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Sportler setzen Zeichen für Neustart

Landes- und Kreissportbund haben zur Mitmachaktion aufgerufen. Die findet großen Anklang.

Unter dem Motto „Zeit für den Neustart“ haben die Handballer des VfL Waldheim 54 auf dem Obermarkt auf sich aufmerksam gemacht.
Unter dem Motto „Zeit für den Neustart“ haben die Handballer des VfL Waldheim 54 auf dem Obermarkt auf sich aufmerksam gemacht. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Handballer unter freiem Himmel sind ein eher seltenes Bild. Doch genau dieses bot sich am Sonnabend auf dem Obermarkt in Waldheim.

Mit einem öffentlichen Training beteiligten sich die Mitglieder des VfL Waldheim 54 an der Aktion „Zeit für den Neustart“, die der Landessportbund Sachsen und die Kreissportbünde gemeinsam ins Leben gerufen hatten. Nach Monaten des Stillstands und der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten setzte die sächsische Sportfamilie am Wochenende ein Zeichen: Mit kreativen Aktionen im gesamten Freistaat präsentierte sich der Vereinssport in seiner ganzen Vielfalt.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Und so flogen in Waldheim für 15 Minuten unter den Augen neugieriger Zuschauer die Handbälle durch die Luft. „Es wird Zeit, dass wir wieder starten können“, sagte VfL-Vorstandsmitglied Matthias Poch. „Wenn die Kultur startet, warum ist es nicht geregelt, was mit dem Sport passiert?“

Vor lauter Trainingsfreude absolvierten Gabriel Fritz, Rufus Schlesier und Robin Naumann gleich einen Satz Liegestütze direkt vor dem Rathaus. Die drei spielen in der A-Jugend und sind sich einig: „Wir wollen wieder Handball spielen. Ab Oktober wollen wir wieder bei Punktspielen aufs Parkett!“

"Vereinsleben komplett am Boden"

Vereinschef Lars Friedrich und Geschäftsführer Thomas Berger fanden ebenfalls klare Worte: „Nicht nur der Sport fehlt, auch die sozialen Kontakte, mal eine halbe Stunde nach dem Training quatschen. Das Vereinsleben ist komplett am Boden.“ Für die Handballer sei es aber dennoch keine Option gewesen, den Verein zu verlassen. „Außer den Abgängen, die berufsbedingt anstanden, hat niemand dem Verein den Rücken gekehrt“, sagte Lars Friedrich.

Die Mädchen der C-Jugend werden von Maritta Kotte betreut. Sie dürfen, weil sie jünger als 14 Jahre sind, unter freiem Himmel und unter strengen Regeln wieder trainieren. „Ich habe meine Mannschaft seit Monaten das erste Mal wieder gesehen, es war eine Freude. Jetzt wollen wir Stück für Stück im Rahmen der Möglichkeiten die Leistung wieder aufbauen. Es ist wichtig, dass die Kinder in die Schule können und dass sie zusammen trainieren oder Freizeit verbringen. Das ist doch wichtig für die Entwicklung und Psyche.“ Alexa, Emma und Johanna gehören zu den Schützlingen von Maritta Kotte. „Wir freuen uns, endlich wieder trainieren zu können“, sagten sie.

Teamfoto vor der Sporthalle

Die Waldheimer Handballer sind nicht die einzigen, die am Wochenende Flagge gezeigt haben. In vielen Vereinen der Region brachten die Sportler ihre Forderungen zum Ausdruck. Sei es mit dem Tragen der Vereinskleidung oder mit kleinen Aktionen, die dann in den sozialen Netzwerken gepostet wurden.

Die Handballerinnen der D-Jugend der HSG Neudorf/Döbeln haben sich zu einem Mannschaftsfoto an der Sporthalle Nord getroffen. Natürlich unter Einhaltung der Corona-Regeln. „Am 3. Oktober des vergangenen Jahres trugen die Mädchen letztmalig gegen Concordia Delitzsch ihre Trikots. Sie hofften auf eine spannende Saison, doch die Pandemie führte zu einer Zwangspause“, heißt es auf der Facebook-Seite des Vereins.

Die Mannschaft blieb dennoch zusammen und zieht an einem Strang. „Es gelang in den letzten Wochen, im Kleingruppentraining die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten wieder zu stärken. Nun hofft das Team, dass sich die Hallentüren wieder öffnen und das handballspezifische Training starten kann.“

Kreissportbund macht Hoffnung

In Leisnig trafen sich die VfB-Fußballer und SV-Handballer sowie die Tanzperlen des Zschopautales zu einem gemeinsamen Foto. Unter dem Motto „Sport vereint“ warben sie dafür, dass der Trainingsbetrieb wieder starten kann.

Die Floorballer des UHC Döbeln bekommen die Auswirkungen des Lockdowns deutlich zu spüren. „Für die Hallensportarten bietet die Corona-Schutzverordnung keine Perspektive. Es ist völlig unklar, wann wir wieder ins Training einsteigen dürfen“, sagt Vereinsvorsitzender Ingolf Thoß.

Etwa zehn Prozent der Mitglieder hat der Verein verloren. Waren es vor Beginn der Pandemie 150, sind es jetzt noch 135. „Vor zwei Jahren hatten wir acht Mannschaften im Spielbetrieb, im aktuellen Spieljahr, das Ende Oktober abgebrochen wurde, waren es sechs. In der neuen Saison sind es eventuell nur noch vier Teams“, so Thoß.

Saisonvorbereitung ist wichtig

Die neue Saison im Floorball soll am 12. September starten. „Doch das setzt auch voraus, dass wir uns ordentlich vorbereiten können“, sagt Daniel Bachmann, Trainer der ersten Mannschaft, die in der Regionalliga spielt. Bisher sei die Verbindung innerhalb der Mannschaften über das Internet aufrechterhalten worden. „Doch immer nur Online-Training macht keinen Spaß“, so Bachmann.

Immerhin habe der Nachwuchs bis 14 Jahre wieder mit dem Training starten können, aber eben nur im Freien. „Wir sind aber eine Hallensportart. Deshalb ist es unser Wunsch, so schnell wie möglich wieder in der Halle trainieren zu können“, sagt Vereinschef Ingolf Thoß. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Kinder in Gruppen üben können, Erwachsene aber nicht.

Benjamin Kahlert, Geschäftsführer des Kreissportbundes Mittelsachsen, macht den Sportlern zumindest Hoffnung. „Wenn die Inzidenzwerte weiter unter 100 bleiben, dann tritt am Mittwoch die Bundesnotbremse außer Kraft. Gültig ist dann die Sächsische Corona-Schutzverordnung, in die hinsichtlich des Sports einige Änderungen aufgenommen wurden“, sagt Kahlert.

Neue Regelungen eingearbeitet

So sind bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 kontaktfreier Sport auf Innensportanlagen und in Fitnessstudios, Kontaktsport auf Außensportanlagen für Teilnehmer mit einem tagesaktuellen Test und Kontakterfassung oder -nachverfolgung möglich. Bei Werten unter 50 ist Kontaktsport auf Innensportanlagen für Gruppen von bis zu 30 Personen unter Vorlage eines tagesaktuellen Tests und mit Kontakterfassung erlaubt.

Kahlert verweist auf die Internetseite des Kreissportbundes (www.ksb-mittelsachsen.de), auf der in der „Corona-Ampel für den Vereinssport“ die wichtigsten Bestimmungen zusammengefasst sind.

Die Floorballer des UHC Döbeln 06, von links Tiffany Küttner, Ingolf und Kevin Thoß, sehnen sich danach, dass sie das Training in der Halle wieder aufnehmen dürfen.
Die Floorballer des UHC Döbeln 06, von links Tiffany Küttner, Ingolf und Kevin Thoß, sehnen sich danach, dass sie das Training in der Halle wieder aufnehmen dürfen. © Lars Halbauer

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