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Spielplatz wird dreimal so teuer wie geplant

Mit 20.000 Euro kommt die Stadt nicht weit. Allein die Erschließung der Fläche war doppelt so teuer.

Von Jens Hoyer
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Das neue Spielplatzgelände in Pommlitz aus der Luft. Das Erdreich ist zu einem Wall aufgeschoben worden. Die Erschließungsarbeiten haben den Bau deutlich verteuert.
Das neue Spielplatzgelände in Pommlitz aus der Luft. Das Erdreich ist zu einem Wall aufgeschoben worden. Die Erschließungsarbeiten haben den Bau deutlich verteuert. © Dietmar Thomas

Döbeln. Der Baupreis klang zu schön, um real zu sein. Im September 2020 hatte der Döbelner Stadtrat beschlossen, einen Spielplatz Am Roten Kreuz in Pommlitz bauen zu lassen. 20.000 Euro sollten dafür aus dem Wappenhenschfonds zur Verfügung gestellt werden. Für diese Summe ist der Spielplatz aber nicht zu bauen, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Der Hauptausschuss muss sich in der nächsten Woche mit einem finanziellen Nachschlag beschäftigen. Demnach sind Mehrkosten in Höhe von über 45.000 Euro entstanden. Damit steigen die Kosten auf das mehr als Dreifache.

Lehmboden muss entwässert werden

Als Kostentreiber haben sich die Erschließungsarbeiten herausgestellt. Das Erdreich des ehemaligen Feldes war zu einem Wall um die künftige Spielplatzfläche aufgeschoben worden. Dieser soll als Windschutz, Bepflanzungsfläche, Abtrennung vom Verkehrsraum und zum Lärmschutz für die Anwohner dienen. In Abstimmung mit den Anwohnern sei zudem eine bessere Entwässerung installiert worden.

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Wie sich herausstellte, war der Lehmboden so wasserundurchlässig, dass sich bei längerem Regen eine „Seenlandschaft“ bildet. Deshalb musste zusätzliche Drainage eingebaut werden. Die Stadtverwaltung schlägt dem Hauptausschuss vor, die zusätzlichen Kosten mit liquiden Mitteln zu decken, also aus der Rücklage.

Die Spielgeräte sind beschafft, aber noch nicht aufgestellt, sagte Michael Thürer, der bei der Stadtverwaltung für die Spielplätze zuständig ist. Das soll voraussichtlich in diesem Frühjahr passieren. Im Sommer soll der Spielplatz freigegeben werden.

Von Bürgern gewünscht

Auf dem Spielplatz sollen Spielgeräte für alle Altersgruppen aufgestellt werden. Federschwinger und Sandkasten für die Kleineren, Klettermöglichkeiten für die Größeren. Geplant sind Schaukeln und ein sogenanntes Climbing-Zelt zum Klettern und eine Spielkombination mit Rutsche.

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Der Spielplatz ist ein Wunsch von Gärtizer und Pommlitzer Bürgern, weil es in den Ortsteilen keine Spielmöglichkeiten gibt. Die CDU hatte einen Antrag gestellt, den Spielplatz zu errichten, und Zustimmung bekommen. Allerdings gab es auch Kritik an dem Projekt, weil bei der Erschließung der Erich-Kästner-Straße in den 90er-Jahren bereits eine Fläche für einen Spielplatz vorbereitet worden war, der aber nie realisiert wurde.

Kann man für 20.000 Euro einen Spielplatz bauen? Im Falle des Spielplatzes an der Lindenallee hatte das funktioniert. Der wurde 2018 eröffnet und hatte 22.000 Euro gekostet. Dort gab es aber von vornherein eine brauchbare Rasenfläche.

Spielplatz auch in Lüttewitz

Noch gesperrt: der neue Spielplatz in Lüttewitz.. Er soll im Frühjahr eröffnet werden, wenn das Gras gewachsen ist.
Noch gesperrt: der neue Spielplatz in Lüttewitz.. Er soll im Frühjahr eröffnet werden, wenn das Gras gewachsen ist. © Dietmar Thomas

Ein neuer Spielplatz entsteht auch in Lüttewitz. Der Rasen ist eingesät, aber die Fläche noch gesperrt. „Die Eröffnung wird wohl Richtung Ostern erfolgen“, sagte Ortsvorsteher Ralph Zschörper. Den Kindern stehen dann eine Spielkombination, Doppelschaukel, Karussell, Wippe und Federtier zur Verfügung.

Der Spielplatz geht auf eine Idee der Eltern der benachbarten Kita Zwergenland zurück. Die Finanzierung erfolgt durch Leader-Fördermittel vom Klosterbezirk Altzella, den Eigenanteil bringt der Ortschaftsrat aus seinem Budget auf. Kosten: knapp 20.000 Euro.