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Smartphone ruft Feuerwehr zum Einsatz

Das System wird bei der Wehr in Waldheim schon geraume Zeit genutzt. Nun werden auch die Kriebsteiner Kameraden darüber alarmiert.

Von Frank Korn
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Das Foto zeigt die Angaben, die in der App zu einem Brand in Waldheim gemacht wurden. Aufgeführt sind unter anderem auch die angeforderten Fahrzeuge sowie die Ortswehren, die alarmiert wurden.
Das Foto zeigt die Angaben, die in der App zu einem Brand in Waldheim gemacht wurden. Aufgeführt sind unter anderem auch die angeforderten Fahrzeuge sowie die Ortswehren, die alarmiert wurden. © Frank Korn

Kriebstein/Waldheim. Seit Kurzem haben die Kameraden der Ortsfeuerwehren Kriebethal, Höfchen, Grünlichtenberg und Reichenbach die Möglichkeit, sich über eine Smartphone-App zu Einsätzen alarmieren zu lassen.

Das System der Firma Alarm Dispatcher aus Dresden wird bereits seit einigen Jahren von der Waldheimer Feuerwehr und ihren Ortswehren genutzt. Nun wurden die Kriebsteiner Alarmierungen an die Basisstation der digitalen Meldeempfänger (DME) in Waldheim angeschlossen. „Dank der Waldheimer Stadtverwaltung wird kommunale Zusammenarbeit tatsächlich gelebt“, sagte Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler).

Die beiden Kommunen teilen sich die Grundkosten. Jeder einzelne Feuerwehrkamerad, der dieses System nutzt, wird separat pro Gemeinde abgerechnet. Stefan Dege, Leiter des Ordnungsamtes Waldheim, erachtet die Zusammenarbeit als vorteilhaft. Und das nicht nur aus Gründen der Kostenersparnis.

Unkomplizierte Rückmeldung

„Der besondere Vorteil ist, dass gezielt die Kameraden angesprochen werden, die für den Einsatz benötigt werden. Diese wiederum können sich per Fingerdruck auf das Display schnell und unkompliziert zurückmelden.

So weiß der Einsatzleiter oder Gruppenführer im Gerätehaus binnen weniger Minuten, wer zum Einsatz kommt, ob die Einsatzstärke erreicht ist und auf wen man noch warten oder ob nachalarmiert werden muss“, erklärte Dege. Das alles bedeute einen entscheidenden Zeitgewinn, der bei der Alarmierung mit den oft unzuverlässigen Funkempfängern nicht zu erreichen ist.

Nur zusätzliches Instrument

Stefan Dege weist aber darauf hin, dass die Smartphone-App nur als zusätzliches Instrument dient. „Die herkömmliche Sirene und die Funkbenachrichtigung via Pager sind für die Alarmierung nach wie vor bindend“, so Dege.

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Die Feuerwehren in Waldheim und Kriebstein sind nicht die einzigen, die an das System angeschlossen sind. Vor einem Jahr ist die App auch für die Wehren in Ostrau und Zschaitz-Ottewig angeschafft worden. Auch hier teilen sich die beiden Gemeinden die Kosten.

Laut Referenzliste des Herstellers gehören auch die Freiwillige Feuerwehr Leisnig und der DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen zu den Nutzern. Letzterer nutzt seit über zwei Jahren die Alarm-Dispatcher-App zur Alarmierung seiner Rettungskräfte. „Über 70 Nutzer aus den verschiedensten Einheiten (Einsatzzug, aber auch Schnelleinsatzgruppen und die Wasserwacht) werden mit dem System alarmiert. Auch während der Organisation der regionalen Test- und Impfzentren wurde die App eingesetzt“, heißt es auf der Internetseite alarm-dispatcher.de.

Die App gibt es seit 2014. Ein Jahr später wurde das Programm mit der Freiwilligen Feuerwehr Freiberg unter Realbedingungen getestet.