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Sind Schulkinder an der Gartenstraße in Gefahr?

Vor der Waldheimer Bibliothek soll ein neues Buswartehäuschen gebaut werden. Dort gibt es aber noch mehr Probleme.

An der Haltestelle Gartenstraße soll ein Pavillon (der hintere) zurückgebaut und an dessen Stelle ein Buswartehäuschen errichtet werden. Der runde Unterstand an der Straße bleibt stehen.
An der Haltestelle Gartenstraße soll ein Pavillon (der hintere) zurückgebaut und an dessen Stelle ein Buswartehäuschen errichtet werden. Der runde Unterstand an der Straße bleibt stehen. © Dietmar Thomas

Waldheim. Viele Jahre haben sie ihren Dienst getan, nun sind sie marode. Die beiden Pavillons an der Bushaltestelle vor der Bibliothek an der Gartenstraße sollen weg. Die Haltestelle wird besonders von den Schülern der Grund- und Förderschule genutzt.

Die Scheiben sind nur noch teilweise vorhanden, die Dachschindeln locker. Die beiden Rondells bieten einen traurigen Anblick. „Eine Reparatur ist mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand verbunden, vor allem finanziell“, erklärte Christian Voigt vom Tiefbauamt den Stadträten in der Sitzung des Technischen Ausschusses (TA).

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Nur Abriss erscheint sinnvoll

Obwohl das Tiefbauamt mehrere Optionen geprüft habe, erscheine nur der Abriss sinnvoll. Stattdessen soll ein neues Buswartehäuschen gebaut werden, eine sogenannte Dreifeldbushaltestelle. Die kostet 10.850 Euro. 

Insgesamt sind in der Bushaltestellenkonzeption im Haushaltsplan der Stadt 17.000 Euro eingestellt worden, 7.000 Euro sind allerdings mit einer Haushaltssperre belegt. Die fehlenden 850 Euro könnten aber dem Budget entnommen werden.

Geplant war zunächst, beide Pavillons abzureißen und den an der Giebelseite des angrenzenden Hauses zu ersetzen.

Sorge um die Sicherheit der Kinder

Doch damit waren nicht alle Ausschussmitglieder einverstanden. „Ich habe mit dieser Variante große Bauchschmerzen“, sagte Albrecht Hänel (CDU). Zu den Stoßzeiten würden sich regelmäßig sehr viele Kinder in diesem Bereich aufhalten. „In den Pavillons ist wesentlich mehr Platz, als es in einem Buswartehäuschen sein wird“, so Hänel weiter.

 Seiner Meinung nach habe das zur Folge, dass sich die Kinder noch mehr im Gefahrenbereich aufhalten. Ob es nicht möglich sei, noch ein zweites Häuschen zu planen, wollte er wissen. „Es ist doch für die Sicherheit unsere Kinder. Da müssen wir eben durch und das Geld irgendwie bereitstellen“, sagte er. Dem pflichtete auch Dieter Hentschel (Die Linke) bei.

Eltern sammeln Unterschriften

Antje Winkler (SPD) brachte noch einen weiteren Punkt ins Spiel. Die Eltern der Grundschüler seien generell unzufrieden mit der Situation an der Gartenstraße, habe sie aus Gesprächen erfahren. Es sei gefährlich dort, das Verkehrsaufkommen hoch, parkende Autos schränken zusätzlich die Sicht ein. 

Deshalb hätten die Eltern Unterschriften gesammelt und diese an die Kommune mit der Bitte um Abhilfe weitergeleitet. „Vielleicht kann das bei der Entscheidung um das Buswartehäuschen im Zusammenhang betrachtet und damit auch auf das Anliegen der Eltern reagiert werden“, sagte sie.

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) sieht das nicht so. „Die Petition der Eltern bezieht sich auf den fließenden Verkehr. Es sind zwei verschiedene Baustellen.“ Während einer Verkehrsschau, an der neben der Kommune auch Vertreter der Polizei sowie des Landkreises teilnehmen, soll die Verkehrsführung auf der Gartenstraße demnächst genauer unter die Lupe genommen werden.

Ein Pavillon bleibt stehen

Die Entscheidung, wie es mit der Gestaltung der Bushaltestelle weitergeht, habe dabei keine wesentliche Bedeutung. Die Ausschussmitglieder entschieden sich schließlich dafür, einen der beiden Pavillons stehen zu lassen. Der andere soll wie geplant zurückgebaut und an dessen Stelle das Buswartehäuschen errichtet werden.

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Bedenken um der Sicherheit für Kinder werden auch in der großen Online-Umfrage zum Familienkompass deutlich. Lediglich zehn Prozent der Teilnehmer beantworten in Waldheim in der Rubrik „Verkehr“ die Frage, ob sich ihre Kinder sicher bewegen könnten, mit Ja, 25 Prozent sehen das nicht so. Noch schlechter fällt die Bewertung eines sicheren Schulweges mit dem Fahrrad aus: Drei Viertel der Befragten antworteten, dass dies nicht der Fall sei. Nur rund fünf Prozent sehen den Schulweg mit dem Rad als sicher an.

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