicht alle Mieter eine neue Wohnung.

Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert zeigt eine der Wohnungen, die für die vom Brand betroffenen Mieter hergerichtet wurden.
Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert zeigt eine der Wohnungen, die für die vom Brand betroffenen Mieter hergerichtet wurden. © Dietmar Thomas

Großweitzschen. Für die Mieter eines Wohnblocks Am Waldrand 83 in Westewitz ist die Nacht zum 9. September eine Horrornacht. Im Keller ist ein Feuer ausgebrochen. Um Mitternacht wird die Feuerwehr alarmiert. Der Rauch zieht durch den gesamten Wohnblock, weil der Kellergang durchgängig ist. Die Bewohner können sich alle retten, verletzt wird niemand.

Ein Brandursachenermittler der Polizei untersucht den Keller am Morgen hinsichtlich der Brandursache. „Im Ergebnis dessen ist von Brandstiftung auszugehen“, sagt eine Polizeisprecherin. Später kommen daran Zweifel auf, doch die Polizei bestätigt nochmals, dass es sich um Brandstiftung handelt. Wer das Feuer gelegt haben könnte, ist bis heute unklar.

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Nach dem Brand in der Nacht zum 9. September standen die Bewohner des Wohnblocks buchstäblich auf der Straße.
Nach dem Brand in der Nacht zum 9. September standen die Bewohner des Wohnblocks buchstäblich auf der Straße. © privat

In den Häusern wird der Strom abgestellt. Die Mieter sind über Nacht im sogenannten Beigut in Westewitz untergebracht. Zur Betreuung wird die Johanniter Unfallhilfe Leisnig gerufen. Die zehn Einsatzkräfte kümmern sich um die Versorgung der Betroffenen und der Feuerwehrleute. „Es hat uns an nichts gefehlt“, sagt Sigrid Kühnel, eine der Mieterinnen.

Am Vormittag dürfen die Bewohner zumindest kurz in ihre Wohnungen, um Kleidung und andere Gegenstände zu holen. Einige wirken ratlos, wissen nicht, wie es weitergehen soll. Derweil kümmert sich die Gemeinde, der die Wohnhäuser gehören, um die Unterbringung der Mieter. „In dem Wohnblock sind 18 Wohnungen belegt“, sagt Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Dann hat er schon wieder das Telefon am Ohr, um den zeitweiligen Umzug der Mieter zu organisieren.

Zwei Eingänge schnell wieder nutzbar

Einige von ihnen kommen auf dem benachbarten Klinikgelände unter. So wird im Haus Falkennest der Wohnstätten gGmbH „Die Brücke“ eine Wohnung eingeräumt. Eine weitere ist kürzlich in dem Haus, in dem sich die Verkaufsstelle befindet, frei geworden. „Dort soll eine fünfköpfige Familie vorübergehend untergebracht werden. Die Wohnung ist teilmöbliert“, sagt Eigentümerin Ramona Lässig.

Auch in der Fachklinik Bethanien kommen einige Leute unter. Dort gibt es Miet- und Gästewohnungen, die die Klinikleitung sofort zur Verfügung gestellt hat. Am Nachmittag gibt es zumindest für die Bewohner der Eingänge C und D eine gute Nachricht. Sie können ihre Wohnungen wieder nutzen. Strom und Wasser liegen wieder an.

Anders ist die Situation für die Mieter in den in den Eingängen A und B. „Hier ist der Schaden größer, es ist alles verschmort“, sagt Jörg Burkert.

Acht Mieter brauchen neue Bleibe

Insgesamt acht Mieter aus den beiden Eingängen brauchen eine neue Bleibe. Die Gemeinde hat ihnen die Möglichkeit eingeräumt, sich leer stehende Wohnungen in anderen Häusern Am Waldrand anzusehen. „Davon haben auch alle Gebrauch gemacht“, sagte Burkert.

Die Herrichtung der Wohnungen dauert jedoch seine Zeit. Immerhin ist bis Weihnachten ein Teil der Betroffenen umgezogen. „Anfang Januar werden zwei weitere Wohnungen fertig. Die restlichen beiden sollen ebenfalls im Januar fertiggestellt werden“, sagt der Bürgermeister.

Er hätte sich selbst gewünscht, dass es schneller geht. Es sei aber nicht einfach gewesen, die erforderlichen Firmen für das Vorrichten der Wohnungen zu finden. Besonders im Bereich Fliesenleger ist das der Fall gewesen. Einen Teil der Arbeiten hat der Bauhof der Gemeinde übernommen.

Versicherung bewilligt 75.000 Euro

Für den Brandschaden im Keller hat die Versicherung 75.000 Euro bewilligt. Das Geld soll genutzt werden, um Wasser- und Elektroleitungen sowie die Heizungsanlage instand zu setzen. An dem Plan, die Wohnungen in den beiden Eingängen des Brandhauses vorerst leer stehen zu lassen, hält die Gemeinde fest. Über deren Sanierung soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Besonders für die Mieter, aber auch für alle anderen, sei der Brand ein großer Schock gewesen. Der Bürgermeister zeigt sich aber von der großen Welle der Hilfsbereitschaft begeistert. „Mein Dank geht an alle, die geholfen haben. Angefangen bei der Feuerwehr und den Johannitern über das Fachkrankenhaus Bethanien und die Wohnstätten gGmbH Die Brücke, bis hin zu den Firmen. Und ganz besonders an die betroffenen Mieter für ihre Geduld“, sagt Jörg Burkert.

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