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Stadt Döbeln legt 20.000 Euro Fluthilfe drauf

Nach dem Juli-Hochwasser ist in der Region viel Geld gesammelt worden. Einige Aktionen laufen noch.

Lisa Panke-Deutscher von der Buch-Oase mit der Spendenbox für die Hochwasseropfer. Zudem waren alle Umsätze des verkaufsoffenen Sonntags am 25. Juli gespendet worden.
Lisa Panke-Deutscher von der Buch-Oase mit der Spendenbox für die Hochwasseropfer. Zudem waren alle Umsätze des verkaufsoffenen Sonntags am 25. Juli gespendet worden. © Lars Halbauer

Döbeln. Die Bilder vom Juli-Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen dürften bei vielen Döbelnern Erinnerungen geweckt haben. Auch aus diesem Grund ist die Spendenbereitschaft groß.

So fassten die Döbelner Stadträte bei ihrer jüngsten Sitzung den Beschluss, 20.000 Euro aus dem Haushalt der Stadt zu spenden. Auf dem Spendenkonto sind mit Stand vom 5. Oktober einschließlich der Spende der Stadt insgesamt 41.075 Euro eingegangen.

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Doch wohin soll das Geld fließen? „Die Stadt Döbeln hat mit der Bürgermeisterin eines Ortes, der an der Ahr stark vom Hochwasser betroffen ist, Kontakt aufgenommen, mit dem Ziel, den Menschen dort zu helfen“, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher auf Nachfrage von Sächsische.de. Das Spendenkonto der Stadt bleibe weiterhin geöffnet, so Mettcher.

Buchhändlerin spendet Tageseinnahmen

Nach den Hochwasserereignissen in den Jahren 2002 und 2013 habe Döbeln Unterstützung aus ganz Deutschland und darüber hinaus erhalten, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) während der Sitzung. „Das haben die Döbelner nicht vergessen und sind bis heute dankbar. Jetzt soll etwas zurückgegeben und den aktuell Betroffenen geholfen werden – als Zeichen der Menschlichkeit, der Solidarität und des Zusammenstehens in schweren Zeiten“, so Liebhauser.

Buchhändlerin Andrea Panke hat die Einnahmen des verkaufsoffenen Sonntags am 25. Juli gespendet. Sie hatte ganz konkret einen vom Hochwasser geschädigten Buchhändler in Schleiden-Gemünd in der Eifel ausgesucht. „Ein Vertreter von einem Buchverlag hat den Kontakt hergestellt“, sagte Andrea Panke.

Die Einnahmen dieses Tages in der „Buchoase“ beliefen sich auf 2.700 Euro. Einige Kunden hatten ihren Einkauf extra auf diesen Tag gelegt. „Viele wollten aber noch zusätzlich etwas spenden. Insgesamt habe ich 3.400 Euro überwiesen“, berichtet die Buchhändlerin.

Der Kollege in Schleiden-Gemünd habe sich über die Unterstützung sehr gefreut. Mindestens genau so wichtig sei aber der zwischenmenschliche Kontakt. „Wir haben telefoniert oder E-Mails geschrieben“, sagt Andrea Panke. Sie habe dem Buchhändler in der Eifel aus ihrer eigenen Erfahrung einige Tipps geben können. „Ich habe ihm gesagt, er soll die Regale rauswerfen und mit dem Einräumen warten, bis wirklich alles trocken ist“, so Panke.

Der Kollege sei sehr deprimiert gewesen und habe überlegt, ob er das Geschäft überhaupt wieder aufmacht. Doch mittlerweile habe er wieder Mut gefasst, und wolle nicht aufgeben, so Panke.

Direkter Kontakt zu betroffenen Familien

Auch in der Döbelner Weinhandlung Roßberg steht eine Spendenbox. „Über einen Vertreter haben wir Kontakt zu drei Familien in Bad Neuenahr-Ahrweiler aufgenommen, die vom Hochwasser direkt betroffen sind“, berichtet Claudia Roßberg. Insgesamt 1.440 Euro sind überwiesen worden. „Die Spendenbox lassen wir aber noch im Geschäft stehen, weil die Leute immer noch bereit sind zu spenden“, so Claudia Roßberg.

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Der direkte Kontakt war der Familie Roßberg dabei ganz wichtig. „Auch wir waren zweimal von der Flut betroffen. Es ist uns ein Bedürfnis, mit den Betroffenen zu reden und ihnen Trost zu spenden“, sagt Claudia Roßberg. Sie berichtet von einer Familie, deren Haus an einer Stelle steht, an der „seit Menschengedenken“ noch kein Hochwasser gestanden hat.

In der Nacht zum 15. Juli wurden der Keller und das Erdgeschoss geflutet. Das sei so schnell gegangen, dass nur eine halbe Stunde Zeit geblieben sei, um das vermeintlich wichtigste ins Obergeschoss zu bringen. Ein großer Teil des Hausrates, die neue Heizungsanlage sowie drei Fahrzeuge gingen verloren. Die Familie ist ins Obergeschoss gezogen, muss aber ohne Strom, Heizung und Trinkwasser auskommen.

Befreundete Clubs leisten Unterstützung

Der Rotary Club Döbeln-Mittelsachsen und der Lions Club Döbeln haben ebenfalls Spendenaktionen gestartet. Roland Pfützer, Präsident des Rotary Clubs, berichtete, dass 20.000 Euro zusammengekommen sind. „Dabei handelt es sich um Spenden von Mitgliedern und Nichtmitgliedern“, so Pfützer.

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Zudem haben zwei Mitglieder Sachspenden im Gesamtwert von 8.000 Euro in die betroffenen Gebiete geschafft. „Wir wollen das Geld möglichst in den nächsten drei Wochen an den befreundeten Rotary Club Rhein-Erft übergeben. Dieser übernimmt dann vor Ort die Verteilung an Betroffene“, so Pfützer.

Der Lions Club Döbeln hat 17.000 Euro gesammelt. „Jeweils 5.000 Euro sind an drei Lions Clubs im Eifelgebiet überwiesen worden, die es an betroffene Familien weitergeben“, sagte Lions-Präsident Torsten Bruß. Diese Praxis habe sich auch nach dem Hochwasser in Döbeln 2002 und 2013 bewährt. „Auch wir haben damals Spenden von befreundeten Clubs erhalten und diese an Geschädigte weitergereicht“, so Bruß.

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