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Döbeln

Die Kleinen wollen die Großen ärgern

Im Fußball-Kreispokal sind Teams der unteren Spielklassen gegen Kreisoberligisten in der Regel Außenseiter. Doch sie gehen ambitioniert in die Spiele.

Heiß umkämpft war vor zwei Wochen das Kreisoberliga-Duell zwischen dem SV Ostrau und dem Döbelner SV (2:0). An diesem Wochenende dominiert nun der Kreispokal.
Heiß umkämpft war vor zwei Wochen das Kreisoberliga-Duell zwischen dem SV Ostrau und dem Döbelner SV (2:0). An diesem Wochenende dominiert nun der Kreispokal. © Thomas Kube

Region Döbeln. Die Fußball-Ligen pausieren. Bis auf wenige Nachholespiele. Stattdessen geht es in die 3. Hauptrunde um den Kreispokal. Der Blick auf die Ansetzungen verrät: Zumeist gibt es Aufeinandertreffen zwischen Teams verschiedener Ligen. Und normalerweise sind die Favoritenrollen da vorab vergeben.

Rico Meister, Trainer von Kreisoberligist VfB Leisnig, will vor dem Auswärtsspiel seiner Jungs gegen die „Reserve“ von Einheit Frohburg nichts wissen. Natürlich sei Angst sicherlich fehl am Platze. „Ob wir Favorit sind oder nicht, wird sich zeigen, wenn wir am Samstag wissen wer von der I. Frohburger Mannschaft die Reise nach Gleisberg mit angetreten hat und wer zu Hause in der zweiten aushilft“, sagt er.

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Frank Baumert, Coach des SV Gleisberg, wird dies ebenfalls mit großem Interesse registrieren. Die Gleisberger nämlich sind zur gleichen Zeit Gastgeber für eben jene Frohburger, die neben dem Roßweiner SV als absoluter Favorit in der Kreisoberliga genannt werden. 

Doch Frank Baumert will das Pokalspiel nicht kampflos hergeben, auch wenn seine Mannschaft zuletzt vor allem in der Chancenverwertung mächtig sündigte. Spiele gegen höherklassige Teams liegen den Gleisbergern, glaubt der Trainer und erinnert an Testspiele gegen Kreisoberligisten. Zudem sieht er es als Vorteil, „dass wir zu Hause spielen“.

Benjamin Bamburski, Trainer der SpG Waldheim/Hartha II, geht weniger euphorisch ins sonntägliche Gastspiel beim SV Traktor Mochau. „Der Pokal ist für mich Nebensache“, sagt er. In Mochau werde es „ganz schwierig, etwas mitzunehmen“. Vor allem vor dem Hintergrund, dass seine Mannschaft „personell auf dem Zahnfleisch kriecht“.

Eine „Hängepartie“ muss die SG Zschaitz/Ostrau II absolvieren. Die Mannschaft von Trainer Tom Herrmann tritt im Nachholespiel der 2. Pokalrunde am Sonntag beim SSV Thallwitz/Nischwitz an. Die Gastgeber sind derzeit Tabellenführer der Kreisliga B und nach sechs Spielen noch ungeschlagen. 

Doch Tom Herrmann und sein Team sind ambitioniert, wollen unbedingt in die nächste Runde. Denn mit Thallwitz/Nischwitz ist noch eine Rechnung offen“, sagt der Trainer und schmunzelt. Im vergangenen Jahr nämlich schieden die Zschaitz-Ostrauer im Pokal gegen den SSV aus. „Da brauche ich meine Jungs nicht extra zu motivieren“, sagt Tom Herrmann.

Leisnigs Trainer Rico Meister sieht derweil den Kreispokal differenziert. Generell wolle man als Sportler natürlich jedes Spiel gewinnen. Der Pokal gebe den Trainern die Möglichkeit, Spielern Einsatzzeiten zu geben, die sonst selten spielen. Zudem könne in den Pokalfights auch mal die eine oder andere Variante probiert werden. „Lästig“ sei der Pokal daher nicht. 

„Aber ich denke, in diesem Jahr mit dem engen Terminplan würde mir ein Ausscheiden hinsichtlich der Belastung der Spieler keine schlaflosen Nächte bereiten“, so Meister. Ob der Pokal lukrativ ist oder nicht, hänge natürlich immer vom Gegner und Spielort ab. „Generell sollte man in meinen Augen darüber nachdenken, die Kreisoberliga auf 14 Mannschaften zu verkleinern, um damit die Kreisligen zu stärken und den Terminkalender zu entzerren“, so der VfB-Coach.

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