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Döbeln

Technitzer Schüler basteln für Josefine

Am Mulderadweg in Technitz finden Wanderer kleine Überraschungen. Die haben aber einen besonderen Grund.

Kinder des Christlichen Lernraums Technitz legen am Mulderadweg Ostergrüße aus, die auf die Spendenaktion für Josefine Stuber hinweisen.
Kinder des Christlichen Lernraums Technitz legen am Mulderadweg Ostergrüße aus, die auf die Spendenaktion für Josefine Stuber hinweisen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Seit sie als Baby eine schwere Hirnhautentzündung überlebte, ist die kleine Josefine Stuber aus Döbeln schwer mehrfach behindert.

Von vielen Seiten bekommt die Familie Hilfe, denn mit der sogenannten Doman Therapie soll das Mädchen durch ständige und jahrelange Übungen seine Motorik verbessern und Bewegungsabläufe lernen. Die hohen Kosten von etwa 200.000 Euro werden allerdings von der Krankenkasse nicht getragen. Seit einigen Jahren sammelt die Familie deshalb Spenden.

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Unterstützung bekommen die Stubers nun auch vom Christlichen Lernraum in Technitz. Isabelle Stuber, die jüngere Schwester von Josefine, lernt dort in der 1. Klasse. „Wir haben uns im Christlichen Lernraum gemeinsam Gedanken dazu gemacht, wie wir mit den Kindern und Eltern Josefine und Familie Stuber mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion erreichen und unterstützen können“, sagt Hortleiter Michael Ritter.

Knapp 100 Geschenke gebastelt

Dazu sollte bewusst die Osterzeit genutzt werden. „Wir haben im Lernraum alle Kinder und Eltern aufgerufen, sich an einer Bastelaktion zu beteiligen, bei der Frühlings- und Ostergrüße gestaltet werden“, so Ritter.

Die Resonanz war überwältigend, berichtet Erzieherin Claudia Eisold. An die 100 Geschenke sind gefertigt worden. „Die Kinder konnten entweder Eier ausblasen und gestalten oder verschiedene Blütenformen nachbilden“, so die Erzieherin. Als Material sind neben den ausgeblasenen Eiern die Pappen aus Klopapierrollen sowie Eierverpackungen verwendet worden.

An jedes Geschenk ist ein Zettel angeheftet. Dieser zeigt einen Stempel „Echte Handarbeit“, den Vermerk „von den Kindern des Christlichen Lernraums Technitz“ sowie einen Verweis auf die Homepage von Josefine (josefine-stuber.de).

Präsente am Mulderadweg ausgelegt

Die Frühlings- und Ostergrüße sollen mit den Kindern der Ferienbetreuung am Gründonnerstag am Mulderadweg zwischen dem Seniorenhaus in Technitz und dem Kanuheim Bischofswiese ausgelegt oder aufgehängt werden. „Wer also ab dem Gründonnerstag auf dem Radweg wandert oder mit dem Rad entlang kommt, darf gern einen der Grüße mitnehmen“, sagt Michael Ritter.

Mit dem Projekt sei einerseits das Ziel verfolgt worden, die etwa 90 Familien im Christlichen Lernraum durch Information und Beteiligung für das Thema zu sensibilisieren. „Darüber hinaus würden wir uns freuen, wenn dadurch Spenden für die Therapien von Josefine Stuber eingehen“, so Michael Ritter.

Spendenaktion läuft seit drei Jahren

Seit einigen Jahren berichtet die Familie Stuber in einem Blog im Internet regelmäßig über Erfolge und Rückschläge bei der Behandlung von Josefine. Das Mädchen ist im November zehn Jahre alt geworden, und aufgrund seiner Behinderung häufen sich die gesundheitlichen Probleme. Josefine leidet an einer extremen Wirbelsäulenverkrümmung, die die Atmung verschlechtert und zu Schmerzen führen kann. Deshalb trägt sie ein Korsett. Dieses korrigiert und entlastet die Wirbelsäule.

Die Spendenaktion zur Finanzierung der Therapie läuft seit drei Jahren. Bisher sind über 70.000 Euro zusammengekommen. „Coronabedingt konnten wir im vergangenen Jahr kaum Aktionen starten. Deshalb sind wir über die Unterstützung des Christlichen Lernraums sehr froh“, sagt Josefines Vater Ingolf Stuber.

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