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Mit 90 Jahren noch im Fitnessstudio

Werner Sachse aus Leisnig trainiert seit vier Jahren im Solemed. Immer mehr Senioren entscheiden sich für ein kontinuierliches Sporttreiben.

Werner Sachse (vorn) ist mit 90 Jahren der älteste Sportler im Fitness-Studio Solemed. Die Seniorengruppe wird von Rehasportleiter Renè Quandt (vorn rechts) trainiert.
Werner Sachse (vorn) ist mit 90 Jahren der älteste Sportler im Fitness-Studio Solemed. Die Seniorengruppe wird von Rehasportleiter Renè Quandt (vorn rechts) trainiert. © Dietmar Thomas

Leisnig. Wenn er nach Hause geht, laufe er leichter und lockerer, meint Werner Sachse.

Einmal pro Woche hat er dieses Gefühl, und das seit vier Jahren. Solange besucht der Leisniger bereits den Rehasport im Fitness-Studio Solemed und ist dort mit 90 Jahren der älteste Sportler.

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Im Griechenlandurlaub hatte er sich im Jahr 2016 einen Oberschenkel gebrochen. Seitdem lebt er gesünder. Der frühere Ökonom der Zigarrenfabrik Leisnig gewöhnte sich das Rauchen ab und geht seitdem regelmäßig zum Sport.

„Der fördert die Beweglichkeit und die Ausdauer“, sagt Werner Sachse. Er versucht, Einkäufe und andere Wege weitestgehend noch zu Fuß und ohne Gehhilfe zu erledigen. „Bis zum Sachsenplatz komme ich noch“, meint er.

Vielfältiges Training

Früher habe er nicht regelmäßig Sport getrieben. Aber mit seiner Frau, mit der er inzwischen 61 Jahre verheiratet ist, sei er mit dem Kulturbund gewandert und habe sich auch öfter am Sachsen-Dreier beteiligt. Auch seine Frau hält sich heute mit dem Training in einer Gruppe des Leisniger Fitness-Studios fit. „In seiner Gruppe ist Werner einer der eifrigsten“, sagt Rehasport-Leiter René Quandt.

Zu der Gruppe von Werner Sachse gehören Frauen und Männer ab einem Alter von 67 Jahren. Für sie hat das wöchentliche Treffen nicht nur zum Ziel, den Kreislauf in Schwung zu bringen, den Gleichgewichtssinn und die Muskulatur zu trainieren. Auch das Gedächtnis wird gefordert. 

Einerseits durch gezielt gestellte Fragen von René Quandt, andererseits durch die Gespräche der Teilnehmer untereinander. „Nach einer Woche gibt es immer viel zu erzählen“, meint der Rehasport-Leiter. Das sei auch eine Art der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Per Whats-App zum Sport verabreden

Das bestätigen die Frauen und Männer. Sie müssten schon das eine oder andere Mal den inneren Schweinehund überwinden. Aber, wenn sie sich dann treffen, sei das schon wieder vergessen.

Den sozialen Aspekt der Sportgruppen nennt auch Physiotherapeut Martin Schmidt. „Einige Reha-Kurse treffen sich schon eine Stunde eher. Die Teilnehmer trinken zusammen Kaffee und lassen erstmal die vorangegangene Woche Revue passieren“, erzählt er. 

Einige hätten auch WhatsApp-Gruppen gebildet, über die sie in Kontakt bleiben und sich zum Beispiel zu Radtouren verabreden.

Auch nach dem Rehasport geht’s weiter

Während Corona mussten die Sportstunden ausfallen, aber so nach und nach trauen sich die Senioren wieder ins Fitness-Studio. In den vergangenen vier Jahren seien immer mehr Reha-Kurse dazugekommen, weil das Interesse immer größer werde. 

Solemed bietet 35 Kurse von der Schwangerengymnastik über Yoga bis zum Seniorensport an. 15 davon sind Reha-Kurse, einer ein Osteoporose-Kurs. „Die sind in verschiedene Belastungsgrade eingeteilt“, so Martin Schmidt.

Die Übungen in der Gruppe von Werner Sachse sind etwas leichter. Die Matten bleiben in der Ecke. Viele Bewegungen werden sitzend auf einem Hocker absolviert, die Hanteln sind nur zwischen 0,5 und einem Kilo schwer. Manchmal „wandern“ die Senioren auch durch den Raum.

Egal ob jünger oder älter, leichtere oder schwerere Übungen – etwa die Hälfte der Teilnehmer des Rehasports, macht auch privat weiter, wenn dieser offiziell beendet ist. Oft bleiben die Teilnehmer dabei auch in ihrer „alten“ Gruppe.

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