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So läuft Silvester in der Region Döbeln

Es gibt ein Böllerverbot. Die Einkaufsmärkte schließen spätestens 14 Uhr. Die Polizei kontrolliert mit mehr Kräften.

So viele Raketen werden in diesem Jahr zu Silvester nicht zu sehen sein. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist untersagt. Zudem gibt es für 48 Stunden in Mittelsachsen ein Böllerverbot.
So viele Raketen werden in diesem Jahr zu Silvester nicht zu sehen sein. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist untersagt. Zudem gibt es für 48 Stunden in Mittelsachsen ein Böllerverbot. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Der Landkreis Mittelsachsen hat am späten Dienstagnachmittag eine Allgemeinverfügung zur Verwendung von Feuerwerk über Silvester erlassen. Demnach ist es vom 31. Dezember 0 Uhr bis zum 1. Januar 24 Uhr verboten, jegliches Feuerwerk oder andere pyrotechnische Gegenstände ab der Kategorie 2 im öffentlichen und öffentlich zugänglichen privaten Raum zu zünden.

„Damit sollen Ansammlungen von Menschen vermieden und die an der Belastungsgrenze arbeitenden Kliniken geschützt werden“, erklärt Landkreissprecher André Kaiser. Ausgenommen von der Regelung sind unter anderem Wunderkerzen und sogenannte Tischfeuerwerke, die auch im geschlossenen Raum verwendet werden können. Ähnliche Verfügungen haben bereits der Erzgebirgskreis und die Stadt Chemnitz erlassen.

Stars im Strampler aus Döbeln
Stars im Strampler aus Döbeln

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Der Kreissprecher weist zusätzlich darauf hin, dass auch zu Silvester die Kontaktbeschränkungen gelten: Zusammen feiern dürfen maximal fünf Personen aus zwei Hausständen.

Roßwein sagt Feuerwerk ab

Die Stadt Roßwein, die geplant hatte, für ihre Einwohner in der Silvesternacht ein Höhenfeuerwerk zu zünden, muss nach der Allgemeinverfügung dieses nun wieder absagen. Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) bedauert das. „Das Feuerwerk sollte eine kleine Entschädigung für das ausgefallene Schul- und Heimatfest und die 800-Jahrfeier sein“, sagte er.

Gleichzeitig hatte sich das Stadtoberhaupt erhofft, dass dadurch viele Roßweiner darauf verzichten, private Restbestände an Feuerwerkskörpern zu verwenden. Lindner hofft, dass das Feuerwerk nun zum Jahreswechsel 2021/22 nachgeholt werden kann.

Eher Feierabend für Verkäuferinnen

Knapp 50 Frauen und Männer sorgen in der Region Döbeln dafür, dass die Kunden der Filialen von Aldi-Nord täglich mit Obst und Gemüse, aber auch anderen Nahrungsmitteln und weiteren Artikeln versorgt werden. Normalerweise standen die Mitarbeiter nach Angaben eines Unternehmenssprechers auch an Silvester bis 16 Uhr in den Märkten. Doch nicht so im Corona-Jahr 2020. Laut einem Beschluss der sächsischen Landesregierung müssen die Geschäfte in diesem Jahr bis spätestens 14 Uhr ihre Türen schließen.

„Wir haben im November ein Gesetz geändert, das noch in diesem Jahr seine Wirkung entfaltet und vielen Familien ein positives Jahresende beschert. Viele Kinder können in diesem Jahr ihre Eltern sehen, bevor sie ins Bett müssen. Denn 14 Uhr ist Feierabend im Einzelhandel, Silvester gehört den Familien!“, sagt der Döbelner Abgeordnete Henning Homann, Fraktionsvize und arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

„Wer übers Jahr an vielen Wochenenden arbeiten muss, viele Abende im Supermarkt bis weit nach 22 Uhr schuftet, hat es verdient am Silvesterabend frei zu haben.“ Die Gesetzesänderung gehe auf eine Anregung von Betriebsräten aus dem Einzelhandel zurück. Homann hatte den Vorschlag aufgenommen und den Gesetzentwurf eingebracht.

Der Döbelner Henning Homann, Landtagsabgeordneter der SPD, hatte sich für die verkürzten Ladungsöffnungszeiten an Silvester eingesetzt.
Der Döbelner Henning Homann, Landtagsabgeordneter der SPD, hatte sich für die verkürzten Ladungsöffnungszeiten an Silvester eingesetzt. © PR

Meisten Märkte bis 14 Uhr geöffnet

„In Gesprächen vor Ort habe ich von den Einzelhändlern erfahren, dass die kleinen Geschäfte in der Innenstadt ihre Läden überwiegend schon jetzt um 14 Uhr schließen, um mit ihren Familien das Jahr ausklingen zu lassen. Die Gesetzesänderung führt nun dazu, dass auch die Beschäftigten der großen Discounter diese Möglichkeit haben. Diese hatten in den letzten Jahren meist bis 16 oder sogar 18 Uhr geöffnet“, so Homann. So auch die Filialen von Aldi-Nord, welche bis 16 Uhr geöffnet hatten, oder Kaufland, die je nach Standort zwischen 14 und 18 Uhr ihre Türen an Silvester geschlossen haben.

„Durch das in diesem Jahr von der Bundesregierung ausgesprochene Feuerwerkverkaufsverbot kommen wir mit den reduzierten Öffnungszeiten gut zurecht“, sagte Dr. Axel vom Schemm von Aldi. Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Entscheidung äußerte sich der Sprecher, wie auch die Vertreter anderer Märkte, nicht.

„Da die Kaufleute ihren Mitarbeitenden nach dem herausfordernden Jahr und der anstrengenden Weihnachtswoche eine kurze Verschnaufpause gönnen möchten, dehnen wir die Öffnungszeiten aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht weiter aus. Auch unsere Mitarbeitenden haben sich Zeit für die Vorbereitung auf ihren Silvesterabend verdient“, äußerte sich Stefanie Schmitt von der Unternehmenskommunikation von der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung & Co. KG.

Die Märkte in Roßwein, Waldheim und Hartha haben jeweils von 7 bis 14 Uhr geöffnet, Leisnig öffnet von 8 bis 12 Uhr, Ostrau von 7 bis 12 Uhr, wie jeweils sonnabends. Der Edeka-Markt in Döbeln wird von 7 bis 13 Uhr wie im Vorjahr geöffnet haben. Die Filialen von Netto werden im gesamten Altkreis jeweils von 7 bis 14 Uhr geöffnet sein. Ähnlich sieht es beim Discounter Lidl aus.

Jana Ulbricht ist die Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.
Jana Ulbricht ist die Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz. © PD Chemnitz

Polizei plant mit mehr Kräften

Mit mehr Personal als sonst an Silvester wird die Polizeidirektion Chemnitz in diesem Jahr im Einsatz sein. Darüber informierte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. „Neben einer immer für diesen Tag geplanten Verstärkung der Streifendienste der Reviere, werden auch alle Einsatzeinheiten der Polizeidirektion zum Einsatz kommen“, sagte Ulbricht.

Die Beamten erhielten zudem Unterstützung, wie in den Vorjahren auch, durch die Kollegen der Sächsischen Bereitschaftspolizei. Wie viele Kräfte konkret im Einsatz sein werden, dazu äußerte sich Ulbricht jedoch nicht. „Es sind zum Jahreswechsel 2020/2021 jedoch deutlich mehr als im Vorjahr.“

Bei ihren Kontrollen werden die Beamten vor allem auf die Einhaltung der Sächsischen Corona-Schutzverordnung, insbesondere mit Blick auf die Kontakt- und Abstandsregelungen, die Maskenpflicht, so sich Menschen begegnen, sowie das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit achten, äußerte sich die Sprecherin.

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