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Sonnenstraße: Hartha prüft eine Beteiligung

Der Tiefbau hat planmäßig begonnen. Wie der Deckenschluss am Ende aussehen kann, ist noch offen.

In der Sonnenstraße werden in den nächsten Monaten der Mischwasserkanal und die Trinkwasserleitung erneuert. Beide sind viele Jahrzehnte alt.
In der Sonnenstraße werden in den nächsten Monaten der Mischwasserkanal und die Trinkwasserleitung erneuert. Beide sind viele Jahrzehnte alt. © Dietmar Thomas

Hartha. Die Tiefbauarbeiten auf dem unteren Teil der Sonnenstraße haben planmäßig begonnen. Wie berichtet, lässt der Abwasserzweckverband (AZV) Untere Zschopau den jahrzehntealten Mischwasserkanal erneuern. Schäden daran hatten 2018 dazu geführt, dass sich in der Sonnenstraße ein großes Loch in der Fahrbahn auftat.

Neben dem AZV wird auch der Wasserverband Döbeln-Oschatz aktiv. Der lässt, wenn die Straße einmal aufgerissen ist, die Trinkwasserleitung und die Hausanschlüsse dafür erneuern. Letzteres passiert auch fürs Abwasser. Der Verband investiert an dieser Stelle rund 725.000 Euro ins Abwasser, die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft noch einmal 200.000 Euro. Die Trinkwasserleitung, die jetzt erneuert wird, stammt aus dem Jahr 1915.

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Schrittweiser Tausch der Kanäle

Begonnen haben die Mitarbeiter der beauftragten Chemnitzer Firma an der Ausfahrt Heinrich-Heine-Straße. „Im unteren Teil hatten wir den Abwasserkanal ja schon einmal getauscht“, sagt Rainer Müller, der Leiter Technik und Investition beim AZV.

Das passiere nun auch weiterführend bergaufwärts zunächst im Abschnitt bis zur Richard-Wagner- und danach bis zur Franz-Mehring-Straße. Erst danach sei die Neuverlegung der Trinkwasserleitung geplant. Anfang Juli könnte das im ersten Baufeld aus heutiger Sicht bewältigt sein.

Später wird die Baustelle in den oberen Bereich der Sonnenstraße umziehen. Welche Einschränkungen sich dadurch für die Nutzer sowie die Anlieferer und Mitarbeiter der ansässigen Firmen ergeben, darüber werden sie als Anlieger noch informiert.

Abschließen will die Chemnitzer Baufirma die Baustelle in Hartha spätestens Ende des Jahres. Das hat sie in einer Anwohnerinformation vor Baubeginn etwa denjenigen Familien am Butterberg mitgeteilt, die während der Bauarbeiten nur auf jeweils einem Weg zu ihren Grundstücken gelangen.

Gehwegbau nur mit Fördergeld

Wie die Sonnenstraße am Ende aussehen wird, das ist jetzt noch nicht zu sagen. Die Straße in diesem Zuge grundhaft mit auszubauen, also besonders im mittleren Teil auch die desolaten Gehwege zu erneuern, das kann sich die Kommune nicht leisten. „Wir prüfen allerdings im Moment, inwieweit wir uns als Stadt finanziell an einem Deckenschluss beteiligen können“, sagt Harthas Bauamtsleiter Ronald Fischer.

Im Idealfall würde sich dem Tiefbau wie jetzt auf der Annenstraße ein grundhafter Ausbau mit Erneuerung von Gehwegen und Straßenbeleuchtung anschließen. Das geht nur mit Fördergeld – wie eben auf der Annenstraße. Finanzielle Unterstützung für die Sonnenstraße gibt es aber nicht.

Ohne Beteiligung der Kommune werden Ver- und Entsorger aller Voraussicht nach nur die Straße auf der Breite, die sie für den Tiefbau in Anspruch genommen haben, wieder schließen. Das ist durchaus üblich. Zu erwarten ist ein Flickenteppich, wie er in ähnlicher Form nach dem Kanalbau in der Roßweiner Straße in Döbeln (Ostbahnhof in Richtung Roßwein) zurückgeblieben ist.

Neue Fahrbahn für die Annenstraße

In der Harthaer Annenstraße ist die Erneuerung des Abwasserkanals bereits abgeschlossen, wie Reiner Müller bestätigt. Damit werden jetzt auch die Abwässer von dort nicht mehr in den Flemmingbach, sondern in die Kläranlage am Stadtrand von Hartha eingeleitet. Nun gilt es noch, Anschlüsse in acht Häusern umzuverlegen. Das sollte in den nächsten 14 Tagen passiert sein, schätzt Müller.

Dann gehört die Annenstraße den Straßenbauern. „Den Auftrag haben wir schon im vergangenen Jahr vergeben“, so Ronald Fischer. Diesen erledigt für etwas mehr als 400.000 Euro die Firma STI Bau aus Ziegra. Die Förderung aus dem Programm ,Kommunaler Straßen- und Brückenbau‘ beträgt 80 Prozent.

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