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Die Kugel ruht

Der Keglerverband Sachsen hat die komplette Saison abgesagt. Bei den Vereinen stößt das auf unterschiedliches Echo.

Wie alle anderen Amateursportler müssen auch die Kegler pausieren. Nun ist die Saison sogar ganz abgesagt. Teamchef Andreas Rippin hat die Bahn symbolisch gesperrt.
Wie alle anderen Amateursportler müssen auch die Kegler pausieren. Nun ist die Saison sogar ganz abgesagt. Teamchef Andreas Rippin hat die Bahn symbolisch gesperrt. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Es ist ein Drei-Stufen-Plan gewesen. Letztendlich trat Plan C in Kraft: Der Keglerverband Sachsen hat die komplette Saison abgesagt. Damit schließt sich Sachsen dem Deutschen Kegler-Bund Classic (DKBC) an.

In dem Drei-Stufen-Plan hieß es, wenn bis Ende Januar die Saison nicht fortgesetzt werden kann, wird sie abgebrochen. Plan B hätte eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs zum 1. Februar bedeutet. Für Plan A war man von einem reibungslosen Saisonverlauf ausgegangen.

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Aus Sicht der Kegler des Döbelner SC ist dies die richtige Entscheidung. „Man braucht erst einmal einen Monat Training, um richtig vorbereitet die Saison fortsetzen zu können“, sagt Teamchef Andreas Rippin. Die Meisterschaft würde sich aufgrund der noch anstehenden Spiele bis in den Juni, Juli hineinziehen. „Wir sind es aber gewöhnt, dass die Punktspiele im März, April beendet sind“, so Rippin.

Nachteile für die Mannschaft

Die meisten Kegler hätten sich auf diesen Zeitplan eingerichtet. „Zwei Spieler aus unserer Mannschaft haben schon angekündigt, bei einem Andauern der Meisterschaft bis in den Sommer hinein, nicht zur Verfügung zu stehen“, so Rippin. Aus diesem Grund sei er heilfroh, dass die Saison abgebrochen wurde, weil die personelle Situation auch ohne Corona nicht die beste gewesen sei. „Für uns war es das Beste, was passieren konnte“, sagt Rippin.

Dennoch sieht Andreas Rippin für seine Mannschaft auch große Nachteile. „Auch wenn man das Kegeln nicht verlernt, ist man doch lange Zeit aus dem Rhythmus heraus“, so Rippin. Man merke schon während einer normalen Saisonvorbereitung, wie schwer es falle, wieder hineinzufinden. „Wenn man nun ein halbes oder dreiviertel Jahr nicht gekegelt hat, dürfte es uns älteren Spielern schwer fallen, den Rhythmus aufzunehmen“, so der Teamchef.

Rippin spielt auf die Erfahrungen an, die er selbst gesammelt hat. Sein Durchschnittswert im Wettkampf hat sich nach dem ersten Lockdown im Frühjahr um etwa 30 Kegel verringert. „Ich war richtig erschrocken, wie miserabel ich abgeschnitten habe“, sagt er. Aus diesem Grund habe er auch Sorge, dass die Mannschaft in der Verbandsliga bestehen kann. „Jüngere Spieler wie Maik Fuhrmann oder Felix Scholz stecken das vielleicht besser weg, aber es ist fraglich, ob das reicht, um Spiele zu gewinnen“, so Rippin.

Bahnanlage bereitet Sorgen

Seine Hoffnung sei, dass ab Ende März das Training wieder möglich gemacht werde. „Die Zeit bis zum Saisonstart im September könnte genutzt werden, um eine respektable Form zu erlangen“, so Rippin.

Doch den Teamchef treibt noch eine andere Sorge um – die Kegelbahn. Die steht nun schon drei Monate still. Die Automatik sei schon etwas älteren Datums. „Wenn die lange ungenutzt ist, könnten dann bei Wiederbetrieb Fehler auftreten. Zumal ja jetzt im Winter auch kaum geheizt wird, wenn die Bahn nicht genutzt wird“, befürchtet Rippin.

Zudem zeige die lange Pause auch schon Nebenwirkungen bei den Mitgliedern. „Einige sagen, dass sie keine Beiträge zahlen wollen, wenn sie nicht kegeln können. Doch gerade diese Einnahmen brauchen wir, um die Kosten zu decken“, so Rippin. Wer aus solch einem Grund aus dem Verein austrete, finde bei ihm kein Verständnis.

Trotz aller Sorgen wolle die Mannschaft aber in der nächsten Saison versuchen, die Klasse in der Verbandsliga zu halten. „Wenn wir jedes Spiel verlieren, hat die Presse was zu schreiben“, sagt er mit einem Lachen.

Kreisverband will Turniere austragen

Auch Falko Nissen, Teamchef der ersten Mannschaft des SV Gersdorf 1910, hält diese Entscheidung, der sich auch der Bezirksverband angeschlossen hat, für richtig. Nach dem Aufstieg des Teams in die 1. Bezirksliga hatten die Gersdorfer die ersten Saisonspiele im Herbst allesamt verloren. „Wir bekommen die Möglichkeit geschenkt, einen zweiten Versuch zu starten, den Klassenerhalt zu schaffen“, sagt Falko Nissen.

Kay Berger, Spielleiter des Regionalverbandes Döbeln, sieht im Saisonabbruch nicht unbedingt die letzte Möglichkeit. „Eine Meisterschaft werden wir nicht ausspielen. Aber vielleicht sind im April oder Mai noch Turniere möglich“, sagt Berger. In der untersten Spielklasse gehe es nur um den Spaß an der Freude, deshalb seien diese Turniere ohne lange Vorbereitung möglich. „Außerdem steht beim SKV 2001 Waldheim der 20. Geburtstag an. Das wollen wir gebührend feiern“, so Berger.

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