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Trotz Corona: Mieter zahlen pünktlich

Die Pandemie wirkt sich auf die Vermietungen aus. Einige Interessenten sind sogar abgesprungen.

Erst im Sommer vergangenen Jahres hat die WBV das ehemalige Kulturzentrum an der Gartenstraße gekauft. Für die Gewerbeeinheiten im Obergeschoss werden noch Mieter gesucht.
Erst im Sommer vergangenen Jahres hat die WBV das ehemalige Kulturzentrum an der Gartenstraße gekauft. Für die Gewerbeeinheiten im Obergeschoss werden noch Mieter gesucht. © Dietmar Thomas

Seit dem Umzug des Waldheimer Stadtmuseums in das Napoleonhaus am Niedermarkt im Jahr 2018 befindet sich nur noch die Bibliothek im ehemaligen Waldheimer Kulturzentrum (WKZ) an der Gartenstraße 42.

Seit dem Sommer hat sich auch der Eigentümer geändert. Das Haus gehört nicht mehr der Kommune. Die Stadt hat es an die Waldheimer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WBV) veräußert.

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Eigentlich hatte die Gesellschaft schon potenzielle Interessenten für die Gewerberäume im Obergeschoss. „Wegen der Corona-Pandemie sind die aber leider wieder abgesprungen“, sagte Ina Pugell, Geschäftsführerein der WBV. Die Mietverträge seien daher nicht zustande gekommen. Deshalb sei die Gesellschaft nun dabei, neue Ideen zu entwickeln, um geeignete Mieter für die frei stehenden Räume zu finden.

Geschäftssanierung eins der größten Projekte

Neben der Fertigstellung der Kindertagesstätte an der Breuningstraße war die Sanierung des Friseurgeschäftes an der Bahnhofstraße 68 eine der größten Investitionen, die die WBV im zurückliegenden Jahr getätigt hat.

„Leider ist das Geschäft aktuell von der Schließung betroffen“, sagt Ina Pugell. Nach den neuesten Regelungen dürfen die Friseure ab dem 1. März wieder unter Auflagen öffnen. „Das freut uns natürlich auch“, so die Geschäftsführerin.

Alle anderen Mieter der insgesamt 25 von der WBV vermieteten Gewerbeeinheiten hätten zumindest teilweise weiterarbeiten können. Größere Probleme mit ausstehenden Mieten gebe es nicht. „Alle sind sehr gewissenhaft, beweisen unheimliches Durchhaltevermögen und versuchen alles, um ihre Miete pünktlich zu bezahlen. Das verdient unseren Respekt in dieser für viele sehr schwierigen Zeit“, sagt Ina Pugell.

Die gleiche gute Erfahrung habe sie auch mit den Mietern der Wohnungen gemacht, von denen die WBV rund 600 im Bestand hat.

Keine Umzüge während des ersten Lockdowns

Auswirkungen gab es trotzdem. „Wir haben während des ersten Lockdowns im Frühling gemerkt, dass die Leute nicht mehr umgezogen sind, obwohl dies rein rechtlich möglich war. Die Zahl der Neuvermietungen und Kündigungen sei in dieser Zeit gegen Null gegangen“, erklärt die Geschäftsführerin.

Im Herbst sei mit den Lockerungen dann das Gegenteil eingetreten, „und wir sind quasi überrannt worden“, so Ina Pugell. Die Zahlen haben sich deshalb bis zum Jahresende wieder ausgeglichen, sodass zuletzt rund 70 Kündigungen und Neuvermietungen abgewickelt wurden.

Rund 300.000 Euro wendet die Gesellschaft jedes Jahr für die Sanierung und Instandsetzung ihrer Wohnungen auf. Eine normale Wohnungssanierung beinhalte zumeist die Modernisierung der Bäder und der Elektroinstallationen.

Laufende Sanierungen

Aber auch Heizungsmodernisierungen seien ein großes Thema. „Im vergangenen Jahr sind beispielsweise die Heizungen an der Hohen Straße 18 und 19 saniert worden“, erklärt Ina Pugell. Die dort vorhandenen Nachtspeicherheizungen seien gegen eine Zentralheizung getauscht worden. „Die Mieter kamen bis auf Ausnahmen mit den Nachtspeicherheizungen einfach nicht zurecht.“ Deshalb seien die Wohnungen dort nur noch schwer zu vermieten gewesen.

Mit dem Einbau einer Zentralheizung seien nun wieder alle Wohnungen belegt. In eine Wohnung an der Hohen Straße hat die WBV eine Infrarot-Heizung eingebaut. „Die betreffenden Mieter sind damit sehr zufrieden“, so die Geschäftsführerin.

Die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes werde die Gesellschaft in den nächsten Jahren ohnehin begleiten. Seit Jahresanfang wird eine CO2-Umlage fällig, die den Verbrauchern pro Tonne berechnet wird.

Viele offene Fragen zum Thema CO2-Umlage

Im Rahmen der Energiewende soll die Abgabe in den nächsten Jahren schrittweise angehoben werden. In diesem Jahr sind es laut Gesetzgeber 25 Euro pro Tonne. „Es gibt noch sehr viele offene Fragen, zum Beispiel, wer dafür aufkommen muss, ob sich Mieter und Vermieter in die Kosten teilen oder wie sich die Umlage überhaupt finanziell auswirkt.

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Sie wird pro Tonne erhoben, aber wir rechnen beispielsweise den Gasverbrauch in Kilowattstunden ab“, erklärt Ina Pugell. Um ein Gebäude energetisch zu ertüchtigen, etwa mit Dämmung und moderner Heiztechnik auszustatten, seien hohe Investitionen erforderlich. „Aber es soll sich ja am Ende auch für die Mieter rechnen“, sagt Ina Pugell. Das sehe sie aus heutiger Sicht nicht so.

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