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Steinaer scheidet aus Harthas Stadtrat aus

Hans-Jürgen Gückel will aus beruflichen Gründen kürzer treten. Die Linken-Fraktion schrumpft damit gewaltig.

Hans-Jürgen Gückel will nach seinem Rücktritt als Stadtrat auch auf seinem Grundstück noch einiges in Angriff nehmen.
Hans-Jürgen Gückel will nach seinem Rücktritt als Stadtrat auch auf seinem Grundstück noch einiges in Angriff nehmen. © Dietmar Thomas

Hartha. Er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagt Hans-Jürgen Gückel. Nach 16 Jahren beendet er seine Tätigkeit als Stadtrat für die Fraktion Die Linke in Hartha.

Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) bedauert, dass der Steinaer ausscheidet. „Hans-Jürgen Gückel hat immer sehr sachbezogen diskutiert und sich für die Geschicke der Stadt eingesetzt“, sagte Kunze.

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Neuer Vollzeitjob

Hans-Jürgen Gückel ist 2012 aus dem Polizeidienst ausgeschieden. Obwohl er im Tischtennis aktiv war und die Aufgabe als Stadtrat hatte, fühlte er sich nicht ausgelastet. „So schnell wächst das Gras nicht, wie man es mähen will“, sagt Gückel mit einem Lachen. Beim Döbelner Sportverein Vorwärts ergab sich die Möglichkeit, einen 450-Euro-Job anzutreten.

Als 2015 viele Migranten ins Land kamen, wurde er gefragt, ob er ebenfalls auf 450-Euro-Basis in einer Asylunterkunft in Hainichen Nachtdienste übernehmen würde. 2018 bot ihm die Firma einen Vollzeitjob an, den er auch annahm. „Durch die Arbeit bei der Polizei hatte ich die entsprechenden Qualifikationen, musste nicht extra Lehrgänge besuchen“, so der 68-Jährige.

Vorwiegend besteht seine Arbeit jedoch aus Nachtdiensten. „Da habe ich gemerkt, dass die Zeit fehlt, um mich mit den Vorlagen für die Stadtratssitzungen zu beschäftigen“, erklärt Gückel. So reifte der Entschluss, zurückzutreten.

Ersatzkandidat kann nicht antreten

Er habe bereits im vergangenen Jahr zur Wahl nicht mehr antreten wollen, auch weil eine Hüftoperation anstand. „Wir rechneten mit zwei Vertretern, deshalb habe ich mich an dritter Stelle auf den Wahlschein schreiben lassen“, so Gückel. Nach der Auszählung hatte er jedoch mehr Stimmen als Hans Hoffmann, der auf Listenplatz zwei gesetzt war. 

Also zog er erneut in den Stadtrat ein, jedoch sollte es einen Wechsel geben. Doch dieser Wechsel hat sich nun zerschlagen, weil Hans Hoffmann krank geworden ist und die Aufgabe nicht übernehmen kann. Dennoch hielt Gückel an seinem Rücktritt fest. 

„Eric Köhler ist zwar jetzt Alleinkämpfer, doch das sehen wir nicht als dramatisch an“, so Gückel. Ziel sei es nun, weitere Mitstreiter zu finden, die bei der nächsten Wahl für Die Linke antreten können.

Kampf gegen Schulschließung

Die Hüftoperation im September vergangenen Jahres verlief übrigens bestens. „Ich kann jetzt wieder Tischtennis spielen“, freut sich der 68-Jährige. In diesem Sport engagiert er sich zudem als Trainer beim Döbelner SV und als Staffelleiter im Kreisverband Mittelsachsen. 

Außerdem bezeichnet sich Gückel als Leseratte. Sebastian Fitzek und Michael Tsokos sind momentan seine Lieblingsautoren. Auch in Haus und Garten gibt es genug zu tun. Und natürlich will er mehr Zeit mit Ehefrau Gabriela und der Familie verbringen.

Das Thema Schule hat Hans-Jürgen Gückel als Stadtrat am meisten bewegt. Als es um die angedrohte Teilschließung der Pestalozzi-Mittelschule ging, hat er sich gemeinsam mit anderen Stadträten für deren Erhalt eingesetzt. Er habe den Kampf gegen die Schließung damals mit Don Quichotte und seinem Kampf gegen Windmühlenflügel verglichen. 

„Lasst uns Helden sein und weiter für unsere Schule kämpfen“, hat er im April 2012 in einer Stadtratssitzung gerufen. Dass dieser Einsatz damals Erfolg hatte, mache ihn heute noch stolz. „Heute ist die Schule aus Hartha nicht mehr wegzudenken“, so Gückel.

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