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So krank ist Waldheims Wald

Viele Bäume sind durch Trockenheit geschädigt. Zumindest für ein Waldstück gibt es eine Idee.

Optisch ein Hingucker, aber ein Zeichen, dass der Baum krank ist. Revierförster Dirk Tenzler zeigt einen Pilz, der an einer Roteiche auf dem Eichberg gewachsen ist.
Optisch ein Hingucker, aber ein Zeichen, dass der Baum krank ist. Revierförster Dirk Tenzler zeigt einen Pilz, der an einer Roteiche auf dem Eichberg gewachsen ist. © Dietmar Thomas

Waldheim. Auf den ersten Blick sind die Schäden nicht zu sehen. Auf den zweiten aber schon. Kahle Baumwipfel, abgestorbene Äste, Pilz- und Schädlingsbefall. Viele Bäume auf Waldheims Eichberg haben eine Markierung erhalten und stehen unter Beobachtung.

Die Markierungen hat Revierförster Dirk Tenzler angebracht. „Es muss dringend etwas gemacht werden“, sagt er. Allein für die Verkehrssicherungspflicht, die die Kommune für den kommunalen Wald hat, seien rund 20.000 Euro nötig, erklärte Tenzler den Mitgliedern des Technischen Ausschusses bei einer Exkursion durch den Eichberg-Wald.

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Die sogenannte Problemeiche am Waldheimer Eichberg: Die Äste sind kahl. Der Baum muss stückchenweise von oben abgetragen werden.
Die sogenannte Problemeiche am Waldheimer Eichberg: Die Äste sind kahl. Der Baum muss stückchenweise von oben abgetragen werden. © Dietmar Thomas

Gleich am Eingang steht die sogenannte Problemeiche. Wer nach oben schaut, sieht die kahlen Äste. „Der Baum kann nur von oben stückweise abgetragen werden. Mit schwerer Technik kommt man da nicht ran“, so Tenzler.

Kommune hat die Verkehrssicherungspflicht

Waldheims Wald sei gut möbliert, sagt er und meint damit die vielen Bänke, die aufgestellt worden sind. „Es muss klar sein, dass die Sitzgelegenheiten regelmäßig kontrolliert werden müssen, ob etwa lose Äste herunter fallen könnten, wenn jemand darauf sitzt.“ Auch Geländer und Stufen müssten sicher sein und regelmäßig einer Prüfung unterzogen werden.

Am Waldhang von der Straße An der Zschopau liegt ein entwurzelter Baum quer. „Man muss hier genau überlegen, ob man ihn nicht lieber liegenlässt, anstatt ihn aus dem Wald zu räumen. Man weiß nie, was hinterherkommt“, erklärt Dirk Tenzler.

Insbesondere die Trockenheit der zurückliegenden Jahre habe den Bäumen zugesetzt, sagt der Förster. Nicht nur die Fichten haben einen Borkenkäfer. „Jeder Baum hat seinen Schädling. Bei vorgeschädigten Bäumen haben die ein leichtes Spiel“, erklärt Tenzler. Dabei seien die Schäden oft gar nicht gleich zu sehen.

Manche Bäume sehen aus, wie das blühende Leben, sind aber bereits krank.“ Auch wenn er bei jedem Baum hinterfragt, welchen Preis er bei einem Verkauf noch bringen würde, „die derzeit explodierenden Holzpreise kommen bei uns nicht an“, sagt er.

Wanderer werden umgeleitet

Zwar haben sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses nur auf dem Eichberg umgesehen, allerdings sieht es in den anderen Waldstücken nicht viel besser aus. Dabei handelt es sich nicht immer um städtischen Wald. Die Grenzen zum Privatwald sind fließend. Oft sind die Eigentumsverhältnisse schwer zuzuordnen.

Der Rauschentaler Weg – ein beliebter Wanderweg von der Massaneier Straße in Richtung Kriebstein – musste jetzt sogar voll gesperrt werden. Die Bäume dort sind so geschädigt, dass die Gefahr groß ist, dass sie auf den Wanderweg fallen und Passanten verletzen könnten. Die Verwaltung hat eine „Umleitung“ über Heiligenborn ausgewiesen. Die ist etwa drei Kilometer länger.

Zumindest für das Waldstück unterhalb der Lutherhöhe, wo großer Schaden durch das Absterben von Lärchen entstanden ist, deutet sich eine Lösung an.

Ein Hundewald könnte entstehen

Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) gab diese den Mitgliedern des Technischen Ausschusses als ersten Überlegungsansatz mit auf den Weg: ein Hundewald. Ein solcher könnte laut Dirk Tenzler an dieser Stelle möglicherweise finanziell gefördert werden. „Dabei könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, bekräftigte Bauamtsleiter Dirk Erler.

Um die jungen Bäume vor Wildverbiss zu schützen, müsste das Waldstück eingezäunt werden. „Wird der Zaun mit Drehtoren versehen, könnten Hundebesitzer dort ihre Tiere frei laufenlassen, was ja sonst im Wald verboten ist“, erklärt der Bürgermeister, der derartige Anlagen aus dem Urlaub in Dänemark kennt.

Den Zaun könnte man nach mehreren Jahren einfach an anderer Stelle wieder aufbauen, wenn sich das betreffende Waldstück erholt hat, die Bäume so weit gediehen sind, dass ihnen das Wild nicht mehr schaden kann.

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„Und wir hätten gleichzeitig eine Anlaufstelle für die Hundebesitzer, die sich immer wieder in Waldheim einen Platz wünschen, an dem sie ihre Tiere ohne Leine rennen lassen können. Eine Hundewiese, etwa auf der Lessinginsel, dagegen wehre ich mich“, so das Stadtoberhaupt.

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