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Schulkameraden für eine Woche

Der zwölfjährige Francesco reist mit dem Zirkus der Eltern mit. Doch wie ist sein Schulbesuch geregelt?

Francesco (links) und Emil haben sich angefreundet. Für eine Woche waren sie Klassenkameraden.
Francesco (links) und Emil haben sich angefreundet. Für eine Woche waren sie Klassenkameraden. © Lars Halbauer

Leisnig/Großweitzschen. Es ist, als würden sich die beiden Jungs schon ewig kennen. Ihr Umgang miteinander wirkt vertraut, immer wieder ist fröhliches Lachen zu hören.

Dabei kennen sich Francesco und Emil erst eine knappe Woche. Francesco ist mit dem „1. Ostdeutschen Projektcircus Andre Sperlich“, in dem seine Eltern arbeiten, in der vergangenen Woche an der Grundschule Großweitzschen zu Gast gewesen.

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„Ich finde es nicht so toll, dass wir ständig unterwegs sind“, sagt der Zwölfjährige. Dennoch unterstützt er seine Eltern, wo er kann. Er hilft beim Auf- und Abbauen, kümmert sich um die Musik und tritt auch selbst bei den Vorstellungen auf. „Wenn mal ein Kind wegen Krankheit ausfällt, muss ich einspringen. Egal, ob bei einer Trapezübung oder beim Seiltanz“, so Francesco.

Gemeinsames Fußballtraining

Wie jedes Kind muss Francesco aber die Schule besuchen. Deshalb ist er in den Zeiten, in denen der Zirkus durchs Land tourt, jede Woche an einer anderen Schule. Im Normalfall kümmern sich seine Eltern darum, eine Schule zu finden. Doch in Großweitzschen hatten sie Unterstützung von Diana Hörnig, die Leiterin der Grundschule ist. Sie rief bei ihrer Kollegin Kristin Dorias-Thomas in Leisnig an.

So kam es, dass Francesco und Emil, der Sohn von Diana Hörnig, eine Woche lang Schulkameraden gewesen sind. Als Emil Francesco zum ersten Mal gesehen hat, war er nicht gerade begeistert. Doch einen Tag später wirkte Francesco schon viel sympathischer auf ihn.

Einmal war Francesco sogar mit Emil zum Fußballtraining. „Ich spiele gerne Fußball, auch wenn ich nicht in einem Verein Mitglied bin“, sagt Francesco. Emil bestätigt, dass sein Freund ganz gut kicken kann. „Mit dem Zidane-Trick kann er etwas anfangen“, sagt Emil mit Anerkennung.

In der letzten Septemberwoche gastiert der Projektzirkus in Waldheim. „Ich komme vorbei“, verspricht Emil. In vielen Schulen ist Francesco schon bekannt, weil der Zirkus schon früher in den jeweiligen Orten gastiert hat. Dann fällt ihm auch die Umstellung nicht schwer.

Der Artikel wurde am 15. 09. 2021, 18.15 Uhr, geändert.

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