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Stahl-Riesen am Viadukt verschwinden

Mehr als ein Jahr haben die beiden Kräne am Heiligenborner Viadukt ihren Dienst getan. Jetzt werden sie abgebaut.

Die Kräne, die während der Sanierung des Heiligenborner Viadukts in Waldheim aufgestellt worden sind, werden derzeit abgebaut.
Die Kräne, die während der Sanierung des Heiligenborner Viadukts in Waldheim aufgestellt worden sind, werden derzeit abgebaut. © Dietmar Thomas

Waldheim. Sie gehören seit Oktober 2019 schon ein bisschen zum Waldheimer Stadtbild – die beiden großen Kräne, die am Heiligenborner Viadukt in Waldheim eingesetzt worden sind. Nun verschwinden sie seit Dienstag nach und nach von der Bildfläche.

Die beiden Riesen haben ihren Dienst getan. Monatelang haben sie das Baumaterial vom Fuß der Brücke bis an die Bahnschienen transportiert. Der größere der beiden sogenannten Obendreher hat eine Höhe von 75 Metern. Der Arm des zweiten Krans ist etwa zehn Meter niedriger angebracht. Grund für die unterschiedlichen Höhen der Baumaschinen ist, dass sich die beiden Kran-Arme nicht ins Gehege kommen sollen.

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In schwindelerregender Höhe

Der Abbau erfolgte mit zwei Autokränen. Die Bauarbeiter müssen schwindelfrei sein. Teilweise arbeiten sie in 75 Metern Höhe, um die Kranteile anzuhängen. Bis Freitag sollen die beiden Kräne ganz verschwunden sein. Anschließend erfolgt laut Pressestelle der Deutschen Bahn (DB) noch der Rückbau der Kranfundamente.

um Abbau der Kräne arbeiteten die Monteure teilweise in schwindelerregender Höhe.
um Abbau der Kräne arbeiteten die Monteure teilweise in schwindelerregender Höhe. © Dietmar Thomas

Am Dienstag und Mittwoch musste wegen der Abbauarbeiten die unter dem Viadukt entlangführende Kreisstraße zwischen Waldheim und Heiligenborn voll gesperrt werden. Autofahrer mussten eine längere Umleitungsstrecke in Kauf nehmen. Laster mussten sogar über das Harthaer Kreuz fahren.

„Seit gestern kann der Verkehr wieder über die Kreisstraße rollen“, teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) mit. Einschränkungen für den Zugverkehr auf der Strecke Riesa-Chemnitz habe es dagegen keine gegeben.

Mit dem Abbau der Kräne und deren Fundamente sind die Restarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen. So müssen laut Bahnsprecherin die für die Baustelleneinrichtung benutzten Flächen wieder hergestellt werden. Überdies müsse der Abraum noch entsorgt werden. Innerhalb des Brückenkörpers gibt es einen sogenannten inneren Zugang, der ebenfalls wieder eingerichtet werden muss. In diesem Jahr soll auch noch der Anschluss der Entwässerung erfolgen.

13 Millionen Euro investiert

Insgesamt 13 Millionen Euro haben die Deutsche Bahn und der Bund in das denkmalgeschützte Bauwerk investiert. Die Arbeiten waren notwendig geworden, weil Wasser in das Viadukt eingedrungen war. Dadurch wies die Brücke irreparable Schäden auf, die nur durch eine Sanierung behoben werden konnten.

Seit Oktober 2019 liefen die Bauarbeiten an dem 170 Meter langen und 40 Meter hohen Viadukt. Dabei wurde auf die Brückenkrone eine neue Fahrbahnwanne aufgesetzt und auch das Mauerwerk wurde vollständig saniert. Begleitend hat die DB die Oberleitungen erneuert, neue Gleise verlegt und die Leit- und Sicherungstechnik modernisiert.

Damit sei das 1852 erbaute Viadukt wieder fit für die nächsten Jahrzehnte. Die Deutsche Bahn hat unter anderem 28.150 Meter Kabel in der Außenanlage, 34.500 Meter Schaltdraht, 23 Relaisgruppen und 851 Relais eingebaut und rund 7.000 Meter Kabeltrog errichtet.

Überdies hat das Transportunternehmen im Bereich Natur- und Landschaftsschutz für geschützte Arten wie Zauneidechsen aufwendige Ersatzhabitate geschaffen. Umfassende Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen sind ebenfalls noch in diesem Jahr geplant.

Schlafsteine für Fledermäuse

Außerdem hat die Bahn an dem Viadukt 80 sogenannte Schlafsteine für Fledermäuse anbringen lassen. Diese sind als graue Stellen erkennbar. Manche sind einzeln in die Bögen ganz oben integriert, an anderer Stelle wurden mehrere nebeneinander angebracht. Insgesamt sind laut DB 13 Fledermausarten, die in unmittelbarer Nähe beziehungsweise direkt im Viadukt leben, erfasst.

Mit dem Anbringen der Fledermausquartiere sei ein weiterer Teil der Artenschutzauflagen erfüllt worden, so die Bahn- Sprecherin. Darüber hinaus seien auch für Vögel mehrere Nistkästen angebracht worden. (mit sig)

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